Kyte Mietwagenlieferung vor die Haustür: Millionen-Deal für drei deutsche Gründer

Autor: Christoph Seyerlein

Wer einen Mietwagen bucht, muss diesen häufig an abgelegenen Orten abholen und zurückgeben. Das wollen Ludwig Schönack, Nikolaus Volk und Francesco Wiedemann ändern. Und namhafte Investoren scheinen an ihr Start-up Kyte zu glauben.

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Die Kyte-Gründer (v.l.): Nikolaus Volk, Ludwig Schönack, Francesco Wiedemann.
Die Kyte-Gründer (v.l.): Nikolaus Volk, Ludwig Schönack, Francesco Wiedemann.
(Bild: Kyte)

Vor rund zwei Jahren sahen Ludwig Schönack, Nikolaus Volk und Francesco Wiedemann im Mobilitätsmarkt eine Lücke: Kunden, die einen Mietwagen buchen, müssen diesen häufig an abgelegenen Orten wie Flughäfen abholen und wieder abliefern. Das wollten die drei jungen Deutschen, die allesamt an einer US-Eliteuniversität ihren Abschluss machten, ändern. Und so gründeten sie in San Francisco ihr Start-up Kyte.

Die Idee: Wer einen Mietwagen bucht, bekommt diesen direkt vor die Haustür oder an einen Wunschort geliefert. Ein Unterfangen, in das nun auch einige namhafte Investoren Hoffnungen setzen. Wie Kyte bekanntgab, hat das Start-up 9 Millionen Dollar (rund 7,3 Millionen Euro) eingesammelt. Zu den Geldgebern zählen beispielsweise die früheren Uber-Manager Ed Baker und Jörg Heilig, Lime-Mitgründer Toby Lyn oder DN Capital, ein Londoner Großinvestor, der beispielsweise auch zu den größten Anteilseignern bei Auto 1 zählt.

Und so läuft das Geschäft von Kyte ab: Mitarbeiter liefern den gebuchten Mietwagen an den Kunden und holen ihn im Anschluss wieder ab, tanken ihn voll und geben ihn an den Verleiher zurückM. Einen eigenen Fuhrpark besitzt Kyte nicht. Stattdessen bringt das Unternehmen über eine Online-Plattform Mietwagenfirmen und Kunden zusammen.

Nach eigenen Angaben ist Kyte seit Ausbruch der Corona-Pandemie besonders stark gewachsen. Die Gründer führen das unter anderem darauf zurück, dass der Flugverkehr enorm eingebrochen ist und Menschen als Alternative aus Mietwagen für ihre Wochenendausflüge setzen. Um etwa 400 Prozent habe man seit März 2020 zugelegt, teilt Kyte mit.

Expansion steht bevor

Perspektivisch rechnet das Start-up damit, dass immer weniger Personen ein Auto besitzen wollen. Denn das sei teuer und koste zudem viel Platz. Gemeinsam mit anderen Mobilitätsangeboten wie Ridesharing und Mikromobilitäts-Diensten will Kyte daran ansetzen. Die Vision: Autos stehen in zentralen Hubs bereit und werden genau dorthin bewegt, wo sie benötigt werden.

Schönack, Volk und Wiedemann arbeiteten in der Vergangenheit selbst für Unternehmen aus dem Mobilitätssektor, beispielsweise Uber und BMW. Nun wollen sie mit Kyte expandieren. Bislang ist der Dienst nur in den USA verfügbar. Kürzlich hat das Unternehmen aber auch ein Büro in München eröffnet. Wann Kyte auch in anderen Märkten startet, ist noch nicht bekannt.

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Entwicklungsredakteur