Drohnen Post beerdigt den „Paketkopter“

Autor: Jens Rehberg

Die Deutsche Post DHL hat überraschend ihr Paketdrohnen-Entwicklungsprojekt aufgegeben. Den Schlussstrich zog die Post offenbar schon vor einiger Zeit – erst auf eine aktuelle Nachfrage der „Welt am Sonntag“ hin räumte der Dienstleister das Ende der Idee in Deutschland ein.

Pilotprojekt von DHL-Express in China aus 2019: Die „Falcon“-Drohne des chinesischen Herstellers Ehang mit acht Rotoren trägt bis zu fünf Kilogramm Lieferlast.
Pilotprojekt von DHL-Express in China aus 2019: Die „Falcon“-Drohne des chinesischen Herstellers Ehang mit acht Rotoren trägt bis zu fünf Kilogramm Lieferlast.
(Bild: Deutsche Post)

Die Deutsche Post DHL hat ihr Paketdrohnen-Entwickungsprojekt wieder eingestellt. Das „Paketkopter“-Projekt werde schon seit längerem nicht mehr fortgeführt, bestätigte ein Sprecher der Deutsche Post DHL Group am Samstag auf Anfrage in Bonn. Auch ein Pilotprojekt zum Medikamentenversand in Tansania zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und dem Drohnenhersteller Wingcopter werde nicht fortgesetzt.

„Wir haben in den vergangenen Jahren diverse Anwendungsfälle für den DHL-Paketkopter getestet, in denen die Drohne vor allem dann zum Einsatz kam, wenn ein Transport über etablierte Infrastrukturen schlecht möglich war oder deutlich mehr Zeit in Anspruch genommen hätte“, sagte der Sprecher. Dabei seien wichtige Erkenntnisse gewonnen worden.

„Aber wir haben auch mehrfach darauf hingewiesen, dass ein Regelbetrieb im Bereich der Zustellung per Paketdrohne in Deutschland nicht geplant sei. Es sind auch keine neuen Pilotprojekte vorgesehen“, hieß es weiter.

Mehr Potenzial in China

In China fliegen DHL-Drohnen allerdings noch. Vor zwei Jahren hatte DHL-Express dort im Rahmen eines weiteres Pilotprojekts einen Drohnen-Lieferservice gestartet. Wie Post-Sprecher Tim Rehkopf am Montag auf Anfrage sagte, werde die entsprechende Drohne mittlerweile im Regelbetrieb eingesetzt.

Dabei werden täglich Dokumente zwischen zwei Standorten eines Firmenkunden in Dongguan in der Provinz Guangdong hin- und hergeflogen. Die beiden Standorte sind acht Kilometer voneinander entfernt. Die Flugzeit beträgt acht Minuten und die Lade- und Entladevorgänge passieren vollständig autonom. Weitere Projekte in China sind laut dem Sprecher derzeit nicht geplant.

Komplett am Boden sind DHL-Drohnen aber auch hierzulande nicht – wie der Sprecher betonte, würden Drohnen nach wie vor im Innenraum der DHL-Warenlager bei der Inventarisierung der Hochregale unterstützen.

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