Suchen

Genfer Autosalon 2013 McLaren P1 kommt als Plug-in-Hybrid mit 916 PS

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Angekündigt ist er schon lange – aber über das Antriebskonzept des für den Genfer Autosalon 2013 angekündigten McLaren P1 war nur wenig zu erfahren. Jetzt haben die Briten das Geheimnis gelüftet: er wird von einem V8-Twinturbo mit 542 kW und einem Elektromotor mit 132 kW angetrieben, die ein Gesamtdrehmoment von 900 Nm liefern.

Firma zum Thema

Der McLaren P1: der Supersportwagen mit Hybridantrieb und einer Systemleistung knapp 675 kW und 900 Nm Drehmoment
Der McLaren P1: der Supersportwagen mit Hybridantrieb und einer Systemleistung knapp 675 kW und 900 Nm Drehmoment
(Bild: McLaren Automotive Limited)

Ein 3,8-Liter-Doppel-Turbo-V8-Mittelmotor und ein hochwirksamer Elektromotor liefern im McLaren P1 eine Systemleistung von 674 kW (916 PS) und ein maximales Drehmoment von 900 Nm. Die Emissionen von weniger als 200g/km im kombinierten Zyklus werden im vollelektrischen Fahrmodus auf Null reduziert, während die aus der Formel 1 abgeleiteten Technologien IPAS (Instant Power Assist System) und DRS (Drag Reduction System) eine Erhöhung der Geschwindigkeit und eine sofortige Leistungssteigerung bewirken.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 23 Bildern

Im Motorblock integrierte E-Maschine

Der 3,8-Liter-Doppel-Turbo-V8 im McLaren P1 ist eine neue Version der bekannten M838T-Einheit, die deutlich aufgerüstet wurde, um mit optimierter Kühlung und Stabilität der höheren Leistung standzuhalten. Der Motorblock hat ein Gussgehäuse, um den Elektromotor zu integrieren. Der Benzinmotor produziert 737 PS bei 7500 U/min und 720 Nm Drehmoment ab 4000 U/min. Um die Effizienz des Verbrennungsmotors zu erhöhen, wurden umfangreiche Tests und Entwicklungsarbeit mit dem McLaren Automotive Technologie-Partner Mobil 1 mit Schmier-und Hydraulikölen durchgeführt.

E-Motor liefert 250 Nm aus dem Stand heraus

Der leichte Elektromotor, entwickelt von McLaren Electronics, Teil der Unternehmensgruppe, leistet 132 kW. Der Motor liefert sofort aus dem Stillstand ein maximales Drehmoment von 260 Nm und bewirkt eine schärfere Gasannahme des McLaren P1. Gemeinsam mit dem Verbrennungsmotor wird so ein Drehmoment von 900 Nm erreicht, das bereits bei 4000 U/min einsetzt. Das von McLaren entwickelte Boost-System IPAS sorgt dafür, das bis zu 132 kW des Elektromotors umgehend zur Verfügung stehen. Diese schnelle Reaktion bietet eine spontanere Gasannahme, die eher einem Saugmotor gleicht.

Doppelkupplungs-Siebengang-Getriebe leitet die Kraft an die Hinterräder

Der Elektromotor ist direkt in das Motorgehäuse integriert und die gesamte Antriebskraft wird direkt über das Doppelkupplungs-Siebengang-Getriebe an die angetriebenen Hinterräder geleitet. So arbeiten Elektromotor und 3,8-Liter-Doppel-Turbo-V8 nahtlos zusammen.

Der E-Motor erlaubt ein schnelleres Hochschalten

Ein weiterer Vorteil ist, dass der E-Motor ein schnelleres Hochschalten ermöglicht. Dies wird durch den Einsatz eines sofortigen negativen Drehmoments am Schaltpunkt erreicht, der die Motordrehzahl so schnell und effizient wie möglich anpasst, um die gewünschte Drehzahl für das Hochschalten bereitzustellen.

