Tesla Elon Musk verspricht „noch in diesem Jahr die volle Selbstfahrfähigkeit“

Quelle: dpa

Tesla hat sich in den schwarzen Zahlen etabliert, 2021 strich der US-Hersteller Rekordgewinne ein. Doch Elon Musk warnt vor anhaltenden Lieferkettenproblemen und drückt bei neuen Modellen auf die Bremse. Auch in Sachen Grünheide bleibt ein Fragezeichen. Dafür soll es beim autonomen Fahren – mal wieder – entscheidend vorangehen.

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2022 wird Tesla keine neuen Modelle auf den Markt bringen.
2022 wird Tesla keine neuen Modelle auf den Markt bringen.
(Bild: Tesla)

Trotz der globalen Chipkrise und Problemen in den Lieferketten hat Tesla 2021 so viel verdient wie noch nie zuvor in einem Geschäftsjahr. Unterm Strich verbuchte der Konzern nach eigenen Angaben vom Mittwoch einen Gewinn von 5,5 Milliarden Dollar (umgerechnet rund 4,9 Mrd. Euro) und damit sechseinhalb Mal mehr als im Vorjahr. Die Erlöse kletterten um 71 Prozent auf 53,8 Milliarden Dollar, wie Tesla nach US-Börsenschluss in Austin mitteilte.

Der E-Auto-Vorreiter lieferte 2021 gut 936.000 Einheiten aus – ein Plus von 87 Prozent. Ein konkretes Absatzziel für 2022 gab Tesla nicht aus, langfristig peilt das Unternehmen jährliche Wachstumsraten von rund 50 Prozent an.

Keine neuen Modelle

Doch da es weiter in den Lieferketten hakt, drückte Konzernchef Elon Musk nun etwas auf die Bremse. „Wir werden keine neuen Fahrzeugmodelle vorstellen in diesem Jahr“, sagte der Starunternehmer bei einer Konferenzschalte mit Analysten. Es mache keinen Sinn, da es immer noch einen Mangel an Bauteilen gebe. Ein Model 2 als neues Einstiegsmodell steht damit offenbar nicht auf der Agenda. „Wir arbeiten derzeit nicht an einem 25.000-Dollar-Auto“, so Musk.

Der eigentlich schon für vergangenes Jahr geplante Produktionsstart des Elektro-Pickups „Cybertruck“ wird sich laut Musk bis mindestens 2023 verzögern, auch der Roadster wird nicht früher starten. Um die Herstellung auszuweiten, ist Tesla auch stark auf sein erstes europäisches Werk in Grünheide bei Berlin und eine neue US-Autofabrik im texanischen Austin angewiesen. Beide hängen im Zeitplan hinterher. Tesla plane mit der Einführung des Cybertrucks auch den Start für neue Technik-Features. Deren Entwicklung brauche aber noch Zeit, so der Firmenchef.

Wichtiger als die Weiterentwicklung der Modellpalette sind für Tesla in diesem Jahr offenbar Fortschritte beim autonomen Fahren. Musk erklärte, er wäre „geschockt, wenn wir nicht noch in diesem Jahr die volle Selbstfahrfähigkeit erreichen würden“. Ein Tesla solle so sicherer unterwegs sein, als mit einem Menschen am Steuer. Derartige Versprechen Musks gab es allerdings in den vergangenen Jahren immer wieder, halten konnte er sie bisher nicht.

Zum neuen Werk in Grünheide hielt sich Tesla in der Telefonkonferenz bedeckt. Nach dem Beginn der Testphase warte der Konzern weiter auf die abschließenden Produktionsgenehmigungen der Behörden in Deutschland.

Im Geschäftsbericht bezeichnete das Unternehmen 2021 als „Jahr des Durchbruchs für Tesla“. Es gebe nun keine Zweifel mehr an der Profitabilität von Elektroautos. Tesla hatte lange Zeit rote Zahlen geschrieben und erst 2020 seinen ersten Jahresgewinn seit der Firmengründung 2003 verbucht.

Rekordgewinn im vierten Quartal

Inzwischen verdient der Konzern gut: Im jüngsten Quartal stieg der Überschuss im Jahresvergleich um 760 Prozent auf 2,3 Milliarden Dollar. Der Umsatz wuchs in den drei Monaten bis Ende Dezember um 65 Prozent auf 17,7 Milliarden Dollar.

Teslas Quartalsbericht übertraf die Markterwartungen klar. Dennoch brachte die Warnung vor anhaltenden Lieferkettenproblemen die Aktie nachbörslich zeitweise unter Druck. Dabei verzeichnet Tesla weiter steigende Gewinnspannen, während die Bedeutung von Abgaszertifikaten abnimmt. Der Handel mit diesen Verschmutzungsrechten ist ein lukratives Geschäft. Im Schlussquartal setzte Tesla damit 314 Millionen Dollar um – 22 Prozent weniger als vor einem Jahr.

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