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Frühwarnsystem mit IR-Sensoren gegen Falschfahrer auf der Autobahn

| Redakteur: Hendrik Härter

Mit dem Frühwarnsystem „Ghostbuster“ wollen drei Jungingenieure vor Geisterfahrern warnen. Ihr sensorbasiertes System erfasst Bewegungen und ist zudem noch energiesparend.

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Das Sensor-System gegen Falschfahrer, das Daniel Gillo (l.), Benjamin Kirsch und Julian Neu (r.) an der Saar-Universität entwickelt haben, wird im oberen Teil eines Leitpfostens installiert.
Das Sensor-System gegen Falschfahrer, das Daniel Gillo (l.), Benjamin Kirsch und Julian Neu (r.) an der Saar-Universität entwickelt haben, wird im oberen Teil eines Leitpfostens installiert.
(Bild: Ehrlich/Uni Saarland)

In Deutschland gibt es täglich fünf Falschfahrer, umgangssprachlich auch Geisterfahrer genannt. Das sind auf das Jahr gerechnet 2000 Falschfahrer. Ein cleveres Sensorsystem soll Falschfahrer erkennen und Fahrer, Polizei und Verkehrsfunk sofort warnen. Entwickelt wurde das System mit dem Namen „Ghostbuster“ von drei Nachwuchswissenschaftler der Universität des Saarlandes. Für ihre solarbetriebene Erfindung, die kostengünstig in Leitpfosten am Straßenrand eingebaut wird, erhielten sie schon im Studium mehrere Preise.

Nach Testläufen auf dem Campus sammeln die drei Gründer Julian Neu, Daniel Gillo und Benjamin Kirsch mit ihren Leitpfosten jetzt Daten an saarländischen Autobahnen, um die Software ihres Systems für den Praxiseinsatz auszufeilen. Das Verkehrsministerium hat hierfür alle Zuständigen im Land – vom Straßenbauamt über die Verkehrsleitstelle bis hin zur Polizei – an einen Tisch gebracht.

IR-Sensor erfasst Bewegungen

Mit Sensoren kommen die Jungingenieure den Geisterfahrern auf die Spur: „Ein Infrarot-Bewegungssensor erfasst pausenlos jede Bewegung im Umfeld von rund zehn bis zwölf Metern des Leitpfostens“, erklärt Benjamin Kirsch. Nähert sich ein Wagen, aktiviert der Sensor zwei weitere, die an den Seiten des Leitpfostens einander gegenüberliegen. Dadurch, dass das Auto erst an einem Sensor und Sekundenbruchteile später am anderen vorbeifährt, erfasst das System, in welcher Richtung das Fahrzeug fährt.

„Weil nur einer der Sensoren ständig aktiv ist, der das System nur bei Bedarf aufweckt, arbeitet es sehr energiesparend“, ergänzt Daniel Gillo. Auch unterscheidet es zweifelsfrei Autos von anderen Störungen. „Ein Mikrofon erfasst hierzu Geräusche – allein das der Reifen auf dem Asphalt genügt schon“, erläutert er. Das Zusammenspiel der Sensoren ist bereits ausgereift, in vielen Tests haben die Gründer die Anordnung und die Signalverarbeitung optimiert. Mit den neuen Massendaten vorbeifahrender Autos von der Autobahn, verfeinern sie jetzt die Algorithmen, also die Befehle, die dem System exakt sagen, was es wann tun soll.

Start-up auf dem Uni-Campus

Die Idee zu ihrer Erfindung kam den Studenten nach einer Vorlesung von Professor Helmut Seidel. An seinem Lehrstuhl forschten Daniel Gillo, Julian Neu und Benjamin Kirsch als studentische Mitarbeiter schon während ihres Studiums. Jetzt hat ihre neue Firma T-ProTex in einem Raum des Lehrstuhls ihr Büro. „Das ist für unseren Start der ideale Rahmen. Der ständige Austausch mit Professoren, Wissenschaftlern und Experten etwa von der Kontaktstelle für Wissens- und Technologietransfer ist für uns Gold wert, von ihrem Know-how und ihrer Erfahrung profitieren wir sehr“, sagt Gründer Julian Neu abschließend.

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