Luftfahrt Airbus und MTU Aero Engines: Joint Venture für Wasserstoff-Brennstoffzellen-Triebwerke

Von Stefanie Eckardt 2 min Lesedauer

Airbus und MTU Aero Engines planen, ein Joint Venture zu gründen, das an der Entwicklung und Vermarktung eines vollelektrischen Wasserstoff-Brennstoffzellen-Triebwerks arbeitet. Die beiden Unternehmen bauen damit ihre bisherige Partnerschaft aus.

Airbus und MTU Aero Engines wollen ein Joint Venture für die Entwicklung und Vermarktung von Wasserstoff-Brennstoffzellenantriebssystemen gründen, das 2027 seinen Betrieb aufnehmen soll. (Bild:  Airbus)
Airbus und MTU Aero Engines wollen ein Joint Venture für die Entwicklung und Vermarktung von Wasserstoff-Brennstoffzellenantriebssystemen gründen, das 2027 seinen Betrieb aufnehmen soll.
(Bild: Airbus)

Im Rahmen der Paris Air Show im Juni des letzten Jahres haben Airbus und MTU Aero Engines bereits bekanntgegeben, dass sie die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens beabsichtigen. Nun nehmen dieses Pläne Gestalt an.

Mit einer explizit für das Joint Venture vorgesehenen agilen Organisationsstruktur wollen die Partner die Technologieentwicklung, Konstruktion, Erprobung und Zertifizierung eines Antriebssystems für die Luftfahrt auf Basis einer Wasserstoff-Brennstoffzelle vorantreiben. Das neue Unternehmen wird von Airbus und MTU mit all ihren Kompetenzen sowie durch verschiedene Entwicklungs- und Fertigungsteams beider Organisationen unterstützt.

Potenzial von Wasserstoff nutzen

Wasserstoff hat das Potenzial, eine entscheidende Rolle dabei zu spielen, die Klimaauswirkungen des Luftverkehrs langfristig erheblich zu reduzieren und den Luftverkehr in einer Weise zu verändern, die mit den Auswirkungen von Elektrofahrzeugen im Automobilsektor vergleichbar ist. „Unser geplantes Joint Venture ist der nächste logische Schritt in unserer gemeinsamen Vision eines wasserstoffbasierten Antriebskonzepts für die Luftfahrt“, erklärt Bruno Fichefeux, Leiter des Bereichs Future Programmes bei Airbus. „Indem wir unsere jeweiligen Technologien und unser Fachwissen in einer eigens dafür gegründeten Einheit bündeln, schaffen wir ein europäisches Kraftzentrum, das in der Lage ist, Spitzenforschung in industrialisierte, zertifizierbare neue Antriebssysteme umzusetzen. Dieses Unternehmen wird dazu beitragen, strategische Souveränität bei den Luftfahrttechnologien der nächsten Generation zu sichern und gleichzeitig unsere Fähigkeit stärken, das langfristige ZEROe-Ziel zu erreichen“, ist er sich sicher. Dr. Stefan Weber, SVP Engineering and Technology bei MTU Aero Engines ergänzt: „Dieses Projekt ist ein entscheidender Meilenstein auf unserem Weg zum ersten wasserstoffbetriebenen Triebwerk – und das ist echte europäische Technologieführerschaft. Zu diesem Zweck wollen wir ein Unternehmen gründen, das den gesamten Lebenszyklus von Brennstoffzellen-Antriebssträngen abdeckt – von der Entwicklung über die Erprobung und Zertifizierung bis hin zur Kommerzialisierung.“

Joint Venture soll 2027 starten

Diese Vereinbarung steht unter dem Vorbehalt der üblichen behördlichen Genehmigungen und des Abschlusses der betrieblichen Verfahren auf europäischer und nationaler Ebene. Das neue Joint Venture soll aller Voraussicht nach im Jahr 2027 den Betrieb aufnehmen.

Über die Triebwerkstechnologien hinaus wollen Airbus und die MTU weiterhin daran arbeiten, auch eine Wasserstoff-Luftfahrtwirtschaft aufzubauen und die damit verbundenen rechtlichen Rahmenbedingungen voranzutreiben, die maßgeblich für die Einführung des wasserstoffbetriebenen Flugverkehrs in großem Maßstab sind. (se)

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