Studie Wer sich umweltfreundliche Antriebe leisten kann – und wer nicht

Redakteur: Dorothee Quitter

Umweltfreundliche E-Fahrzeuge sind teuer und nicht für alle Einkommensgruppen eine Option. Die Corona-Pandemie hat diese Situation noch verschärft. Welche Rolle das Einkommen bei der Wahl des Antriebs steht.

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Elektroautos wie der ID 3 von Volkswagen sollen den Verkehr umweltfreundlicher machen – doch nicht alle können sich die neuen Stromer leisten.
Elektroautos wie der ID 3 von Volkswagen sollen den Verkehr umweltfreundlicher machen – doch nicht alle können sich die neuen Stromer leisten.
(Bild: Volkswagen)

Zur Eindämmung des Klimawandels planen weltweit immer mehr Länder, Fahrzeuge mit Diesel- und Benzinmotoren zu verbieten. Für Verbraucher mit niedrigem und mittlerem Einkommen führt das häufig zu einem Dilemma. Viele von ihnen brauchen aufgrund ihrer Lebensumstände oder der Infrastruktur vor Ort ein Auto. Ein neues, umweltfreundlicheres Fahrzeug können sie sich jedoch meist nur schwer leisten.

Die Corona-Pandemie hat diese Situation noch verschärft. Laut dem Automobilbarometer 2021 von Consors Finanz wollen aufgrund der Corona-Krise 35 Prozent der Konsumentinnen und Konsumenten weltweit und in Deutschland 28 Prozent weniger Geld für den geplanten Autokauf ausgeben. Bei der Gruppe der Geringverdiener sind es weltweit knapp 40 Prozent, in Deutschland sogar knapp die Hälfte (48 Prozent). Bei den Haushalten mit mittlerem Einkommen sind es weltweit 36 Prozent und in Deutschland 27 Prozent.

Wahl des Antriebs hängt vom Einkommen ab

Die Studie zeigt auch auf, dass trotz staatlicher Förderung E-Autos für einen Teil der einkommensschwächeren Befragten unerschwinglich bleiben. Schließlich muss nicht nur der Wagen, sondern oft auch die Ladestation vor der Haustür finanziert werden. So überrascht es nicht, dass 30 Prozent der Befragten mit niedrigem Einkommen weltweit beim nächsten Autokauf statt eines Elektro- oder Hybrid-Autos weiterhin einen Benziner einplanen und 19 Prozent einen Diesel.

In Deutschland ist die Bereitschaft etwas höher. Hier ist für 33 Prozent der Befragten mit niedrigem Einkommen der Kauf eines Elektro- oder Hybrid-Autos eine Alternative. 24 Prozent sind noch unschlüssig, welcher Antrieb es werden soll.

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Für Haushalte mit mittleren Einkommen ist der Erwerb eines Elektro- oder Hybridwagens schon eher eine Option. Bereits 24 Prozent weltweit beabsichtigen, einen Hybrid und jeder Sechste ein reines Elektroauto anzuschaffen. 31 Prozent bleiben beim Benziner. In Deutschland würde sich hingegen weiterhin knapp die Hälfte der Befragten mit mittlerem Einkommen für einen Benziner entscheiden, nur 18 Prozent für einen Hybrid- und 14 Prozent für ein Elektroauto.

Über die Studie „Automobilbarometer 2021“

Das Automobilbarometer International wird jährlich von Consors Finanz herausgegeben. Die Verbraucherstudie wurde vom 2. bis 11. September 2020 durch Harris Interactive in 15 Ländern durchgeführt: Belgien, Brasilien, China, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, den Niederlanden, Polen, Portugal, Südafrika, Spanien, Türkei, Großbritannien und den USA. Insgesamt wurden über 10.000 Personen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren befragt. Diese Personen wurden aus einer repräsentativen nationalen Stichprobe des jeweiligen Landes ausgewählt.

Zur Studie „Automobilbarometer 2021“

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