Verkehrswende Was sich Stadt- und Landbewohner vom ÖPNV wünschen

Soll eine Verkehrswende gelingen, müssen öffentliche Verkehrsmittel attraktiver werden. Eine Auswertung der KfW zeigt nun, dass das Interesse der Bürger durchaus gegeben ist – sowohl in der Stadt als auch auf dem Land. Die Wünsche jener Gruppen an den ÖPNV gehen aber wenig überraschend auseinander.

Stadtbewohner wünschen sich bessere ÖPNV-Preise, Menschen auf dem Land eine bessere Anbindung.
Stadtbewohner wünschen sich bessere ÖPNV-Preise, Menschen auf dem Land eine bessere Anbindung.
(Bild: ADAC/Eva Fleischmann)

Viele Menschen in Deutschland wären unter gewissen Voraussetzungen bereit, öffentliche Verkehrsmittel häufiger zu nutzen. Laut einer Auswertung von KfW Research gilt das sowohl für Stadt- als auch Landbewohner. Insgesamt wurden rund 4.000 Haushalte befragt. 75 Prozent davon können sich grundsätzlich vorstellen, öfter auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen.

Wenig überraschend gehen die Vorstellungen, wie ein besserer ÖPNV aussehen könnte, in jenen Gruppen auseinander. Auf dem Land dominiert der Wunsch nach einer besseren Anbindung. 71 Prozent jener Befragten gaben an, dass sie unter solchen Umständen öffentliche Verkehrsmittel häufiger nutzen würden.

An Haltestellen besteht eigentlich kein Mangel. Für knapp 94 Prozent aller Menschen in Deutschland sind es höchstens 400 Meter bis zur nächsten Bushaltestelle, wie die Deutsche-Bahn-Tochter Ioki ausgerechnet hat. Doch oft fährt da kaum was. An mehr als jeder dritten Haltestelle kann man demnach nicht mal einmal pro Stunde in die eine oder die andere Richtung fahren. Gerade in Dörfern fehlten akzeptable Möglichkeiten, um die täglichen Wege mit Bus und Bahn zurückzulegen. Sammeltaxis auf Abruf seien eine Alternative.

In den Städten dominiert dagegen der Wunsch nach günstigeren Tickets. 58 Prozent gaben den Kostenaspekt als wichtigsten Faktor an.

Fahrrad auch auf dem Land gefragt

Auch mit dem Radverkehr haben sich die Autoren der Auswertung befasst. Dabei könnte eine bessere Infrastruktur zu steigender Nutzung führen. 54 Prozent der befragten Haushalte wünschen sich Investitionen in Radwege und Co. Immerhin 45 Prozent gaben an, dass eine bessere Vernetzung mit dem ÖPNV die Attraktivität des Rads für sie steigern würde. Beide Aspekte gelten laut der KfW in ähnlichem Maße sowohl für Stadt und Land.

Nach wie vor eine gewichtige Rolle spielt allerdings auch das Auto. Aktuell besitzt ein Haushalt hierzulande durchschnittlich 1,14 Pkws. Vor allem auf dem Land setzen viele Bürger auf das Auto: Dort kommen sogar 1,64 Fahrzeuge auf einen Haushalt. Mit dem Auto legen Menschen hierzulande auch die meisten Kilometer zurück. Nur 20,5 Prozent beträgt der Anteil von Bussen und Bahnen sowie Fuß- und Radverkehr, wie das Umweltbundesamt für 2019 ausgerechnet hat. Damit Deutschland seine Klimaziele erreicht, empfiehlt es millionenfach auf E-Autos umzusteigen und insgesamt deutlich weniger Auto zu fahren.

Mit Material von dpa

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