Nachhaltigkeit Forschungsprojekt Kollekt arbeitet an kreislauffähigen Wertschöpfungsketten

Von Stefanie Eckardt 2 min Lesedauer

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Wie können Fahrzeugkomponenten so entwickelt werden, dass sie kreislauffähig sind? Mit dieser Fragestellung setzt sich das Projekt Kollekt auseinander, an dem sich Forvia Hella, BMW, Covestro, Geba, Fraunhofer IEM, Fraunhofer Umsicht, die Universität Paderborn, die Hochschule Hamm-Lippstadt, das HZDR sowie die SW Maschinenservice beteiligen.

Im Rahmen des Forschungsprojekts Kollekt entwickeln die Forschungspartner kreislauffähige Fahrzeugkomponenten.(Bild:  Forvia Hella)
Im Rahmen des Forschungsprojekts Kollekt entwickeln die Forschungspartner kreislauffähige Fahrzeugkomponenten.
(Bild: Forvia Hella)

Im Verbundprojekt untersuchen Partner aus Wissenschaft und Industrie anhand eines Scheinwerfers, wie kreislauffähige Wertschöpfungsketten geschaffen werden können. Warum ist das wichtig? „Heute werden sowohl Scheinwerfer, ebenso wie viele andere Produkte, noch selten in echten Kreisläufen genutzt“, hält Dr. Michael Kleinkes, verantwortlich für die Entwicklung im Lichtbereich bei Forvia Hella fest und erklärt: „Wir erforschen daher, wie wir Materialien länger im Einsatz halten, wiederverwenden und so den Ressourcenverbrauch deutlich reduzieren können. In anderen Worten: Wir schauen uns gemeinsam mit unseren Partnern an, wie der Scheinwerfer von heute zu einem Rohstoff für morgen werden kann. Das liefert nicht zuletzt wichtige Erkenntnisse für unser Ziel, eine klimaneutrale Wertschöpfungskette zu erreichen.“

Kreislaufgerechte Produktkonzepte entwickeln

Daher haben die Partner die Entwicklung und Umsetzung kreislaufgerechter Produktkonzepte gemäß eines „Design for Circularity“-Ansatzes in den Mittelpunkt ihrer Arbeit gestellt. Gemeint ist hierbei eine Produktgestaltung, die von Beginn an auf Wiederverwertbarkeit ausgelegt ist. Das basiert auf den vier „R-Strategien“:

  • Repair (Reparatur),
  • Re-Use (Wiederverwendung),
  • Remanufacture (Wiederaufbereitung) und
  • Recycle (stoffliche Verwertung).

So sind heutige Scheinwerfer für eine einmalige Lebensdauer und eine optimale Montage ausgelegt. Die Reparatur ist daher nur sehr eingeschränkt möglich. Im Rahmen des Projekts will man untersuchen, wie zukünftige Scheinwerfer reparierbar und teilweise wiederverwertbar gemacht werden können und welche Produktions- und Logistikabläufe hierfür notwendig sind.

Grundlage für Wiederverwendung schaffen

Im Zentrum der Forschungsarbeiten steht die Realisierung einer flexiblen Demontagezelle. Unter Verwendung von Robotern und KI-basierender Datenverarbeitung wird so die Grundlage für Wiederverwendung und Recycling von Produkten in industriellem Maßstab gelegt. Hierbei wird ein digitaler Produktzwilling genutzt, um Baugruppen präzise, möglichst sortenrein und automatisiert zu zerlegen. Ergänzt wird dieser Prozess durch eine nachgelagerte, optimierte Sortierung, die Störstoffe abtrennt und Kunststofffraktionen separiert, sowie durch eine Charakterisierung und Aufbereitung der Materialien und ein mechanisches und teilweises chemisches Recycling. Nicht zuletzt sollen die Menschen als Teil des neuen Wertschöpfungssystems befähigt werden, die zirkuläre Produktgestaltung zukünftig umzusetzen und die Kreislaufwirtschaft somit erst möglich zu machen.

Kollekt baut auf den Erkenntnissen des Vorgängerprojekts Nalyses auf, das in 2026 erfolgreich abgeschlossen wurde. Während Nalyses allen voran die nachhaltige Produktgestaltung und Materialstrategien, Recyclingmöglichkeiten sowie die Nutzungsphase der Produkte betrachtet hat, setzt Kollekt hierauf auf und entwickelt nunmehr eine übergreifende zirkuläre Wertschöpfung. (se)

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