Suchen

Wie der Wasserstoff-Transport per Schiene Standard werden soll

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Wasserstoff muss dort verfügbar sein, wo er benötigt wird – zum Beispiel in Fuhrparks oder Schienentankstellen. Der Transport über die Straße? Ganz schön kohlendioxidlastig. Aber was wäre eine umweltfreundliche Alternative?

Firmen zum Thema

Um die Belieferung neu entstehender Wasserstofftankstellen von der Schiene aus zu einer wirtschaftlich interessanten Option zu machen, soll nun ein Pilotprojekt gestartet werden (Symbolbild).
Um die Belieferung neu entstehender Wasserstofftankstellen von der Schiene aus zu einer wirtschaftlich interessanten Option zu machen, soll nun ein Pilotprojekt gestartet werden (Symbolbild).
(Bild: Michael Ismar, NPROXX)

Die Deutsche Bahn will in den Transport von Wasserstoff einsteigen. Eine Studie im Auftrag der Landesenergieagentur Hessen bestätigt nun die grundsätzliche Möglichkeit, das Gas in großem Stil auf der Schiene zu befördern. Technisch und rechtlich sei das schon heute möglich, so das Papier. Bislang fehlen allerdings noch geeignete Transportbehälter.

„Der Transport über die Straße ist keine wirkliche nachhaltige Lösung“, sagt Dr. Karsten McGovern, Geschäftsführer Landesenergieagentur (LEA) Hessen. Damit der Wasserstoff in einer künftigen Wasserstoffwirtschaft nicht ausgeht, müsse man nicht nur eine ausreichende Menge an vorzugsweise grünem Wasserstoff produzieren, sondern auch die Verteilung und Belieferung organisieren.

Von November 2019 bis April 2020 hatte DB Energie im Auftrag der LEA mit Partnern aus Industrie, der Verkehrs- und Logistikbranche untersucht, wie man Druckwasserstoff technisch, betrieblich und genehmigungsrechtlich über die Schiene transportieren kann. Nun soll die praktische Erprobung beginnen. Die Studienautoren empfehlen dabei ein Pilotprojekt, damit danach ein Regelbetrieb zugelassen werden kann. Das Rhein-Main-Gebiet sei dafür prädestiniert – denn dort seien alle Grundlagen vorhanden.

Auch die Nachfrage ist vorhanden: Ab Ende 2022 will die Hessische Landesbahn GmbH im Taunusnetz 27 Brennstoffzellenzüge auf das Gleis bringen. Die Studie „Potenzialbeschreibung: Wasserstofftransport über das Schienennetz“ hatte eine fiktive Bahnstrecke vom Industriepark in Höchst als Erzeugerort nach Friedberg festgelegt – zu einer ebenso noch fiktiven Schienentankstelle. Außerdem spielte die Studie durch, dass die Bahn den öffentlichen Nahverkehr in Wiesbaden mit Wasserstoff beliefert.

Ein Ergebnis: Unter ähnlichen Voraussetzungen und der aktuellen Gesetzeslage beim Transport über die Straße würde ihr simulierter Schienentransport geringfügig günstiger sein und damit zusätzlich zum umweltfreundlicheren Transport einen wirtschaftlichen Vorteil besitzen. Auch die Straßen in Ballungsräumen würden dadurch entlastet – inklusive reduziertem Lärm und Feinstaub.

(ID:46764971)