Cellcentrics neues Brennstoffzellensystem BZA375 ist ab sofort verfügbar für Tests, Validierungen und die weitere industrielle Skalierung in einem breiten Spektrum von Schwerlastanwendungen. Im Mittelpunkt der Neuentwicklung steht ein klarer Fokus auf die Optimierung der Gesamtbetriebskosten, dem entscheidenden Faktor für Kaufentscheidungen von Heavy-Duty-Anwendungen.
Cellcentric bringt unter dem Seriennamen BZA375 sein neues Brennstoffzellensystem auf den Markt.
(Bild: Cellcentric)
„Zwei Schlüsseltechnologien werden entscheidend sein auf dem Weg zur Dekarbonisierung des Transports: batterieelektrische sowie wasserstoffbasierte Antriebe. Wir haben bereits wichtige Schritte unternommen, und das neue Brennstoffzellensystem von cellcentric ist der nächste große Meilenstein“, erklärt Karin Rådström, President & CEO von Daimler Truck.
Leistungsdaten von BZA375 auf einen Blick:
Bis zu 375 kW konstante Nettoleistung – mehr als 500 PS – aus einem Single-System-Package
20 Prozent weniger Kraftstoffverbrauch im Vergleich zur Vorgängerversion BZA150, wodurch ein voll beladener 40-Tonnen-Lkw unter realen Fahrbedingungen mit weniger als 6 Kilogramm Wasserstoff pro 100 Kilometer auskommt
40 Prozent weniger Abwärme bei 300 kW Nettoleistung im Vergleich zum BZA150, was deutlich kompaktere und kostengünstigere Kühlsysteme ermöglicht
40 Prozent höhere Leistungsdichte im Vergleich zum BZA150, was die Integration in bestehende Fahrzeugarchitekturen weiter erleichtert, und konzipiert für den Einbau in Bauräume, die ursprünglich für konventionelle 13-Liter-Dieselmotoren entwickelt wurden
40 Prozent weniger Komplexität im Vergleich zum BZA150 – dank einer deutlichen Reduzierung der Komponenten und Schnittstellen
Weniger als 500 Kilogramm Gewicht – so kann die Nutzlast auf dem Niveau gehalten werden, das Kunden von bewährter Dieseltechnologie erwarten
Das Single-System-Package von BZA375 ermöglicht den Übergang weg vom „Twin-System“-Ansatz, der bisher für BZA150 in der Zielanwendung für Schwerlast-Lkw angewendet wurde. Dieses Design reduziert Komplexität, erleichtert die Einbindung in bestehende Fahrzeugplattformen, die für Dieselantriebe ausgelegt sind, und ermöglicht eine kompaktere, kostengünstigere Integration für Nutzfahrzeughersteller.
Das System soll eine Lebensdauer von 25.000 Stunden haben. In einem Schwerlast-Lkw entspricht das einer Lebensdauer von 10 Jahren.
Die Prototypenfertigung von BZA375 hat bereits begonnen. Erste Prototypen durchlaufen seit Monaten strenge Leistungs- und Haltbarkeitstests und stehen nun den Kunden von cellcentric für eigene Test- und Validierungsaktivitäten zur Verfügung. Bereits vor der Serienproduktion werden Kunden für Tests, Validierungen und erste Flottenanwendungen größere Stückzahlen ausgereifter Prototypensysteme zur Verfügung gestellt. Die Serienproduktion wird für das Ende des Jahrzehnts vorbereitet.
Welche Zielanwendungen stehen im Fokus?
Mit der Einführung von BZA375 präsentiert Cellcentric sein Brennstoffzellensystem nicht nur als Lösung für den Langstrecken-Fernverkehr. Obwohl das System in erster Linie für schwere Fernverkehrslastwagen konzipiert und optimiert wurde, eignet es sich auch für eine breite Palette weiterer Anwendungsfälle mit vergleichbaren Anforderungen: Reisebusse, Schienenverkehr und Bergbau sowie stationäre Energieerzeugung. Angesichts der fortschreitenden Entwicklung der Wasserstoffinfrastruktur ermöglicht dieser anwendungsübergreifende Ansatz die Ein-Produkt-Strategie des Unternehmens, wodurch Skaleneffekte erzielt und die Industrialisierung der Brennstoffzellentechnologie beschleunigt werden.
Schwerlast-Lkw
Im schweren Lkw-Fernverkehr spielt die Brennstoffzellentechnologie ihre ganze Stärke aus. Fahrzeugbetreiber benötigen große Reichweiten, maximale Flexibilität und minimale Ausfallzeiten – und das alles unter hohem Kostendruck. BZA375 wurde genau für diese Anforderungen entwickelt. Mit BZA375 liegt der erwartete Kraftstoffverbrauch eines voll beladenen 40-Tonnen-Lkw unter realen Fahrbedingungen bei weniger als 6 kg H₂ pro 100 Kilometer. Das ermöglicht nachgewiesene Reichweiten von über 1.000 Kilometern, Tankzeiten, die mit denen von Diesel vergleichbar sind, und eine dauerhafte Lebensdauer von 25.000 Betriebsstunden. In Kombination mit einer deutlich verbesserten Kraftstoffeffizienz bietet dies überzeugende Gesamtbetriebskosten für die anspruchsvollsten Transportaufgaben.