Energierückgewinnung beim Gaswegnehmen

Zusätzlich zu den gewichtssparenden Maßnahmen, die im gesamten McLaren P1 umgesetzt wurden, ist auch die Optimierung der nutzbaren Energie erfolgt. Wenn der Elektromotor beim Gaswegnehmen ein zusätzliches Schleppmoment erzeugt, wird dies zur Energierückgewinnung an die Batterie geleitet

Verschiedene Betriebsmodi

Der McLaren P1 kann in verschiedenen Modi angetrieben werden, entweder vom Motor und Elektromotor zusammen oder ausschließlich durch den Elektromotor. Dies sichert Vielseitigkeit und entspannte Mobilität und ermöglicht den Einsatz in Umweltzonen und Wohngebieten mit nahezu geräuschlosen Betrieb.

Emissionslos unterwegs im E-Modus

Die maximale Leistung wird bei Verwendung beider Triebwerke zusammen erreicht, aber auch im E-Modus ist die Leistung hoch. Der E-Modus ist der sparsamste Modus mit null Auspuffemissionen. Im E-Modus kann der McLaren P1 über 10km mit rein elektrischen Strom fahren – genug für die meisten innerstädtischen Fahrten. Wenn die Batterie leer ist, wird der Benzinmotor automatisch gestartet, um die Fahrt fortzusetzen und den Akku wieder aufzuladen.

IPAS und DRS auf Knopfdruck verfügbar

Zwei im Lenkrad angebrachte Tasten, die die Systeme DRS (Drag Reduction System) und IPAS (Instant Power Assist System) aktivieren, verbessern die verfügbare Leistung des Benzin-und Elektromotors des McLaren P1 nochmals.

DRS aus der Formel 1

Das Drag Reduction System im McLaren P1 ist eine Technologie, wie sie ähnlich bei Formel-1-Autos eingesetzt wird: Eine Erhöhung der Geschwindigkeit durch Verringerung der Abtriebskräfte auf dem Heckflügel. Wo beim Formel-1 MP4-28 eine bewegliche Klappe auf dem Heckflügel diese Funktion ausführt, hat der McLaren P1 einen Heckflügel, der durch eine Veränderung des Winkels eine Verringerung des Luftwiderstand um 23% erzeugt. Das System wird sofort deaktiviert, wenn die Taste losgelassen wird oder wenn der Fahrer das Bremspedal berührt.

IPAS bringt zusätzliche Kraft beim Beschleunigen

IPAS wurde entwickelt, um zusätzliche Kraft für Hochleistungs-Beschleunigung schnell bereitzustellen und bietet 132 kW sofortige zusätzliche Leistung. Bei der Entwicklung des IPAS-Technologie für den McLaren P1 wurde die Leistungsentfaltung über Energiespeicher priorisiert. Dies wird durch bahnbrechende, leichtgewichtige Akkus erreicht, die eine größere Leistungsdichte haben als jeder andere Akku im Automobilbereich, den man heutzutage kaufen kann.

Die Akkus wiegen unr 96 kg

Die hohe Leistungsdichte wurde durch eine Kombination aus Hochleistungs-Zellen, niedrigem Gewicht und einem innovativen Kühlsystem erreicht. Das Batteriesystem wiegt nur 96 kg, und wird auf dem Unterboden des hochfesten, in Formel-1-Qualität gefertigten, Kohlefaser MonoCage-Chassis montiert. Das isoliert die Einheit im Fahrzeug, wodurch zusätzliches Gewicht durch überflüssige Batteriegehäuse eingespart wird.

Aufgrund der Menge an Energie, die von der Batterie zugeführt wird, ist eine komplexe Kühlung erforderlich, um die Leistung der Zelle und die Zuverlässigkeit zu garantieren. Das Kühlmittel wird so ausgeglichen, dass jede Zelle in der gesamten Einheit auf die gleiche Temperatur gekühlt wird.

Der McLaren P1 kann auch zuhause geladen werden

Zusätzlich zur Ladefunktion der Batterie über den Motor, ist der McLaren P1 auch mit einem Stecker-Ladegerät ausgestattet, welches die leere Batterie in nur zwei Stunden aufladen kann. Der Kunde kann wählen, ob das Plug-in-Ladegerät im Kofferraum aufbewahrt werden soll, oder es außerhalb zu lagern – in einer Garage oder den Boxen – um Gewicht zu sparen.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:44916936)