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BMW kauft in Erfurt Batteriezellen für 1,5 Milliarden Euro

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

BMW bezieht vom chinesischen Batteriekonzern Catl Batteriezellen im Wert von vier Milliarden Euro. Vom Auftragsvolumen entfallen 1,5 Milliarden Euro auf Deutschland und 2,5 Milliarden auf China. Zudem will BMW– um Ausbeutung vorzubeugen – einzelne Rohstoffe wie Kobalt selbst einkaufen und an die Zelllieferanten weiterreichen.

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Aktuell ist Samsung der größte Zellen-Lieferant für BMW. Sie werden vor allem in den i3 aus dem Werk Leipzig eingebaut. Zukünftig könnte BMW von bis zu drei Zulieferern die Zellen beziehen.
Aktuell ist Samsung der größte Zellen-Lieferant für BMW. Sie werden vor allem in den i3 aus dem Werk Leipzig eingebaut. Zukünftig könnte BMW von bis zu drei Zulieferern die Zellen beziehen.
(Bild: BMW)

BMW kauft Batteriezellen im Wert von vier Milliarden Euro beim größten chinesischen Hersteller Catl. Zellen im Wert von 1,5 Milliarden sollen ab 2021 aus der geplanten Fabrik in Erfurt kommen, sagte BMW-Einkaufsvorstand Markus Duesmann am Montag in München. Von Erfurt würden die Zellen dann ins 400 Kilometer entfernte BMW-Werk Dingolfing gefahren, wo sie zu Modulen für den vollelektrischen BMW i-next zusammengebaut würden. Zellen für weitere 2,5 Milliarden Euro kauft BMW bei Catl in China - unter anderem für den Elektro-Mini, der schon ab nächstem Jahr in Oxford vom Band läuft.

„Wäre nicht schlecht, wenn auch Daimler in Erfurt kauft“

BMW sei Erstkunde des Catls-Werks in Erfurt. Weil größere Produktionsmengen die Kosten pro Stück senken, wäre es „nicht schlecht, wenn auch Daimler in Erfurt kauft“, sagte Duesmann. Gemeinsam einkaufen wollen BMW und Daimler indes nicht, auch wenn sie sonst bei der Beschaffung im Rahmen einer langjährigen Kooperation häufig zusammenarbeiten. “Die Zelle macht die Batterie unterschiedlich”, sagte Duesmann. Über eine solche Differenzierung bei Ladegeschwindigkeit oder Reichweite können sich die Marken von der Konkurrenz abheben.

Aktuell ist Samsung der größte Zellen-Lieferant für BMW. Sie werden vor allem in den i3 aus dem Werk Leipzig eingebaut. Denkbar sei, dass BMW künftig bei drei Zulieferern bestelle. Mit acht sei BMW „ernsthaft im Gespräch“, sagte der Vorstand. „Wir entscheiden von Projekt zu Projekt, an wen wir vergeben.“

BMW habe eine Zellenfabrik näher bei den deutschen Werken haben wollen. Bei langen Transporten aus Asien gebe es hier und da Herausforderungen. Mit Subventionen, „politischem Goodwill“ und halbwegs günstigen Lohnkosten klappe das. An den Kosten für die Fabrik in Thüringen hat sich BMW nach Duesmanns Worten beteiligt; eine Größenordnung nannte der Einkaufsvorstand jedoch nicht.

BMW kauft und liefert Kobalt selbst

Das für die Batteriezellen wichtige und teure Kobalt werde BMW selbst in Bergwerken kaufen und ab 2020 für die Zellen an Catl und Samsung liefern. So könne BMW Umwelt- und Sozialstandards einhalten. Im Kongo, wo 60 Prozent des abgebauten Kobalts herkommen, kaufe BMW nicht, sagte Duesmann und verwies auf Kinderarbeit. Langfristige Verträge mit Rohstofflieferanten, die unmenschliche Arbeitsbedingungen und Kinderarbeit ausschließen, würden derzeit abgeschlossen. Zudem arbeite BMW an der Reduzierung des Kobaltgehalts in künftigen Zellgenerationen und gemeinsam mit CATL am Recycling von Zellen.

* Mit dpa und Reuters

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