Elektromobilität Gebrauchte Stromer steigen in Kundengunst

Von Andreas Grimm

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Die technischen Entwicklungssprünge und die hohe Förderung für elektrische Neuwagen hat dem E-Gebrauchtwagenmarkt zugesetzt. Doch inzwischen steigt der Anteil der Käufer, die sich für ein gebrauchtes E-Modell erwärmen.

Gebrauchte Autos mit Stecker sind für die Käufer kein rotes Tuch mehr. Das Interesse steigt, auch wenn die Mehrheit einen Neuwagen noch immer bevorzugt.
Gebrauchte Autos mit Stecker sind für die Käufer kein rotes Tuch mehr. Das Interesse steigt, auch wenn die Mehrheit einen Neuwagen noch immer bevorzugt.
(Bild: Charging a Renault ZOE / Ivan Radic / CC BY 2.0 )

Trotz massiver staatlicher Kaufprämien für neue Elektroautos sind gebrauchte E-Modelle inzwischen auch gefragt. Wie aus aktuellen Zahlen der Deutsche Automobil Treuhand (DAT) hervorgeht, ist die Bereitschaft der Konsumenten, sich ein gebrauchtes batterieelektrisches Fahrzeug (BEV) anzuschaffen, in den letzten beiden Jahren deutlich gestiegen. Allerdings ist der Neuwagen bei Weitem die erste Wahl, wenn sich Interessenten überlegen, ein BEV-Modell anzuschaffen.

Laut dem DAT-Barometer vom 27. Juni war im Befragungszeitraum Mai für 67 Prozent der Befragten ein Neuwagen die bevorzugte Option beim E-Auto-Erwerb. Das waren 2 Prozentpunkte weniger als bei der Befragung ein Jahr zuvor. Gleichzeitig stieg der Anteil der Kaufinteressenten, für die auch ein junger Gebrauchter (nicht älter als zwölf Monate) infrage kommt, deutlich von 30 auf 40 Prozent an. Auch die Bereitschaft, ältere E-Gebrauchte zu erwerben (älter als ein Jahr), hat sich verbessert, wenn auch auf niedrigem Niveau: 10 Prozent sind inzwischen dazu bereit (2021: 7 %). Nur 4 Prozent sind bei dieser Frage noch unentschieden.

Technischer Fortschritt als Gegenargument

Zu den Gründen, warum sich die Akzeptanz gebrauchter E-Modelle verbessert hat, machte die DAT selbst keine Aussagen. Neben der grundsätzlichen weiteren Verbreitung dieser Antriebsart spielen möglicherweise auch Erkenntnisse eine Rolle, dass die Akkus von E-Fahrzeugen nur in wenigen Fällen wirklich Schaden nehmen bzw. sich die Diagnosemöglichkeiten für die Stromspeicher fortlaufend verbessern.

Während der Handel Bedenken ob der Leistungsfähigkeit der Akkus vermutlich noch mit einer entsprechenden Dokumentation der Kapazität entkräften kann, tut er sich mit dem wesentlichen Argument gegen den Kauf gebrauchter E-Autos schwerer: dem technischen Fortschritt. 34 Prozent der Befragten befürchten, mit den Kauf eines Gebrauchten veraltete Technologie zu bekommen. 30 Prozent glauben, bei den Ladezeiten nicht auf dem aktuellen Stand der Technik zu sein. Durchaus eine Herausforderung für die Hersteller ist weiterhin der Anspruch der Kunden an die Reichweite: Im Schnitt sollte sie 403 Kilometer betragen.

E-Modelle auch als Erstauto attraktiver

Die stärkere Hinwendung zu gebrauchten rein elektrischen Fahrzeugen ist eingebettet in das generell wachsende Interesse an BEV-Modellen. Für inzwischen 22 Prozent der Befragten des DAT-Barometers ist ein rein elektrisches Auto die wahrscheinlichste Wahl beim Kauf des nächsten Autos. Vor zwei Jahren lag dieser Anteil erst bei 8 Prozent. Dagegen können Hybride und Plug-in-Hybride in der Beliebtheit nur noch leicht zulegen. Stark rückläufig war zuletzt der Wunsch nach Benzinern, während der Diesel mit einem Zuspruch von gleichbleibend 11 Prozent schon länger ganz unten angekommen ist.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass ein künftiges E-Auto inzwischen weniger als optimaler Zweitwagen (mutmaßlich für die Kurzstrecke) interpretiert wird, sondern als Option für die Hauptmotorisierung: Fast jeder zweite Befragte sieht das E-Auto im Falle eines Kaufes als Hauptwagen. Dagegen sank der Anteil der Käufer, die das E-Auto als zusätzlichen Pkw sehen, binnen 20 Monaten (seit September 2019) von 45 auf 25 Prozent.

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