Audi Die Transformation „wird nie mehr so langsam sein wie heute“

Autor: Christoph Seyerlein

Audi-Chef Markus Duesmann will bei den Ingolstädtern eine Fehlerkultur etablieren. Keine einfache Aufgabe, doch notwendig, um die Transformation intern zu beschleunigen. Warum der 52-Jährige vom Erfolg überzeugt ist.

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Markus Duesmann will bei Audi eine Fehlerkultur etablieren.
Markus Duesmann will bei Audi eine Fehlerkultur etablieren.
(Bild: Audi)

Seit knapp einem Jahr hat Markus Duesmann bei Audi das Sagen. Und die Aufgabe hat es in sich: Vom Diesel-Sünder soll der 52-Jährige die Ingolstädter wieder zum Sinnbild von „Vorsprung durch Technik“ machen. Mit dem Projekt „Artemis“ trägt Audi bei Kernthemen wie der Fahrzeugsoftware viel Verantwortung für den gesamten Volkswagen-Konzern.

Wie es Duesmann damit geht? Das erzählte der Manager im jüngsten Audi Mitarbeiter Podcast. „Ich bin mit ganz viel Mut auf die Welt gekommen und das meiste davon ist noch da“, sagte Duesmann. Er will die interne Transformation ohne Wenn und Aber antreiben. „Die Veränderungsgeschwindigkeit ist sehr hoch, aber sie wird nie mehr so langsam sein wie heute“, stimmte der Audi-Chef die Mannschaft auf ein weiter steigendes Tempo ein.

Wichtig ist Duesmann dabei eine Fehlerkultur. Diese habe es bei Audi bisher nicht gegeben. Das zu etablieren, sei nicht einfach. „Eine Kultur ändert sich nicht von heute auf morgen“, gab der CEO zu bedenken. Doch er mache sich selbst Druck, das hinzubekommen.

Eine frühe Entscheidung ist besser als keine. Nicht-Entscheidungen sind für die ganze Organisation eine Quälerei.

Markus Duesmann

Zentral ist es dabei für Duesmann offenbar, Hierarchien abzubauen. „Mir ist wichtig, dass die Entscheidung dort getroffen werden, wo das Knowhow liegt. Also auf möglichst niedriger Ebene“, erklärte er. Nur so könne man das Tempo erhöhen. „In der Formel 1 habe ich trainiert schnell zu entscheiden. Eine frühe Entscheidung ist besser als keine. Nicht-Entscheidungen sind für die ganze Organisation eine Quälerei.

„Ich habe ein bisschen Corona-Blues“

Ob ihn die Fülle an Aufgaben manchmal ermüde? Duesmann wiegelt ab. „Audi-Chef war und ist mein Traumjob. Es ist wirklich toll und macht mich stolz“, betonte er. Dennoch sei das letzte Jahr nicht einfach gewesen. Gerade Corona schlägt ihm gelegentlich auf's Gemüt. „Ich habe ein bisschen Corona-Blues, ich bin es wirklich leid. Aber es hilft nichts. Jetzt müssen wir ein paar Monate noch durchhalten. Aber dann wird alles wieder gut werden.“

Und in den kommenden Monaten steht bei Audi viel an. Neben den Markteinführungen neuer Modelle wie beispielsweise des E-Tron GT und des Q4 E-Tron, will der Chef vor allem die eigene Strategie nachschärfen. Mitte des Jahres soll das Ergebnis stehen. „Daran arbeiten über 500 Leute. Das wird ein Meilenstein“, weckt der 52-Jährige hohe Erwartungen. Vom Erfolg ist Duesmann überzeugt. „Audi hat enormes Potenzial. Dieses Jahr wird ein gutes Jahr. Das ist mein Gefühl.“

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Entwicklungsredakteur