Continental hat einen Reifen entwickelt, der zu mehr als 40 Prozent aus recycelten Materialien besteht. Entstanden ist der Reifen in einem Projekt zur Kreislaufwirtschaft von Elektrofahrzeugen.
Der „ZEvRA“-Konzeptreifen besteht zu rund 43 Prozent aus recycelten Materialien.
(Bild: Continental)
Continental hat einen Konzeptreifen entwickelt, der zu rund 43 Prozent aus recycelten Materialien besteht. Der Reifen zeigt laut Continental die Vereinbarkeit von Nachhaltigkeit und Performance – und erzielt Bestwerte im EU-Rollwiderstandslabel. „Unser Konzeptreifen zeigt, was heute technisch möglich ist, und gibt zugleich Impulse für die nächsten Schritte“, beschreibt Andreas Topp, Leiter Plattformentwicklung und Industrialisierung bei Pkw‑Reifen von Continental.
Der Reifen besteht unter anderem aus recyceltem Tallöl, Stahl, Kautschuk, aus Altreifen und aus Polyestergarn aus recycelten PET‑Flaschen. Tallöl ist ein Nebenprodukt der Produktion von Zellstoff aus Nadelholz nach dem Sulfatverfahren. Das Öl besteht überwiegend aus Fett- und Harzsäuren.
Kreislaufwirtschaft von Elektrofahrzeugen
Entstanden ist der Reifen im Projekt „ZEvRA“, „Zero Emission Electric Vehicles Enabled by Harmonized Circularity“. Das auf zwei Jahre angelegte EU-Projekt soll die Kreislaufwirtschaft von Elektrofahrzeugen entlang der gesamten Wertschöpfungskette optimieren. Das Projekt läuft in diesem Jahr aus.
Was kommt nach dem Projekt?
„Der nächste Schritt besteht darin, innovative Recyclinglösungen im industriellen Maßstab zu etablieren und geschlossene Stoffströme aufzubauen. Nur so lässt sich die Transformation hin zu einer ressourcen- und klimafreundlichen Kreislaufwirtschaft beschleunigen“, sagt Jorge Almeida, Leiter Nachhaltigkeit bei Continental Reifen.
Neben recycelten Materialien sind erneuerbare Rohstoffe wichtig. Im Konzeptreifen liegt deren Anteil bei rund 13 Prozent. Weitere etwa 25 Prozent basieren auf massenbilanzzertifizierten Materialien. Zusammen mit dem Anteil recycelter Materialien von rund 43 Prozent stammen damit insgesamt mehr als 80 Prozent der im ZEvRA-Konzeptreifen eingesetzten Materialien aus recycelten, erneuerbaren oder massenbilanzzertifizierten Quellen.
„Das ZEvRA‑Projekt zeigt, dass technologischer Fortschritt nur dann seine volle Wirkung entfalten kann, wenn verlässliche und abgestimmte Rahmenbedingungen Planungssicherheit schaffen und den Markthochlauf neuer Verfahren unterstützen“, beschreibt Andreas Topp.
Forderung nach einheitlichen Kriterien
Notwendig für den Hochlauf der Kreislaufwirtschaft sind demnach europaweit einheitliche Definitionen für recycelte Materialien und klar festgelegte Kriterien, wann aufbereitete Stoffe als recycelte Rohstoffe gelten. Ebenso wichtig sind laut Continental Technologieoffenheit und der weitere Ausbau von Recyclingtechnologien und entsprechender Infrastruktur. Außerdem verweist das Unternehmen auf belastbare Lieferketten und international abgestimmte Verfahren zur Anrechnung von Stoffströmen.
Seit dem Jahr 2023 nutzt Continental aus Altreifen zurückgewonnenen Industrieruß für die Produktion neuer Vollgummireifen am Standort Korbach. Auf diesen Reifen rollen vor allem Gabelstapler. Ergänzend dazu kommt Sand, zum Beispiel aus Gießereien, aus dem eine alternative Silica-Variante entsteht. Der Anteil eingekaufter erneuerbarer und recycelter Produktionsmaterialien im Continental‑Reifenportfolio lag im Jahr 2025 laut Unternehmen bei 28 Prozent und soll bis 2030 auf mindestens 40 Prozent steigen.
Die Partner im Projekt ZEvRA
Am Projekt ZEvRA beteiligt sind Fraunhofer, Eurecat in Spanien, Bay Zoltan, University of Bologna, Skoda Auto, RKW Sachsen, RISE Research Institutes of Sweden, Faurecia Automotive Composites, Edag Engineering, Havel Metal Foam, Raffmetal, TU Braunschweig, Farplas, Benteler, NTNU, Toyota Motor Europe, PSA Automobiles, APRA- Automotive Parts Remanufacturers Association Europe, CRF, Polymeris, Endurance Amann, VTT, Politecnico di Milano, Sisecam aus der Türkei, Continental Reifen, Volkswagen, Bax Innovation Consulting und die Northumbria University in England.
Stand: 08.12.2025
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