Autonome Shuttles Aus für „Olli“: Local Motors streicht offenbar die Segel

Mit autonomen Shuttles, die auf Basis von Open Source und aus Teilen aus dem 3D-Drucker entstanden, wollte Local Motors dazu beitragen, lokale Verkehrsanwendung nachhaltiger zu gestalten. Doch nun geht es für den Hersteller des auch hierzulande bekannten „Olli“ offenbar nicht weiter.

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Local Motors wurde 2007 gegründet. Jetzt ist für den Hersteller autonomer Shuttles offenbar Schluss.
Local Motors wurde 2007 gegründet. Jetzt ist für den Hersteller autonomer Shuttles offenbar Schluss.
(Bild: Local Motors)

Local Motors, ein US-Hersteller von autonomen Elektro-Shuttles, steht allem Anschein nach vor dem Aus. Verschiedene US-Medien griffen Linkedin-Beiträge von teils hochrangigen Mitarbeitern auf, in denen diese über das Ende der Firma berichten. Beispielsweise schrieb Vertriebschef Chris Stoner, dass Local Motors zum 14. Januar aufgehört habe zu existieren. Der ehemalige IT-Vizepräsident Jeff Hollowell erklärte, das die Firma ihre Türen bereits geschlossen habe. Eine offizielle Mitteilung des Unternehmens gibt es bislang nicht.

Local Motors wurde 2007 gegründet. Die Firma setzte in der Entwicklung autonomer Fahrzeuge unter anderem auf einen Open-Source-Ansatz und 3D-Druck. Die Ideen von über 30.000 Personen sollen in die Produkte eingeflossen sein. Darüber hinaus kooperierte das Unternehmen mit teils namhaften Partnern, beispielsweise Siemens.

2016 kam der „Olli“

Erstes Modell der US-Amerikaner war noch ein Wüstenbuggy namens „Rallye Fighter“ mit V8-Motor. 2016 stellte Local Motors dann den autonomen Kleinbus „Olli“ vor. Auch hierzulande wurde die Firma damit bekannt. 2017 präsentierte der damalige Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer ein solches Gefährt im Look der Deutschen Bahn. Geplant war, den bis zu 40 km/h schnellen 12-Sitzer für ein Pilotprojekt im niederbayerischen Bad Birnbach einzusetzen. Letztlich machte dort allerdings der Kleinbus EZ10 von Ligier das Rennen. Der Olli war zumindest zeitweise in Berlin im Auftrag der Bahn auf dem Euref-Campus unterwegs.

2019 stellte Local Motors dann eine neue Version des autonomen Shuttles vor. Nun ist dem Unternehmen aber offenbar das Geld ausgegangen, um die Produktion wirklich in Fahrt bringen zu können. Die Corona-Pandemie dürfte dabei eine Rolle spielen: Tests mit dem Olii 2.0 in Toronto musste die Firma wegen der erhobenen Gesundheitsmaßnahmen zur Eindämmung des Virus einstellen. Zudem machte ein Olli der ersten Generation negative Schlagzeilen, als er in einen Unfall in Toronto verwickelt war, bei dem ein Insasse schwer verletzt wurde.

Erst im Sommer 2021 hatten Local Motors und Door2door eine Kooperation verkündet. Mithilfe der Software des Berliner Start-ups sollten die autonomen Shuttles der US-Amerikaner auf das nächste Level gehoben werden. Doch daraus wird nun allem Anschein nach nichts.

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