ÖPNV Wissing will Nachfolger für 9-Euro-Ticket mit einfacher Tarifstruktur

Quelle: dpa

DIe Idee eines simplen, bundesweiten Nahverkehrstickets kam an. Eine Nachfolgelösung hat viele Befürworter. Wie diese strukturiert sein könnte und was ein solches Ticket kosten könnte, ist jedoch unklar.

(Bild: VRR/Dennis Stratmann)

Künftig wird es im Nahverkehr wieder teurer. Zeitgleich mit dem Tankrabatt läuft auch das 9-Euro-Ticket aus und es gelten wieder die alten, höheren Preise. Dass es mit der Idee eines simplen, bundesweiten Nahverkehrstickets irgendwie weitergehen soll, darüber herrscht inzwischen weitgehende Einigkeit.

Auch Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) ist dafür. „Volker Wissing hat mich überzeugt: Er kann mit einem Bruchteil der Finanzmittel des 9-Euro-Tickets ein bundesweit nutzbares, digital buchbares Ticket realisieren“, schrieb Lindner auf Twitter zu einem Foto, das ihn mit dem Bundesverkehrsminister zeigt.

Wissing fordert einfachere Tarifstrukturen

Der hatte zuletzt auf eine Vereinfachung der Tarifstrukturen gepocht. „Die Menschen haben durch den Kauf dieser vielen Tickets darüber abgestimmt, dass es so nicht bleiben soll“, sagte der Wissing am Mittwoch im Deutschlandfunk mit Blick auf die Vielfalt an Tarifzonen und Verkehrsverbünden. „Deshalb werden wir uns dafür einsetzen, dass es nicht wieder zum Rückfall in die alten Tarifstrukturen kommt so wie jetzt kurzfristig ab dem 1. September.“

Vorschläge liegen einige auf dem Tisch: 29, 49, 69 Euro im Monat – oder 365 Euro im Jahr. Wissing ist jedoch wichtig, dass für einen Nachfolger des 9-Euro-Tickets zuerst die Struktur des Tickets und seine Finanzierung geklärt wird - und dann der Preis. Unter diesen Voraussetzungen sei der Bund auch bereit, einen Beitrag zur Finanzierung zu leisten, sagte der Verkehrsminister. „Man kann nicht vom Bund erwarten, dass er einfach Geld auf den Tisch legt, wenn die Länder selbst keine Vorschläge haben, wie das neue Ticket aussehen soll.“

Verbraucherschützer: Absurde Situation

Verbraucherschützer drängen auf eine schnelle Lösung. Das sang- und klanglose Auslaufen des Angebots zum 1. September sei die denkbar schlechteste Nachricht, sagte die Chefin des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (VZBV), Ramona Pop. „Das Ticket hat laut Untersuchungen die Inflation gedämpft, Energie eingespart, Geldbeutel und Klima entlastet und einen Impuls für die dringend nötige Verkehrswende gegeben.“

Das Ende des Tickets führe nun zu einer absurden Situation, sagte Pop. „Erst hat die Politik die Leute mit einem günstigen ÖPNV-Ticket angelockt. Nun werden sie mit Preiserhöhungen abgeschreckt - schließlich haben einige Verkehrsbetriebe bereits deutliche Preiserhöhungen angekündigt.“ Die Bundesregierung sollte aufhören zu streiten und ein dauerhaft günstiges Ticket auf den Weg bringen, forderte die Verbraucherschützerin.

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