Maritime Anwendungen Elektrofahrzeuge als Zwischenspeicher versorgen Elektrofähre zu ostfriesischen Inseln

Von Stefanie Eckardt 2 min Lesedauer

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Die Hochschule Osnabrück und die Reederei Norden-Frisia erforschen im Projekt „Bi-direktionale Integration von Elektrofahrzeugen“, wie sich die Fährverbindungen zu den ostfriesischen Inseln schrittweise von fossilen Energieträgern lossagen können. Gleichzeitig soll das regionale Stromnetz deutlich entlastet werden.

Seit März 2025 ist die erste vollelektrische Personenfähre in der deutschen Nordsee unterwegs und verbindet Norddeich Mole und die Insel Norderney.(Bild:  Reederei Norden-Frisia)
Seit März 2025 ist die erste vollelektrische Personenfähre in der deutschen Nordsee unterwegs und verbindet Norddeich Mole und die Insel Norderney.
(Bild: Reederei Norden-Frisia)

Im Fokus des Projekts „Bi-direktionale Integration von Elektrofahrzeugen“, kurz BIDI-EL, steht die intelligente Verknüpfung von Elektromobilität und Energieversorgung mit einem Vehicle-to-Grid-System (V2G). Dabei werden die Elektrofahrzeuge auf dem Parkplatz der Reederei über die auf dem Gelände installierte Photovoltaikanlage geladen. Frisia betreibt seit März 2025 eine vollelektrische Personenfähre in der deutschen Nordsee. Diese verbindet Norddeich Mole und die Insel Norderney. Trifft diese im Hafen ein, kehrt sich der Energiefluss um: Dann speisen die Fahrzeugbatterien gemeinsam mit der PV-Anlage Strom in das Ladesystem der Fähre ein. Auf diese Weise werden die Fahrzeuge zu dezentralen Energiespeichern für den Betrieb der Fähre. So kann der Anteil lokal erzeugter erneuerbarer Energie deutlich erhöht und das öffentliche Netz spürbar entlastet werden.

Energieversorgungsnetze entlasten

„Die bi-direktionale Integration von Elektrofahrzeugen bietet nicht nur eine umweltfreundliche Alternative zur herkömmlichen Mobilität, sondern kann auch wesentlich zur Entlastung des Energieversorgungsnetzes beitragen“, erklärt Prof. Dr. Hans-Jürgen Pfisterer, Professor für Elektrotechnik mit dem Schwerpunkt elektrische Antriebs- und Energiewandlungssysteme an der Hochschule Osnabrück, der das Projekt zusammen mit Prof. Dr. Kai-Michael Griese wissenschaftlich begleitet. „Durch die Nutzung von Fahrzeugen als dezentrale Energiespeicher wird der Anteil regenerativer Energie maximiert, das Netz entlastet und die Fahrzeugbatterien in einem ‚Wellness-Betrieb‘ gehalten.“

Die technischen Voraussetzungen sind vielversprechend: Auf dem Gelände der Reederei ist seit 2024 eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 1.700 Kilowattpeak installiert, eine Erweiterung ist geplant. Ergänzt wird sie durch einen stationären elektrischen Speicher auf dem Parkplatz der Reederei, der nun um die Batterien der dort parkenden Elektrofahrzeuge erweitert wird.

Neue Geschäftsmodelle im Fokus

„Innovationen wie das bi-direktionale Laden sind essenziell, um zukunftsfähige Mobilitätslösungen zu schaffen“, so Pfisterer. „Das Ziel des Projektes ist es, Erkenntnisse zu gewinnen, die über die anfänglichen Projektergebnisse hinausgehen, und die Grundlage für langfristige, nachhaltige Geschäftsmodelle und Lösungen zur Energieversorgung zu schaffen“, ergänzt Griese. „Mit diesem Projekt setzen wir ein starkes Zeichen für die nachhaltige Transformation unserer Mobilität“, freut sich Olaf Weddermann, Geschäftsführer der Reederei Norden-Frisia. „Die Kombination von E-Fähre und bi-direktionalem Laden für Elektrofahrzeuge ist ein wichtiger weiterer Schritt zur Erreichung einer fossilfreien Zukunft und zur Verringerung der Umweltauswirkungen unserer Transportdienste.“

Projektpartner

Das Projekt wird von der DBU mit 164.894 Euro gefördert und läuft bis Januar 2027. Die Hochschule Osnabrück bringt als forschungsstärkste Hochschule Niedersachsens ihre interdisziplinäre Expertise in Technik, Wirtschaft und Nachhaltigkeit ein. Die Reederei Norden-Frisia, ein traditionsreiches norddeutsches Unternehmen, stellt seit über 140 Jahren Fährverbindungen zu den ostfriesischen Inseln bereit und arbeitet eng mit wissenschaftlichen Einrichtungen zusammen, um neue Lösungen für eine nachhaltige Schifffahrt zu entwickeln. (se)

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