„Megatrends wie die Urbanisierung werden das Motorrad grundlegend verändern.“

Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Die Mobilität wandelt sich grundlegend und macht auch vor dem Motorrad nicht halt. Assistenzsysteme, Vernetzung und Elektromobilität werden auch bei den Zweirädern in Zukunft eine dominante Rolle einnehmen.

Anbieter zum Thema

Vernetzung von Bike und Auto sorgt für digitale Sichtbarkeit von Motorrädern.
Vernetzung von Bike und Auto sorgt für digitale Sichtbarkeit von Motorrädern.
(Bild: Bosch)

„Megatrends wie Urbanisierung und Nachhaltigkeit werden die Mobilität der Zukunft und das Motorrad grundlegend verändern“, sagt Dr. Dirk Hoheisel, Mitglied der Bosch-Geschäftsführung. „Wir müssen das Motorrad zukunftsfähig machen: Zum einen, indem wir es sicherer machen, zum anderen, indem wir den Antrieb effizienter machen.“ Unfallfrei, stressfrei und emissionsfrei: Das ist Boschs Vision der Mobilität der Zukunft.

Ob als Luxusgegenstand, in Städten als Baustein des multimodalen Verkehrs oder in Schwellenländern als Massenfortbewegungsmittel: Die Nachfrage nach motorisierten Zweirädern steigt. Studien zufolge werden 2021 weltweit mehr als 160 Millionen Zweiräder jährlich produziert – und das treibt auch bei Bosch das Geschäft. Der Produktbereich Two-Wheeler und Powersports des Unternehmens konnte seinen Umsatz 2016 im Vergleich zum Vorjahr um über 20 Prozent steigern und wächst damit doppelt so schnell wie der Markt. 2020 will Bosch eine Milliarde Euro Umsatz mit Motorradtechnik erzielen.

Jeder vierte Tote wäre vermeidbar

Eines der Ziele von Bosch: unfallfreies Fahren auf zwei Rädern. Und das fängt für das Unternehmen schon beim Pedelec an. Mit dem eBike-ABS ist es möglich, das Blockieren des Vorderrades zu verhindern sowie das Abheben des Hinterrads durch ein intelligentes System zu begrenzen. So lässt sich der Bremsweg reduzieren, und das Risiko von Überschlägen und Stürzen verringern.

Laut der Bosch-Unfallforschung könnte ungefähr jeder vierte Motorradunfall mit Toten und Verletzten verhindert werden, wenn alle Zweiräder mit einem ABS ausgestattet wären. Mehr Sicherheit auf die Straße zu bringen, das schaffen Assistenzsysteme jedoch nicht alleine, dazu braucht es die Vernetzung. „Mit

Bosch-Technologien wollen wir Unfälle gar nicht erst entstehen lassen“, sagt Hoheisel.

„Vernetzung und Automatisierung haben die Entwicklung des Pkw in kürzester Zeit enorm vorangetrieben. Wenn Motorräder die zukünftigen Herausforderungen meistern sollen, müssen sie damit Schritt halten", so Hoheisel weiter.

Motorrad und Auto sprechen miteinander

Aus diesem Grund entwickelt Bosch vernetzte Systeme, die es dem Fahrer ermöglichen, mit anderen Fahrzeugen, der Infrastruktur und anderen Verkehrsteilnehmern zu kommunizieren, wie beispielsweise der digitale Schutzschild. Damit kann eine der häufigsten Unfallursachen vermeiden werden: das Übersehen von Motorradfahrern an Kreuzungssituationen. Durch diese „digitale Sichtbarkeit“ wird der Motorradfahrer von Pkw-Fahrern erkannt und wird auch bei kritischen Situationen digital gesehen.

Das ermöglicht ein verbessertes, vorausschauendes Fahren. Eine weitere Lösung, welche die Sicherheit und den Komfort beim Motorradfahren erhöht, ist der vernetzte Horizont. Fahrer können damit um die nächste Kurve sehen und so mögliche Gefahren frühzeitig erkennen.

Kleine Fahrzeuge kommen groß raus

Nicht nur die Vernetzung, auch die Elektromobilität nimmt bei Bosch weiter Fahrt auf. In den nächsten Jahren soll der Markt für leichte Elektrofahrzeuge wie eScooter um 40 Prozent wachsen. Laut Studien werden bis 2020 rund 100 Millionen Fahrzeuge produziert.

„Kleine Elektrofahrzeuge haben weltweit eine große Zukunft. Wir sind der Meinung, urbane Elektromobilität wird vor allem in diesem Segment durchstarten“, sagt Hoheisel. Speziell dafür hat Bosch ein Seite 3 von 4 aufeinander abgestimmtes System mit Motor, Steuergerät, Batterie, Ladegerät, Display und App entwickelt – für zwei, drei oder vier Räder.

Das System ist für alle Fahrzeugklassen zwischen 0,25 und 20 Kilowatt einsetzbar und treibt beispielsweise die eSchwalbe von Govecs und den eScooter von AIMA an. Da es aus bereits entwickelten Automotive-Komponenten besteht, entstehen für die Autohersteller geringe Entwicklungsaufwendungen. Das senkt die Komplexität, reduziert Varianten und damit auch Kosten – für Hersteller und damit auch für jeden, der elektrisch durch die Stadt fahren will. Wer mit den kleinen Stromern fährt, reduziert außer Emissionen auch den Geräuschpegel. Mit all diesen Bausteinen bringt das System nicht nur effiziente Mobilität in die Stadt.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

(ID:44985860)