Kinto Europe So will Toyota zum führenden Mobilitätsanbieter werden

Autor: Christoph Seyerlein

„Wir wollen der Mobilitätsanbieter der Wahl werden“, sagt Tom Fux. Der Toyota-Manager wird künftig das neu gegründete Unternehmen Kinto Europe leiten. Was die Japaner konkret vorhaben.

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Toyotas neues Mobilitäts-Joint-Venture in Köln startet im April 2021.
Toyotas neues Mobilitäts-Joint-Venture in Köln startet im April 2021.
(Bild: Toyota)

Unter der Marke Kinto hat Toyota seit Anfang des Jahres bereits verschiedene Mobilitätsangebote gelaunched. Jetzt gehen die Japaner den nächsten Schritt: Aus der Marke wird im April 2021 ein eigenes Unternehmen. Künftig wird Kinto Europe mit Hauptsitz in Köln die Steuerung der Mobilitätsdienste und -produkte des Herstellers in Europa übernehmen.

Wir werden nicht einfach den Ansätzen unserer Mitbewerber oder anderer Mobilitätsanbieter folgen.

Tom Fux

Man sei überzeugt davon, dass sich das Mobilitätsverhalten einzelner mehr und mehr vom Autobesitz hin zu einer On-Demand-Nutzung verschieben wird, erklärte Toyota am Dienstag. Darauf habe Kinto bereits mit folgenden Angeboten reagiert:

  • Kinto One: Jenes Full-Service-Leasing-Angebot hat Toyota bislang in sieben europäischen Ländern eingeführt. Weitere sollen im kommenden Jahr folgen. Die Flotte besteht aktuell aus mehr als 100.000 Fahrzeugen.
  • Kinto Share: Mit seinem Carsharing-Dienst will die Marke gewerbliche und private Kunden ansprechen, aber auch öffentliche Einrichtungen. Aktuell ist das Angebot in Irland, Italien, Dänemark, Spanien und Schweden verfügbar, Tendenz steigend. Auch ein Service, der über Toyota-Händler läuft, ist geplant.
  • Kinto Flex: Toyotas Auto-Abo. Die komplette Toyota- und Lexus-Modellpalette steht auch zu kurzen Laufzeiten zur Verfügung. Alle Service- und Wartungskosten sind im Abo enthalten.
  • Kinto Join: Dieses Angebot richtet sich als Carpooling-Lösung an Unternehmensmitarbeiter, die Fahrgemeinschaften für den Weg zur Arbeit bilden können und wollen. Bislang ist der Dienst in Norwegen und Italien verfügbar, demnächst soll er in Großbritannien starten.
  • Kinto Go: In Italien finden Nutzer bereits gebündelt verschiedene Dienste wie Reiseplanung, Fahrscheinverkauf für den ÖPNV, Parken, Taxi-Dienste oder Veranstaltungen. Auch hier ist der zeitnahe Einsatz in weiteren Ländern vorgesehen.

Toyota will Städte als Kunden gewinnen

Wie es bei den einzelnen Diensten schon anklingt, wird Toyota über Kinto Europe versuchen, die eigene Kundschaft zu erweitern. Neben Privat- und Firmenkunden nimmt der Hersteller mit seinen Mobilitätsangeboten auch Städte und Kommunen ins Visier.

Tom Fux, der das Geschäft leiten wird, erklärte: „Wir werden nicht einfach den Ansätzen unserer Mitbewerber oder anderer Mobilitätsanbieter folgen.“ Toyota müsse eine eigene Strategie entwickeln. Kinto sei kein einzelnes, an bestimmte Orte gebundenes Produkt. „Wir wollen der Mobilitätsanbieter der Wahl für alle Arten von Kunden werden“, gab Fux die Marschroute vor.

Dabei wollen die Japaner aber auch auf ihre geschaffenen Strukturen aufsetzen. Die Händler in Europa sollen auch in Zukunft „eine entscheidende Rolle spielen“. Man werde die Arbeit ausbauen und die Partner zu Mobilitätsdienstleistern machen, kündigte Toyota an. Mit Kinto könnten Händler über die traditionellen Verkaufs- und Service-Geschäfte hinaus neue Mobilitätsdienste anbieten. Ihren Kunden wiederum sollen die Toyota-Partner somit einen „flexiblen und individuell zugeschnittenen Zugang zu Fahrzeugen ermöglichen“.

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Entwicklungsredakteur