Alternative AntriebeHydrogen Innovation Center Chemnitz nimmt Betrieb auf
Von
Stefanie Eckardt
3 min Lesedauer
Wasserstoff soll für den Übergang in eine postfossile Wirtschaft eine wichtige Rolle spielen – sowohl für Verkehr als auch für Energieversorgung und in industriellen Prozessen. Vor diesem Rahmen nimmt das neue Hydrogen Innovation Center in Chemnitz seine Arbeit auf. Das mit 84,4 Millionen Euro geförderte will vor allem kleine und mittleren Unternehmen sowie Startups dabei unterstützen, neue Geschäftsfelder im Bereich Wasserstofftechnologien zu erschließen.
Gaben den Startschuss für das HIC: Karl Lötsch (Geschäftsführer HIC gGmbH), Michael Kretschmer (Ministerpräsident des Freistaates Sachsen), Prof. Dr. Thomas von Unwerth (Vorstandsvorsitzender HZwo e.V. | TU Chemnitz), Thomas Kralinski (Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz), Bettina Lauer ( Leiterin Bereich Innovative und klimafreundliche Mobilität im Bundesministerium für Verkehr), Sven Schulze (Oberbürgermeister der Stadt Chemnitz) (vlnr)
(Bild: HZwo e.V. | HIC gGmbH)
„Wasserstoff und erneuerbare Kraftstoffe werden – neben der Elektromobilität – eine tragende Säule einer nachhaltigen Mobilität sein. Mit dem Start des Hydrogen Innovation Center in Chemnitz entsteht eines von vier Innovations- und Technologiezentren, die wir gezielt fördern“, erklärt Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder. „Damit beschleunigen wir den Wandel der Zulieferindustrie hin zu klimafreundlichen Antrieben. Besonders für kleine und mittlere Unternehmen eröffnen sich hier hervorragende Chancen für Forschung, Entwicklung und Innovation. Das Bundesministerium für Verkehr unterstützt dies mit rund 70 Millionen Euro.“
Hilfestellung für KMU
Sachsen mit seinen über 700 Automobilzulieferern, Maschinen- und Anlagenbauunternehmen ist eine wichtige Clusterregionen in Deutschland. Das Hydrogen Innovation Center (HIC) in Chemnitz unterstützt die Unternehmen, neue Wertschöpfungsfelder zu erschließen. Die Fokussierung des HIC auf kleine und mittlere Unternehmen adressiert eine zentrale Herausforderung der deutschen Wirtschaftsstruktur: KMU bilden das Rückgrat der deutschen Wirtschaft, verfügen aber oft nicht über die Ressourcen für eigenständige Wasserstoffforschung und -entwicklung. Das HIC will diese Lücke durch mietbare Wasserstofflabore und Teststände sowie Entwicklungsleistungen schließen, die auch für kleine und mittlere Unternehmen ohne eigene Forschungsinfrastruktur zugänglich sind. Ein Ansatz, der den Einstieg in die Wasserstoffwirtschaft erleichtern soll. Zudem bietet die Einrichtung Startups aus dem Bereich Wasserstofftechnologien attraktive Ansiedlungsbedingungen und fördert so die Schaffung neuer Arbeitsplätze in der Region.
Digitale Zwillinge von Stacks und Systemen entwickeln
Das HIC in Chemnitz ist einer von vier strategischen Standorten im nationalen Innovations- und Technologiezentrum (ITZ) Wasserstoff, die gemeinsam bis zu 290 Millionen Euro Bundesförderung erhalten. In Chemnitz entsteht auf dem 37.000 Quadratmeter großen Technologie-Campus eine Entwicklungs- und Testumgebung für Wasserstofftechnologien.
Mit dem HIC Forschungs- und Transferzentrum arbeitet ein zentraler Bestandteil des HIC bereits seit März 2025 aktiv als technologischer Dienstleister und vereint Services, die von Unternehmen unmittelbar genutzt werden können. Die Kernaufgabe liegt in der Entwicklung und im Aufbau von digitalen Zwillingen von Stacks und Systemen sowie einer virtuellen Testumgebung, die sich als unabhängige Entwicklungsplattformen einsetzen lassen. Das Leistungsangebot umfasst Entwicklung, Simulation und Spezifikationen von Stacks, Systemen und Komponenten sowie Prozessanalysen Machbarkeits-, Marktstudien und Patentrecherchen für Wasserstofftechnologien. Damit steht Unternehmen bereits heute eine praxisnahe Plattform für den Einstieg in die Wasserstoffwirtschaft zur Verfügung.
Leuchtturmprojekt des Wasserstofftechnologieclusters HZwo
Das Hydrogen Innovation Center übernimmt eine zentrale Rolle im industriellen Strukturwandel Sachsens. Der Freistaat steht mit seiner Automobil- und Zulieferindustrie exemplarisch für die Herausforderung, traditionelle Branchen in die Zukunft der Wasserstoffwirtschaft zu überführen. Als Leuchtturmprojekt zeigt das HIC, wie dieser Wandel erfolgreich gestaltet werden kann. Getragen wird das Zentrum vom Technologiecluster HZwo e.V., das seit 2017 die Entwicklung einer sächsischen Wasserstoffwirtschaft vorantreibt. Mit mehr als 160 Partnern aus Industrie und Forschung bündelt HZwo die Kräfte von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Die enge Zusammenarbeit mit Einrichtungen wie der TU Chemnitz und mehreren Fraunhofer-Instituten schafft die Basis für ein starkes Ökosystem. Ein besonderer Meilenstein ist dabei der neue Masterstudiengang „Wasserstofftechnologien“ an der TU Chemnitz, der ab dem Wintersemester 2025/26 startet und gezielt Fachkräfte für die wachsende Wasserstoffwirtschaft ausbildet. (se)
Stand: 08.12.2025
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