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Apps sollten Auto-Alltag erleichtern
Und gerade E-Auto-Fahrer sollten die bestmögliche und schnellste Strecke unter Einbindung höherer Datenqualität vorgeschlagen bekommen. „Ich wünsche mir eine intelligente, ins Navi integrierte Suche nach Ladestationen auf meiner Route, die sich reservieren und nach dem Laden bezahlen lassen. Idealerweise erledigt das Fahrzeug das auch automatisch“, sagt Burgard.
Dann falle vielen Autofahrern die Transformation vom Verbrenner zum Elektroauto leicht. Entscheidend sei dabei, dass die Unterstützung nahtlos funktioniere. „Interessant wird es, wenn das Auto nicht auf die Befehle des Fahrers reagiert, sondern ihm proaktiv Vorschläge unterbreitet und das tägliche Leben erleichtert“, sagt Jan Burgard.
Das könne der Hinweis auf eine frühere Abfahrt sein, weil durch einen Stau oder einen notwendigen Ladevorgang auf der Strecke sonst der nächste Termin nicht erreicht werden könne. „Aktuell wird zu viel an Themen gearbeitet, die keinen spürbaren Mehrwert für die tägliche Nutzung bieten. Entscheidend ist die Fokussierung auf Basisfunktionalitäten der Mobilität“, sagt Burgard.
Natürliche Sprachsteuerung
Statt viele Apps auf dem Smartphone und im Auto zu haben, fände Jan Burgard eine natürliche Sprachsteuerung für alle Fahrzeugfunktionen sinnvoll. „Mit einer klaren und natürlichen Kommunikation im Auto wird das Fahren angenehmer und sicherer“, sagt der Experte.
Statt „Bitte regle die Heizung auf 23 Grad“ sollte das Auto „Mir ist kalt“ verstehen und danach die Heizung höher stellen. Ganz natürlich. Die Anfänge seien mit einzelnen Herstellersystemen gemacht, die Möglichkeiten aber bei Weitem noch nicht ausgeschöpft. Autohersteller sollten sich weiter auf die Angebote konzentrieren, die zunächst das reine Fahren erleichtern und einen Mehrwert gegenüber Drittanbietern zeigen, meint Burgard.
Vom Smartphone her denken
Apps für Zusatzangebote wie beispielsweise Musik, Wetter oder Termine könnten App-Entwickler für große Smartphone-Hersteller besser konzipieren, glaubt Burgard. Für sie mache es keinen Unterschied, ob eine App nur für rund 2,5 Millionen Autofahrer einer Marke entwickelt wird oder für 300 Millionen Nutzern von Smartphones dieses Herstellers.
Chinesische Hersteller wie Nio oder Xiaopeng Motors verfolgen längst einen anderen Ansatz: Sie denken vom Smartphone her, nicht vom Auto, erklärt Burgard. Mit solchen Konzepten ließen sich viel mehr Infos ins Auto übertragen als nur die Navi-Route vom Sofa aus.
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