E-Mobilität

Hohe Strompreise belasten immer mehr E-Auto-Fahrer

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Wer weiterhin günstig elektrisch fahren will, sollte sich deshalb bei der Wahl des Modells vor allem über deren Praxisverbräuche informieren. Hier gibt es mittlerweile große Unterschiede. E-Autonutzer sind außerdem gut beraten, wenn sie im deutschen Fahrstrom-Tarif-Dschungel immer mal wieder nach günstigeren und für sie passenderen Angeboten suchen. Flexibilität und mehrgleisige Strategien können dabei nicht schaden. EnBW hat zum Beispiel parallel zur Preisanhebung drei Tarifstufen eingeführt. Für den neuen Tarif L werden Grundgebühren von 18 Euro pro Monat fällig, zugleich sinkt der Preis für eine Kilowattstunde auf 39 Cent an von EnBW betriebenen Ladesäulen sowie auf 50 Cent bei Fremdanbietern.

Wer lange Strecken fährt, sollte als Nutzer der Mobility+-App zum Beispiel in diesen Tarif wechseln. Bereits bei einer längeren Fahrt kann sich das rechnen. Alternativ ist es interessant, nach speziellen Angeboten zu schauen. Innerhalb des Ionity-Netzwerks werden zum Beispiel über Autohersteller wie Audi, Hyundai oder Mercedes gesonderte Konditionen angeboten, bei denen weiterhin kWh-Preise von 29 Cent möglich sind.

Immer weniger kostenloser Fahrstrom

Die noch bessere Alternative ist kostenloser Fahrstrom. Unter anderem Supermarktketten haben in den vergangenen Jahren von sich Reden gemacht, da sie E-Auto-Nutzern beim Einkauf diesen zur Verfügung stellen. Zu diesen Anbietern gehörte bis vor kurzem auch die Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland. Ende 2022 wurde allerdings hier auf ein Bezahlmodus umgestellt.

Mittlerweile sind nur noch wenige Anbieter mit kostenlosem Fahrstrom übrig – wie etwa Aldi Süd, wo man an den Ladesäulen während der Geschäftsöffnungszeiten mittlerweile reges Treiben sowie gelegentlich auch eine gereizte Stimmung erleben kann. Eigentlich ist das Angebot bei Aldi Süd für Supermarkt-Kunden gedacht, doch mittlerweile kommen viele Tankgäste, zum Teil sogar täglich, um kostenlosen Fahrstrom abzugreifen. Sie belegen längerfristig den Ladeplatz, während mancher Aldi-Kunde leer ausgeht. Insofern sollte es nicht wundern, wenn auch dieses Kostenlos-Angebot bald eingestellt wird.

Anders als etwa bei den Spritpreisen, die nach Rekordhöhen im Frühjahr 2022 wieder deutlich gesunken sind, ist eine Entspannung am Strommarkt und eine Rückkehr zu alten Preisen zumindest mittelfristig nicht zu erwarten. Experten gehen vielmehr davon aus, dass sich Verbraucher an die in jüngster Zeit stark gestiegenen Strompreise gewöhnen müssen. Wohl auch deshalb gilt mittlerweile die Solaranlage als das probateste Mittel, die Kosten für Fahrstrom zu senken. Wer zuhause lädt und zusätzlich zum Strom vom Versorger vor allem Strom aus der eigenen Solaranlage tankt, kann seine Fahrkosten sogar deutlich senken.

Fahrstrom aus eigener Solaranlage deutlich günstiger

Laut ADAC bewegen sich die Preise für eine Kilowattstunde Solarstrom zwischen 8 und 18 Cent und damit deutlich unter dem aktuellen Niveau für Strom aus dem Netz. Nicht getankter Strom der Solaranlage wird zudem ins Netz eingespeist und mit 7,1 bis 8,2 Cent pro kWh vergütet, was die Wirtschaftlichkeit einer Solaranlage weiter erhöht.

Die Möglichkeit, Fahrstromkosten mit einer eigenen PV-Anlage zu senken, hat allerdings längst nicht jeder. Der seit einigen Jahren weiter fortschreitende Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur ist unter anderem dazu gedacht, Autofahrern ohne Eigenheim und Zugang zu einer eigenen Wallbox die alltagstaugliche Nutzung eines E-Autos zu ermöglichen. Doch wer auf das Tanken an öffentlichen Ladesäulen angewiesen ist, könnte angesichts der stark gestiegenen Preise für Fahrstrom zumindest in finanzieller Hinsicht seinen Umstieg aufs E-Auto überdenken. Eine finanziell attraktive Alternative ist das E-Auto derzeit und perspektivisch vor allem für Eigenheimbesitzer, die in eine eigene PV-Anlage investieren.

Allerdings bleiben auch die Spritpreise nicht zwingend auf dem aktuell relativ günstigen Niveau. Wie schnell der Markt auch dort auf Preissteigerungschancen reagiert, zeigte ja das vergangene Jahr.

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