Second-Life-Batterien Tier will die Lebensdauer von E-Scooter- und E-Bike-Akkus verlängern

Zwischen 400 und 700 Ladezyklen verträgt ein E-Scooter-Akku im Durchschnitt. Muss er danach direkt ins Recycling, ist das für Umweltbilanz von Mikromobilitäts-Anbietern alles andere als optimal. Tier Mobility arbeitet nun mit dem Start-up Vertical Values an einer Lösung.

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Tier will einige seiner ausgemusterten Akkus per Upcycling für einen weiteren Einsatz wieder fit machen.
Tier will einige seiner ausgemusterten Akkus per Upcycling für einen weiteren Einsatz wieder fit machen.
(Bild: Tier Mobility)

Über 50 Millionen Fahrten haben Kunden mit den E-Scootern, E-Bikes und E-Mopeds von Tier Mobility den Berlinern zufolge inzwischen absolviert. Das sorgt an mancher Stelle für Verschleiß, etwa bei den Lithium-Ionen-Akkus der Roller und Räder. Für Anbieter, die sich auf die Fahne schreiben, den Verkehr nachhaltiger gestalten zu wollen, ist das ein nicht zu vernachlässigender Faktor. Denn jede Batterie hat einen CO2-Rucksack, je mehr davon ausgemustert werden müssen, desto größer die Umweltbelastung.

Tier will deshalb nun dafür sorgen, dass von ihnen eingesetzte Lithium-Ionen-Akkus zumindest nicht mehr so schnell schlappmachen. Second Life und Upcycling sind dabei die entscheidenden Stichworte. Der Berliner kooperieren ab sofort mit dem Start-up Vertical Values, das sich auf die Reparatur und Aufbereitung solcher Batterien spezialisiert hat.

In der Praxis werden die Akkus häufig direkt aussortiert, wenn ein E-Scooter oder E-Bike die zugesicherte Reichweite nicht mehr erzielt. Dabei besitzen die Batterien häufig noch zwischen 70 und 80 Prozent ihrer ursprünglichen Kapazität.

Eine Aufbereitung ist allerdings kein ganz leichtes Unterfangen: Eine Batterie besteht aus Hunderten einzelner LI-Zellen, die unterschiedlich gealtert sind. Schon ein schwaches Glied kann die gesamte Kette negativ beeinträchtigegn. Vertical Values bewertet nach eigenen Angaben jede Zelle einzeln. Welche zu schwach sind, werden entfernt, die anderen sortiert und wiederverwertet.

Pro Jahr macht jeder vierte Akku schlapp

Tier hofft auf diesem Weg bis zu 60 Prozent seiner ausgemusterten Batterien wiederverwenden zu können. Dabei geht es um große Stückzahlen: Nach Angaben eines Sprechers schwächelt rund jeder vierte eingesetzte Akku im Laufe eines Jahres. Inzwischen betreibt Tier in über 180 Städten eigene Fahrzeug-Flotten. Durchschnittlich halten die Batterien zwischen 400 und 700 Ladezyklen durch. Mithilfe des Upcyclings könnte diese Zahl nach oben geschraubt und der Einsatz komplett neuer Batterien verringert werden.

Laut Ailin Huang, Head of Sustainability bei Tier Mobility, sind Second-Life-Lösung nachhaltiger als das Recycling von Batterien. Nichtsdestotrotz werden sich wohl 40 Prozent der schwächelnden Akkus nicht dafür eignen. Beim Recycling arbeitet Tier einem Sprecher zufolge jeweils mit lokalen Partnern zusammen, „die für das ordnungsgemäße Recycling der Batterien auf der Grundlage der lokalen Gesetzgebung verantwortlich sind“.

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