Reisebusse
Durch seine Vorgängerorganisationen verfügt cellcentric über jahrzehntelange Erfahrung mit Busanwendungen. Der erste brennstoffzellenbetriebene Bus, „Nebus“, wurde bereits 1997 gebaut. In nachfolgenden Projekten haben Brennstoffzellenbusse ihre Reife im realen Betrieb unter Beweis gestellt, wobei einzelne Fahrzeuge über eine Million Kilometer mit Fahrgästen zurückgelegt haben.
Für den Fernbusverkehr ermöglichen Brennstoffzellen eine kompromisslose emissionsfreie Mobilität. Hohe Fahrgastkapazität, lange Strecken und enge Fahrpläne erfordern einen Antriebsstrang, der Reichweite, Komfort und schnelles Betanken vereint. BZA375 ermöglicht genau das und bietet einen leisen Betrieb, keine Nutzlastbeschränkungen sowie eine Betriebsflexibilität wie bei Dieselmotoren, was ihn ideal für hochwertige Langstreckenreisen macht.
Schienenverkehr
Im regionalen und überregionalen Schienenverkehr besteht ein großer Bedarf an der Dekarbonisierung von Antrieben. Nicht alle Strecken können wirtschaftlich oder technisch mit Oberleitungssystemen ausgestattet werden, während batterieelektrische Züge auf langen oder topografisch anspruchsvollen Strecken oder bei täglich langen Einsatzzeiten an ihre Grenzen stoßen. Brennstoffzellensysteme ergänzen bestehende Elektrifizierungslösungen dort, wo die Oberleitungsinfrastruktur oder der rein batterieelektrische Betrieb an ihre Grenzen gelangen: hohe Leistung, die Möglichkeit, mehrere Brennstoffzellensysteme zu einer leistungsstarken Antriebseinheit zu kombinieren, effizienter Wasserstoff-Verbrauch, kurze Betankungszeiten und große Reichweiten, abhängig von der Größe des Wasserstofftanks am Schienenfahrzeug.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Bergbau
Bergbaufahrzeuge und -maschinen sind im Dauerbetrieb – oft im Mehrschichtbetrieb rund um die Uhr – und erfordern daher hohe Zuverlässigkeit sowie minimale Standzeiten beim Betanken. Wie in vielen Lkw-Anwendungen im Straßengüterverkehr gilt auch hier: Nutzlast bedeutet Gewinn für den Betreiber. Dass Brennstoffzellen-Elektrofahrzeuge ein mit Diesel-Modellen vergleichbares Fahrzeuggewicht haben, ist daher von großem Wert. Bergwerke liegen oft weit entfernt von bewohnten Gebieten und verfügen daher selten über Hochleistungsanschlüsse an das Stromnetz. Viele Bergbauunternehmen möchten zu ESG-Zielen beitragen und erkennen, dass sie angesichts der langen Investitionszeiträume frühzeitig mit der Vorbereitung auf künftige regulatorische Anforderungen beginnen müssen. Sicherheit, Zuverlässigkeit, Service und Support über viele Jahre hinweg sind unerlässlich, und genau das kann ein etablierter Brennstoffzellenanbieter bieten.
Wasserstoff-Ökosystem hinter der Technologie
Der erfolgreiche Ausbau der Brennstoffzellentechnologie und damit das volle Marktpotenzial von BZA375 hängen von einem umfassenden und abgestimmten Wasserstoff-Ökosystem ab. Europa steht am Scheideweg. Ohne dringendes Handeln wird die Chance auf den Aufbau eines sauberen, wettbewerbsfähigen Verkehrssystems verpasst werden. Wasserstoff und sein Ökosystem spielen nicht nur für die Wirtschaft Europas eine bedeutende Rolle, sondern auch für die Resilienz Europas.
Eine kombinierte Strategie aus Batterie und Wasserstoff ist der Weg zu Netto-Null-Emissionen, während gleichzeitig Wohlstand, Arbeitsplätze und strategische Autonomie gesichert werden. Sie könnte bis 2050 300 bis 500 Milliarden Euro an Infrastrukturkosten einsparen. Der Ausbau der Wasserstoffmobilität könnte bis zu 500.000 hochqualifizierte, zukunftssichere Arbeitsplätze schaffen und Wertschöpfungsketten lokal erhalten.
Das angestrebte hohe Produktionsvolumen und das Einsatzpotenzial von BZA375 setzen zudem einen starken positiven Impuls für das Wasserstoff-Ökosystem und verdeutlichen das Potenzial, das in Wasserstoff als Energieträger steckt.
Um die EU-CO₂-Ziele für 2030 zu erreichen – eine CO₂-Reduzierung um 45 Prozent für die gesamte Lkw- und Busflotte – werden in Europa etwa 2.000 Wasserstofftankstellen für schwere Lkw und Reisebusse (700 bar / sLH₂) benötigt. Der Aufbau einer Lade- und Betankungsinfrastruktur für Batterie- und Wasserstofftechnologien im erforderlichen Umfang ist schneller und kostengünstiger als eine massive Infrastrukturmodernisierung für nur eine Technologie: Zwei Infrastrukturen sind günstiger als eine. (se)