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Was genau wird unter Maßnahmen für Data Governance verstanden?
Tschachtli:Data Governance setzt sich aus verschiedenen Bausteinen zusammen. Da geht es erstens um die Qualität meiner Daten. Ich muss also sicherstellen, dass alle relevanten Daten, die ich im Unternehmen nutze, korrekt sind. Ganz entscheidend ist zweitens, dass ich dabei immer rechtliche Vorgaben beachte, wie den Schutz von personenbezogenen Daten. Drittens brauche ich Data Maintenance, also die Pflege der Daten über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg, sodass sie immer aktuell sind.
Punkt Vier ist das Daten-Management. Das heißt, dass ich alle statischen Daten im Unternehmen wie Produkt-, Kunden- oder Lieferantendaten zu einem schlüssigen Ganzen zusammenführe, der Single Source of Truth. Auf diese Stammdaten-Plattform greifen dann fünftens alle Anwendungen zu, die meine Daten pflegen. So ermögliche ich verlässliche Analysen und Reports in allen Bereichen des Unternehmens. Das heißt aber auch, Data Governance muss immer bereichsübergreifend und interdisziplinär sein.

Wie genau sieht Data Governance bei Audi aus?
Göbel:Bei Audi wird das Thema Data Governance für Daten, mit denen das Unternehmen gesteuert wird, aktiv durch den Finanzbereich getrieben. Denn diese Daten laufen hier aus verschiedenen Unternehmensbereichen zusammen. Als Teil des Transformationsprogramms 1Finance for Audi ist Data Governance abteilungs- und fachbereichsübergreifend. Damit haben wir gute Erfahrungen gemacht. Wie Herr Tschachtli sagt: Entscheidend ist, dass Stammdaten korrekt und vollständig sind, an einem Ort gepflegt werden und für andere Unternehmensbereiche harmonisiert verfügbar sind. Nur so kann ich sicherstellen, dass etwa Vertrieb, Technische Entwicklung und Produktion auch ein gleiches Verständnis haben – und zwar Audi-konzernweit in allen Märkten.
Wie genau sorgen Sie dafür, dass alle Bereiche die gleiche Daten-Sprache sprechen?
Göbel:Im ersten Schritt schauen wir, welche Bereiche die jeweiligen Stammdaten nutzen. Gemeinsam legen wir dann eine einheitliche Definition fest und prüfen die Prozesse, in denen sie verarbeitet werden. Diese Standards müssen wir anschließend in der Stammdaten Plattform bereitstellen und in unseren Systemen umsetzen. Das heißt, wir schaffen die technischen Voraussetzungen dafür, dass unsere harmonisierten Daten zentral verfügbar sind und einheitlich genutzt werden können. Und natürlich geben wir unsere Erfahrung mit der Umsetzung von Data Governance an andere Unternehmensbereiche weiter. Dorthin, wo die Daten primär entstehen.

Das klingt alles sehr aufwändig und zeitintensiv…
Tschachtli:Aber Hallo. Bei Data Governance geht es nicht um schnelle Gewinne. Es geht darum, die Potenziale des Unternehmens langfristig auszuschöpfen. Bisher haben ganz viele Unternehmen einen Datenschatz, der brach liegt. Denn es braucht Ausdauer, um diesen Schatz zu heben.
Göbel:Aber diese Investition zahlt sich aus. Indem ich Daten anreichere, kombiniere und analysiere kann ich ganz neue Prozesse und Produkte erschaffen.
Tschachtli:Das ist auch für die Arbeit innerhalb eines Unternehmens wichtig. Studien belegen, dass bis zu einem Viertel der täglichen Arbeitszeit für die Suche nach Informationen verwendet wird. Informationen werden ja nicht zentral erhoben, sondern überall in unterschiedlichen Formaten und Anwendungen. Diese Daten müssen so bearbeitet werden, dass sie dem ganzen Unternehmen zur Verfügung stehen und schnell zu finden sind. So lässt sich mit Data Governance kostbare Zeit sparen.
Der Beitrag erschien im Original im Audi Blog
End-to-End-Authentifizierung ohne CAN-Netzwerkbelastung für vernetzte Fahrzeuge
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