Hohe Spritpreise 40 Prozent wollen ihr Auto öfter stehen lassen

Sprit war in letzter Zeit teuer wie selten zuvor. Perspektivisch wird sich daran nichts ändern, im Gegenteil. Doch was bedeutet das für das Mobilitätsverhalten der Verbraucher? Eine Umfrage gibt darüber Aufschluss.

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Die Spritpreise lagen in Deutschland in den letzten Wochen zumeist noch deutlich höher als auf diesem Bild.
Die Spritpreise lagen in Deutschland in den letzten Wochen zumeist noch deutlich höher als auf diesem Bild.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Die Spritpreise in Deutschland sind seit einigen Wochen hoch wie selten zuvor – zum Ärger vieler Autofahrer. Langfristig wird sich daran allerdings wohl kaum etwas ändern. Im Gegenteil: Bundesverkehrsminister Volker Wissing erklärte kürzlich, fossile Kraftstoffe würden in Zukunft noch teurer.

Der Verbraucherzentrale-Bundesverband (vzbv) nahm das zum Anlass, bei Bürgern nachzufragen, wie sich die Entwicklung auf ihr Mobilitätsverhalten auswirkt. Die Ergebnisse zeigen: Viele richten sich zumindest teilweise neu aus. Von insgesamt 1.001 befragten Personen im Alter von mindestens 18 Jahren gaben 40 Prozent an, aufgrund der Preissteigerungen an den Tankstellen ihr Auto häufiger stehen lassen und stattdessen auf Fahrrad, Bus oder Bahn umsteigen zu wollen.

Nur eine Minderheit erwägt stattdessen, den eigenen Pkw komplett abzuschaffen (7 %), 14 Prozent erklärten, schon jetzt kein Auto zu fahren. Fast ein Viertel zeigte sich von den gestiegenen Kosten unbeeindruckt und will dementsprechend am eigenen Mobilitätsverhalten nichts ändern. 23 Prozent gaben an, zwar sparen zu wollen, allerdings an anderer Stelle als beim Autofahren. Für 14 Prozent ist der Umstieg auf ein Elektroauto infolge der Entwicklungen eine Option. Bei der Umfrage waren Mehrfachantworten möglich.

Vzbv-Vorstand Klaus Müller wertet die Umfrageergebnisse als Signal, dass eine Mehrheit ihr Verhalten ändern wolle. „Damit der Umstieg aber keinen Frust erzeugt, muss Bundesverkehrsminister Volker Wissing sofort ein Zukunftsprogramm für den ÖPNV auf die Agenda setzen. Das Angebot muss nicht nur in ländlichen Regionen erhöht, Verbindungen verbessert und Informationen zuverlässiger werden“, fordert Müller.

Verbraucherzentrale fordert bessere Lademöglichkeiten

Zudem machte er sich dafür stark, Elektromobilität noch attraktiver für Verbraucher zu gestalten. Dafür brauche es eine ausreichende und leicht zugängliche Ladeinfrastruktur, meint Müller. „Einfaches Bezahlen, faire Preise und transparente Informationen sind die Schlüsselfaktoren“, sagte er.

Der Bundesverband setzt sich dafür ein, dass ab 2023 alle neuen Ladesäulen in Europa mit Lesegeräten für Debit- oder Kreditkarten ausgestattet sind. In Deutschland wird das ab dem 1. Juli 2023 vom Gesetzgeber gefordert. Die Maßnahme ist allerdings nicht unumstritten. Beispielsweise hatten sich der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft, der Verbands der Automobilindustrie und der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie dagegen ausgesprochen.

Ihre Begründung: Die Technik sei veraltet und ein Innovations-Hemmer. „Vom Online Handel über soziale Netzwerke bis hin zum Arbeitsplatz. Im Jahr 2030 werden digitale Lösungen in allen Lebensbereichen die Regel und nicht die Ausnahme sein“, hatte es in einem Appell der Verbände vor der Entscheidung des Bundesrates im vergangenen September geheißen. Elektromobilität sei nicht anders. „EC-Kartenterminals als teure Back-Up-Bezahloption braucht in 2030 kein Mensch mehr. Sie sind dann ein Anachronismus wie Telefonhäuschen heute als Back-up für Smartphone-Nutzer.“ Mit seinen Anmerkungen blieb das Trio allerdings erfolglos.

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