Neue Geschäftsmodelle VW bringt Auto-Abo an den Start und will noch 2021 Marktführer werden

Autor: Christoph Seyerlein

Mit VW steigt die nächste Marke ins Geschäft mit Auto-Abos ein. Und die Wolfsburger planen groß. Das Abo stellt nur den Auftakt zu einer Offensive im Mobilitäts-Umfeld dar.

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VW bietet seine Elektro-Modelle ID 3 und ID 4 ab sofort auch im Auto-Abo an.
VW bietet seine Elektro-Modelle ID 3 und ID 4 ab sofort auch im Auto-Abo an.
(Bild: Volkswagen)

Seit gut einem Dreivierteljahr hatte Volkswagen Financial Services (VWFS) ein VW-Auto-Abo bereits getestet. Nun geht VW Pkw damit in die Breite. Die Wolfsburger verkündeten am Mittwoch den großen Rollout ihres Angebots. Zum Start gibt es mehr als 2.000 junge Gebrauchtwagen von ID 3 und ID 4. Das VW-Abo wird damit direkt zu einem der größten Angebote auf dem deutschen Markt. Die Preise starten bei 499 Euro pro Monat für den ID 3, der ID 4 kostet mindestens 649 Euro.

Die Fahrzeuge stammen aus dem VW-Mitarbeiterleasing. Das Abo gibt es mit entweder drei oder sechs Monaten Mindestlaufzeit. Danach ist es für Kunden jederzeit flexibel kündbar. Im Vertrag ist alles außer Strom inklusive. Konkret bedeutet das: 800 Freikilometer im Monat, Full-Service mit Zulassung, Hauptuntersuchung, Wartung, Inspektion, Versicherungen und Steuern. Zum Start bietet VW Kunden zudem an, ihr Wunschfahrzeug mit einem Vorlauf von 14 Tagen an ihren Wunschstandort liefern und auch wieder abholen zu lassen.

Mobilitätsgeschäfte sollen bis 2030 bis zu 20 Prozent des Umsatzes ausmachen

Unserem Schwestermagazin »kfz-betrieb« erklärte VW-Vertriebsvorstand Klaus Zellmer im InterviewUnserem Schwestermagazin »kfz-betrieb« erklärte VW-Vertriebsvorstand Klaus Zellmer im Interview, dass die Wolfsburger noch in diesem Jahr die Marktführerschaft auf dem deutschen Abo-Markt anstreben. Perspektivisch sei es auch gut vorstellbar, dass die komplette VW-Modellpalette im Abo verfügbar sein werde. Als Zielgruppe habe die Marke vor allem Kunden im Blick, die bislang noch keinen VW fahren. Die Abwicklung erfolgt zunächst direkt über den Hersteller, später sollen Abos auch im Handel abgeschlossen werden können.

Der Einstieg ins Abo-Geschäft ist für VW nur der Auftakt zu weiteren Aktivitäten mit Mobilitätsdiensten. Laut Zellmer rechnen die Wolfsburger damit, dass bis 2030 derartige Geschäfte bereits bis zu 20 Prozent des gesamten Umsatzes ausmachen könnten. Dabei werde es nicht nur Abos geben, „sondern ganz individualisierte Angebote für Stunden, Tage, Wochen oder einen Monat“, so Zellmer.

Perspektivisch soll dabei auch Europcar eine Rolle spielen. Volkswagen hatte kürzlich die Übernahme des Autovermieters verkündet. Diesen will der Konzern nach und nach zur Mobilitätsplattform ausbauen. Dabei solle aber immer direkt zu erkennen sein, dass es sich um VW-Angebot handle, sagte Zellmer.

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 Christoph Seyerlein

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Fachredakteur Next Mobility