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Bauma 2013 Bosch stellt Hybrid-Antriebe für Baustellenfahrzeuge vor

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Hybridfahrzeuge sind besponders effizient – warum sollte man sie also nicht auch bei Baumaschinen einsetzen? Bosch hat nun elektrische Hybridantriebe für Nutzfahrzeuge vorgestellt.

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Hybrid-Antrieb für Baustellenfahrzeuge: Bosch bringt elektrische Antriebe in den Off-Highway-Bereich. Ein Anwendungsbeispiel sind robuste Systeme, die Energie aus Hub- Bewegungen rückgewinnen. Auf Baustellen könnten also in Zukunft rekuperierende Hybrid-Bagger eingesetzt werden.
Hybrid-Antrieb für Baustellenfahrzeuge: Bosch bringt elektrische Antriebe in den Off-Highway-Bereich. Ein Anwendungsbeispiel sind robuste Systeme, die Energie aus Hub- Bewegungen rückgewinnen. Auf Baustellen könnten also in Zukunft rekuperierende Hybrid-Bagger eingesetzt werden.
(Bild: Bosch)

Hybride gewinnen in Zukunft deutlich an Gewicht, denn Bosch bringt die elektrischen Antriebe in den Off-Highway-Bereich. Ein Anwendungsbeispiel sind robuste Systeme, die Energie aus Hub-Bewegungen rückgewinnen. Auf Baustellen könnten also in Zukunft rekuperierende Hybrid-Bagger eingesetzt werden. Auch ein Downsizing und Downspeeding von Motoren ist mit der neuen Technologie möglich. Bis zu 40% Spritersparnis sind so denkbar.

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Kraftstoff ist der größte Kostenblock bei schweren Maschinen

Die Hybridisierung schwerer Nutzfahrzeuge steigert die Wirtschaftlichkeit also deutlich. Denn Kraftstoff ist der größte Kostenblock bei schweren Maschinen. Gleichzeitig unterstützt die neue Hybrid-Technik zukünftige Emissions-Grenzwerte: Denn durch den sinkenden Kraftstoffverbrauch, wird auch der CO2-Ausstoß gesenkt. Dabei ist der neue Antrieb gewohnt kraftvoll: Die Dauerleistung der elektrischen Maschine liegt bei 65 kW. Kurzfristig kann die Leistung auch auf bis zu 120 kW steigen, wobei ein maximales Drehmoment von 1000 Nm erreicht wird.

Common-Rail-Systeme für das Off-Highway-Segment

Mit seinen neuen Common-Rail-Systemen bringt Bosch ebenfalls erprobte Spitzentechnologie aus dem Straßenverkehr in das Off-Highway-Segment. Die hohe Qualität der robusten Einspritzsysteme ermöglicht, dass die Aggregate der starken Beanspruchung im Off-Highway standhalten.

Common-Rail-Einspritzsystem arbeitet mit bis zu 1800 bar

Stellvertretend für Qualität und Effizienz steht das CRS2-18-OHW für kleine bis mittlere Maschinen. Es basiert auf dem millionenfach im PKW bewährten CRS2-16-System. Allerdings arbeitet es mit einem höheren Druck – nämlich 1800 bar. Die CRS2-Injektoren ermöglichen zudem eine hohe Dynamik bei der Ansteuerung der Düsennadel. Dadurch sind die Abstände zwischen den Einspritzungen besonders kurz. Das führt zu einer weiteren Flexibilität bei der Applikation des Motors – die Verbrennung lässt sich optimieren und so können Emissionen und Kraftstoffverbrauch sinken. Noch einen Schritt weiter geht die Entwicklung des CRS2-20-OHW. Es wird 2014 in Serie gehen und mit einem Druck von 2000 bar arbeiten.

Mit neuem Injektor und einbaukompatibel

Für Großmaschinen ist hingegen das CRSN3-25 konzipiert. Auch hier bringt Bosch seine Hochtechnologie aus dem Nutzfahrzeug-Segment in den Off-Highway-Bereich. Das CRSN3-25 ist die neueste Erweiterung der seit 1999 bewährten Common-Rail-Familie mit über zehn Millionen gefertigten Systemen. Der Injektor arbeitet nun mit einem Einspritzdruck von bis zu 2500 bar. Seine Teile sind bis hin zum Steuerventil mit dem Raildruck beaufschlagt. Dies unterbindet ein Aussickern zwischen Nieder- und Hochdruckbereich. Das konsequent weiter entwickelte System ist einbaukompatibel und kann in Motoren mit Vorgängergenerationen eingebaut werden. Gleichzeitig unterstützt der erhöhte Einspritzdruck auch beim CRSN3-25 niedrigen Verbrauch und reduzierte Emissionen.

Sensoren liefern Informationen aus dem Antriebs- und Abgasstrang

Weitere Bosch-Produkte helfen außerhalb des Motorblocks, dass zukünftige Grenzwerte wie Tier 4 Final und Stage 4 gemeistert werden können. Abgasnachbehandlungs-Systeme und Sensoren unterstützen die Reduzierung des Schadstoffausstoßes und helfen dabei, den Verbrauch zu optimieren. Die zuverlässigen und hoch präzisen Sensoren liefern dabei Informationen aus dem Antriebs- und Abgasstrang. Diese Informationen nutzt das Departronic 2, um gezielt Diesel-Kraftstoff in das Abgas einzuspritzen. Dadurch lässt sich der geschlossene Ruß-Partikelfilter in regelmäßigen Abständen kontrolliert regenerieren.

Auch die neue Denoxtronic 6.5 unterstützt die weitere Emissionssenkung deutlich. Hier wird AdBlue (DEF) – eine Lösung von 32,5%Harnstoff in Wasser – in den Abgasstrom eingespritzt. Das System senkt den NOx-Ausstoß um bis zu 95% und reduziert den Kraftstoffverbrauch um bis zu 5%. Die neue Generation der Denoxtronic lässt sich durch einen modularen Baukasten flexibel und günstig darstellen. Dadurch ist sie auch an viele verschiedene Märkte anpassbar, da sowohl marktspezifische Anforderungen als auch verschiedene Bauraum- und Einbauanforderungen erfüllt werden können.

Bosch-Tochter liefert Abgasnachbehandlung

Das gesamte Angebot rundet das Tochter-Unternehmen Bosch Emission Systems GmbH (BESG) ab. Es ist der Systemintegrator der Bosch-Gruppe und fügt die komplette Abgasnachbehandlung zusammen. Die BESG hat für Abgassysteme einen Baukasten entwickelt, dessen Komponenten an die Einbauverhältnisse in den unterschiedlichen Anwendungen angepasst werden können. Das Unternehmen schafft es beispielsweise, Abgassysteme sogar als Retrofit-Lösung in gebrauchte Baumaschinen zu integrieren, wo diese vom Platz her nie vorgesehen waren. Dies spart Entwicklungs-, Werkzeug-, und Validierungskosten.

Darüber hinaus bietet die Bosch-Tochter einen kompletten Service aus einer Hand: Die BESG verbindet die einzelnen Komponenten zu einem für die Anwendung optimierten System und überprüft dieses laufend mit neuesten Diagnosemethoden. Neben Abgasnachbehandlungs-Systemen mit höchster Effizienz, kann der Dienstleister auch Baukastenmodule für Fahrzeuge mit bis zu 5000 kW anpassen.

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