Flugtaxis Nach geplatztem Börsengang: Volocopter sammelt 153 Millionen Euro ein

Ende 2021 gab es Unruhe bei Volocopter. Das Flugtaxi-Start-up bließ seinen geplanten Börsengang kurzfristig ab, Fragen nach der Zukunft waren die Folge. Jetzt haben die Bruchsaler frisches Geld eingesammelt. Das Börsen-Thema aber bleibt.

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Bislang hat Volocopter angegeben, 2024 erste kommerzielle Flugtaxi-Dienste anbieten zu wollen.
Bislang hat Volocopter angegeben, 2024 erste kommerzielle Flugtaxi-Dienste anbieten zu wollen.
(Bild: Volocopter)

Ende des vergangenen Jahres hatte die vermeintliche Erfolgsgeschichte des Flugtaxi-Start-ups Volocopter Schrammen bekommen. Kurzfristig hatten die Bruchsaler ihren geplanten Spac-Börsengang in New York abgeblasen. Zu verhalten waren offenbar die Aussichten auf eine ordentliche Bewertung. In der Folge geriet CEO Florian Reuter unter Druck.

Jetzt erhält Volocopter doch eine neue Geldspritze. Nicht in Form eines Börsengangs, sondern per Series-E-Finanzierungsrunde. 153 Millionen Euro pumpen Investoren in das Unternehmen. Zuvor sei das Start-up mit 1,5 Milliarden Euro bewertet worden, teilte Volocopter selbst mit.

Neues Joint Venture in Südkorea

Angeführt wird die Runde von WP Investment aus Seoul und damit von einem neuen Investor. In dem Zuge gründen beide Parteien zudem ein Joint Venture, um Flugtaxis nach Südkorea zu bringen. In der Vergangenheit hatte Volocopter bereits mehr als 495 Millionen Euro eingesammelt. Zu den Geldgebern zählten beispielsweise die Deutsche Bahn, Intel und Mercedes-Benz.

WP-Chef Lei Wang erklärte, man habe sich für ein Investment entschieden, nachdem man im letzten November Testflüge von Volocopter in Südkorea beobachtet habe. Nette Worte für das Start-up gab es beispielsweise auch von Bestandsinvestor Atlantia, der sein Engagement in der aktuellen ausbaute. Investment-Direktorin Elisabetta De Bernardi erklärte: „Wir haben beschlossen, unsere Investition in Volocopter zu verstärken, weil wir fest an die Fähigkeit des Unternehmens glauben, diese innovative und nachhaltige Mobilität rasch zum Leben zu erwecken. Wir fördern Urban Air Mobility auch weiterhin, denn es ist ein schnell wachsendes Geschäftsfeld, das Emissionen und Verkehr in Großstädten reduzieren kann.“

Noch scheint die Hoffnung also nicht verflogen zu sein, dass Volocopter in absehbarer Zeit wirklich abheben kann. Wann es so weit sein könnte, bleibt ungewiss. Bislang hat das Unternehmen das Jahr 2024 für den Start seiner kommerziellen Flugtaxi-Dienste angepeilt. Als Märkte hat das Start-up beispielsweise Singapur, Rom und Paris im Blick.

Börsengang weiter auf der Agenda

Das eingesammelte Geld wolle man nutzen, um die Zertifizierung des eigenen Passagier-Modells zu beschleunigen. Kürzlich hatte Volocopter mit der Aviation Capital Group vereinbart, den Verkauf und das Leasing von Flugtaxis im Wert von einer Milliarde US-Dollar gemeinsam anzugehen. Das soll es ermöglichen, nach der Zertifizierung der Flugtaxis möglichst schnell weltweit starten zu können.

Um das zu realisieren wird Volocopter aber wohl weiteres Geld benötigen. Offensichtlich hat man sich in Bruchsal nach dem gescheiterten Versuch Ende 2021 noch nicht endgültig von einem Börsengang verabschiedet. Zumindest sagte COO Christian Bauer am Freitag: „Volocopter pflegt Partnerschaften mit starken Investoren aus der ganzen Welt, was uns hervorragende Mittel gibt, unseren Ansatz weiterzuverfolgen und die Ersten sowohl bei der Zertifizierung als auch auf dem Markt zu sein, noch bevor wir an die Börse gehen.“

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