Mobility Inside ÖPNV-Buchungs-App startet im März

Wer in Deutschland nicht mit dem Auto verreist, greift häufig auf mehrere Verkehrsmittel zurück, um von A nach B zu kommen. Je öfter man dabei wechselt, desto umständlicher wird die Planung und Buchung. Das soll die Plattform „Mobility Inside“ ändern.

Tickets für verschiedene öffentliche Verkehrsmittel zu buchen, ist kompliziert. Das soll sich mit Mobility Inside verbessern.
Tickets für verschiedene öffentliche Verkehrsmittel zu buchen, ist kompliziert. Das soll sich mit Mobility Inside verbessern.
(Bild: Deutsche Bahn / Oliver Lang)

Wer eine Reise mit öffentlichen Verkehrsmitteln in Deutschland plant und dabei die Gebiete verschiedener Verkehrsverbünde quert, landet bei der Buchung schnell im Ticketdschungel. Mit wenigen Klicks das Ticket für den Zug und den Bus oder das Leihrad für die letzte Meile in einer App zu bekommen – das ist bislang praktisch unmöglich. Ändern soll das die Plattform „Mobility Inside“.

Seit etwa fünf Jahren wird an der Idee gearbeitet, jetzt soll es bald Ergebnisse geben. Mobility-Inside-Geschäftsführer Jörg Puzicha erklärte am Mittwoch, die entsprechende App werde im März zum Download bereitstehen. Neben dem Fernverkehr der Deutschen Bahn sind mehrere Verkehrsverbünde dabei, vor allem im Süden und Westen Deutschlands. Rund 40 Prozent der Bevölkerung wären laut Puzicha damit abgedeckt. Verhandlungen mit weiteren großen Verbünden laufen.

Neben der Möglichkeit, Fahrten zu den Regeltarifen in den teilnehmenden Regionen zu buchen, soll Mobility Inside auch ein multimodale Routing mit Fahrrad-, Scooter- und Carsharing bereitstellen. Um letzteren Part kümmern sich die Stadtwerke München. Die Ticketausgabe wickelt der Rhein-Main-Verkehrsverbund federführend ab. Und bei der Gestaltung der App bringt sich die DB-Tochter Mobimeo ein. Insgesamt hat die Holding 13 Gesellschafter aus dem öffentlichen Verkehrssektor.

Die Angst vor Google und Co.

Sie wollen verhindern, dass es dem ÖPNV ähnlich ergeht wie etwa der Hotelbranche. Dort haben bekanntermaßen Plattformen aus der Privatwirtschaft das Geschäft mit Reservierungen und Buchungen längst gekapert. Auch in der Mobilitätsbranche ist diese Gefahr real: Beispielsweise mischt sich Google immer stärker ein.

Der IT-Riese kooperiert mit seinem Karten-Dienst Google Maps inzwischen zum Beispiel mit den meisten E-Scooter-Verleihern. In der App können Nutzer sehen, wo der nächste Tretroller abgestellt ist und sich diesen reservieren. Buchen müssen sie allerdings noch über die App des jeweiligen Verleihers selbst. Auch erste ÖPNV-Anbieter kooperieren bereits mit Google Maps. Seit November geht der Hamburger Verkehrsverbund HVV einen ähnlichen Weg wie die Scooter-Verleiher.

Komplett verschließen sollten sich ÖPNV-Anbieter vor solchen Optionen auch überhaupt nicht, meint Mobility-Inside-Chef Jörg Puzicha. „Kooperation gerne, aber möglichst so, dass wir auch selbst gestalten können“, beschreibt er seinen favorisierten Weg.

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