Deutsche Bahn Beben im DB-Vorstand: Pofalla geht

Ronald Pofalla galt bei der Bahn seit jeher als Reizfigur. 2015 wechselte er mit vielen Nebengeräuschen aus der Politik zum Staatskonzern. Als Infrastrukturvorstand hatte er dann manchen Misserfolg zu verantworten. Jetzt macht der 62-Jährige Schluss – und kommt damit wohl seinem Rauswurf zuvor.

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Ronald Pofalla kam im Januar 2015 zur Deutschen Bahn. Im April 2022 ist Schluss.
Ronald Pofalla kam im Januar 2015 zur Deutschen Bahn. Im April 2022 ist Schluss.
(Bild: Deutsche Bahn AG / Dominic Dupont)

Ronald Pofalla gibt Ende April seinen Posten als Infrastrukturvorstand der Deutschen Bahn auf. Das teilte der Konzern am Dienstag mit. Der 62-Jährige verlasse das Unternehmen nach gut sieben Jahren auf eigenen Wunsch, heißt es in der Mitteilung. Pofalla, einst Chef des Bundeskanzleramts unter Angela Merkel, war im Januar 2015 aus der Politik zur Bahn gewechselt. Seit 2017 war er für die Infrastruktur zuständig. Wer auf Pofalla folgt, ist unklar.

Der Schritt kommt überraschend, hatte der Aufsichtsrat Pofallas Vertrag erst vor knapp einem Jahr bis Juli 2025 verlängert. Allerdings stand der ehemalige CDU-Politiker aufgrund der maroden Schienen-Infrastruktur, des Investitionsstaus, immer höherer Schuldenberge und Milliarden-Baustellen wie Stuttgart 21 auch regelmäßig im Zentrum der Politik.

Mit dem Regierungswechsel in Berlin dürfte nun der Druck weiter gewachsen sein. Ohne die Union in der Regierung fehlten Pofalla ehemalige Weggefährten und Fürsprecher. Der neue Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) will die Bahn reformieren. Unwahrscheinlich, dass er seine Pläne ohne Personalwechsel verwirklichen könnte. Manches Medium mutmaßte am Dienstag auch deshalb, das Pofalla mit seinem Abgang einem Rauswurf zuvorgekommen sei. Wissing plant offenbar eine eigene, unabhängige Einheit für die Infrastruktur der Bahn.

Wie geht es für Pofalla weiter?

Ob sich Pofalla nun komplett zurückzieht, ist unklar. Immerhin hätte ihm bei einer Absetzung eine hohe Abfindung gewunken. Durch den Rücktritt entfällt dieser Anspruch. Gerüchten zufolge hat der 62-Jährige aber schon eine neue Aufgabe in Aussicht. Wo ist nicht bekannt. Pofalla selbst sagte zum Abschied: „Nach mehr als sieben Jahren im Unternehmen ist es an der Zeit, zu meinem nächsten Lebensabschnitt aufzubrechen.“

DB-Aufsichtsratschef Michael Odenwald erklärte am Dienstag: „Die Beweggründe von Herrn Pofalla kann ich gut verstehen. Dennoch ist seine Entscheidung bedauerlich. Wir wünschen ihm für die Zukunft alles erdenklich Gute.“ Auch von Konzernchef Richard Lutz gab es warme Worte: „Ronald Pofalla ist weit über die DB hinaus ein hoch geschätzter Kollege, der unsere Strategie ‚Starke Schiene‘ maßgeblich mitgestaltet hat. Auch wir als Vorstand danken ihm sehr für sein unermüdliches Engagement für eine bessere Eisenbahn. Früh hat er die Chancen der Digitalisierung für die Schiene erkannt und wichtige Weichen gestellt. Für sein künftiges Leben wünschen wir ihm ebenfalls nur das Beste.“

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