Maritime Anwendungen Stechen Kreuzfahrtschiffe bald komplett elektrisch in See?

Von Stefanie Eckardt 2 min Lesedauer

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2024 übertraf die Zahl der deutschen Passagiere den Wert von 2019 – mehr als 34 Millionen Bordgäste waren auf den Weltmeeren unterwegs. Auch weltweit steigt das Interesse am Urlaub auf dem Meer. Klimafreundlich ist das allerdings nicht. Das könnte sich nun ändern. Meyer Werft hat mit der Konzeptstudie „Vision“ ein zu 100 Prozent batterieelektrisch betriebenes Kreuzfahrtschiff vorgestellt.

Meyer Werft hat mit der Konzeptstudie „Vision“ ein zu 100 Prozent batterieelektrisch betriebenes Kreuzfahrtschiff vorgestellt. (Bild:  Meyer Werft)
Meyer Werft hat mit der Konzeptstudie „Vision“ ein zu 100 Prozent batterieelektrisch betriebenes Kreuzfahrtschiff vorgestellt.
(Bild: Meyer Werft)

Kreuzfahrtschiffe und Klimaschutz gingen bisher nicht Hand in Hand. Im Gegenteil, Umweltvorgaben für die Schifffahrt haben sich über die vergangenen Jahrzehnte nur schwerfällig entwickelt und nicht immer komplett durchgesetzt. Trotzdem erfreuen sich Kreuzfahrten großer Beliebtheit; die Branche boomt. Die Meyer Werft will nun Abhilfe schaffen und arbeitet an einem Kreuzfahrtschiff, das rein elektrisch betrieben werden soll. Dieses hat sie auf der Seatrade Cruise Global vorgestellt.

Batterietechnik made in Norway

Vision – so heißt die zu 100 Prozent elektrisch betriebene Kreuzfahrtschiff-Konzeptstudie, die Platz für 1.856 Passagiere bieten und Treibhausgas-Emissionen um bis zu 95 Prozent reduzieren soll. Das Schiff ist 275 Meter lang und 82.000 BRZ groß. Das Batteriesystem stammt vom norwegischen Batteriehersteller Corvus Energy. Das ursprünglich in Kanada gegründete Unternehmen hat sich auf Energiespeicher für maritime Anwendungen spezialisiert. „Wir freuen uns, mit Corvus Energy den Pionier im Bereich sicherer und zuverlässiger Batteriesysteme für Schiffe an unserer Seite zu haben, der mehr als die Hälfte der weltweiten Hybrid- und vollelektrischen Seeschiffe ausgerüstet hat. Die Technik ist verfügbar. Bei Bestellung noch in diesem Jahr könnten wir bereits 2031 ausliefern”, betont Thomas Weigend, Chief Sales Officer der Meyer Werft. Mit dem Batteriesystem lässt sich nach Unternehmensaussagen ein Großteil der üblichen europäischen Kreuzfahrtrouten abdecken, beispielsweise die Stecke von Barcelona nach Civitavecchia vor Rom. Bis 2030 sollen europaweit gut einhundert Häfen die notwendige Ladeinfrastruktur zur Verfügung stellen. Auf Wunsch können die Schiffe auch als Hybride mit kleinen Generatoren gebaut werden, was beispielsweise Atlantiküberquerungen ermöglichen würde.

Neue Design-Freiheiten

Die Konzeptstudie zeigt darüber hinaus neue architektonische Ansätze für das Design von Kreuzfahrtschiffen: auf den von unten nach oben durch das Schiff verlaufenden Schacht für die Abgasbehandlung und den Schornstein, der Teile des Sonnendecks einnimmt, kann vollständig verzichtet werden. So wird ein neues Sonnendeck-Design mit uneingeschränkter Aussicht möglich. Die Vision ist als Allwetterschiff gedacht und verfügt über vollverglaste, wettergeschützte Bereiche. So wurde der typische Aqua Park als Innenbereich am Heck angeordnet, wodurch er durchgängig nutzbar ist. Und noch ein ganz großes Plus durch die rein batterieelektrische Energieversorgung und den Entfall der Hauptmaschinen: der Komfort an Bord wird spürbar besser, es wird noch weniger Motorengeräusche und Vibrationen geben. (se)

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