Studie In Deutschland betrachtet man Elektroautos skeptischer als in anderen Ländern

Autor: Christoph Seyerlein

BEVs und Plug-in-Hybride sind hierzulande auf dem Vormarsch. Allerdings gibt es laut einer Studie der Consors Finanz hierzulande im internationalen Vergleich größere Vorbehalte gegenüber der Elektromobilität.

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Elektroautos stehen Deutsche im internationalen Vergleich eher skeptisch gegenüber.
Elektroautos stehen Deutsche im internationalen Vergleich eher skeptisch gegenüber.
(Bild: Volkswagen)

Elektroautos gelten als Gewinner der Corona-Krise. Auch in Deutschland. Während der Absatz von Benzinern und Dieseln immer weiter einbricht, legten elektrifizierte Modelle zuletzt regelmäßig dreistellige Zuwachsraten hin. Zurückzuführen ist das auch auf hohe staatliche Subventionen.

Einer Studie der Consors Finanz zufolge gibt es in Deutschland trotz des Wachstums allerdings vergleichsweise starke Vorbehalte gegenüber der Elektromobilität. Als favorisierte Antriebsart ihres nächsten Autos tendieren die Deutschen beispielsweise mit 37 Prozent noch am häufigsten auf Benziner (international: 28 %). Lediglich 12 Prozent der Befragten aus Deutschland gaben an, sich als nächstes ein Elektroauto kaufen zu wollen. Der internationale Durchschnittswert betrug in dem Fall 17 Prozent.

Trotz der aktuell hohen Subventionen in Deutschland, scheint Geld bei der Elektromobilität weiter eine wichtige Rolle zu spielen: So hat Consors Finanz festgestellt, dass elektrifizierte Fahrzeuge bei Personen mit einem höheren Einkommen auch deutlich höher im Kurs stehen als bei Konsumenten, die weniger Geld zur Verfügung haben.

Brasilianer sind vom Nutzen am meisten überzeugt

59 Prozent der befragten Deutschen gaben zwar an, dass sie in Elektroautos eine sinnvolle Option zur Bekämpfung der globalen Erderwärmung sehen. Das war allerdings der niedrigste Wert von allen befragten Ländergruppen. Der Durchschnitt über alle hinweg lag bei 79 Prozent. Besonders hoffnungsvoll gegenüber den Stromern zeigt man sich in Brasilien: Dort stützen 94 Prozent die These des „Klimaretters Elektroauto“ stützten.

Deutlich negativer bewerten die Deutschen im internationalen Vergleich auch die Auswirkungen der Elektromobilität auf die Automobilindustrie. Während im Mittel 77 Prozent aller Befragten angaben, dass sie in Elektroautos einen Weg sehen, die Zukunft jenes Sektors zu sichern, waren es in Deutschland nur 56 Prozent.

Umfrage lief in 15 Ländern

Teilweise zeigt sich anhand der Befragung, dass Deutschland nach wie vor eine Auto-Nation ist. Zwar hält eine Mehrheit von 55 der befragten Deutschen Kritik an Fahrzeugen für gerechtfertigt. International sind es allerdings durchschnittlich 72 Prozent. An anderen Stellen der Studie kann man aber auch feststellen, dass das Auto hierzulande an Bedeutung verliert. So befürworten 70 Prozent der Deutschen, dass der Platz für Fahrzeuge in Städten reduziert werden sollte (international: 64 %). Und 45 Prozent fühlen sich sowohl in Deutschland als auch international für ein Leben ohne Auto gerüstet.

Insgesamt nahmen an der Online-Befragung zwischen 2. und 11. September 2020 über 10.000 Personen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren aus 15 Ländern (Belgien, Brasilien, China, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, Niederlande, Polen, Portugal, Südafrika, Spanien, Türkei, Großbritannien und USA) teil.

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 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Entwicklungsredakteur