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Verdoppelter E-Auto-Zuschuss kostet Bund knapp zwei Milliarden

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Für die Staatskasse sind die Subventionen mit dementsprechend schnell steigenden Ausgaben verbunden: In der ersten Jahreshälfte 2020 wurden „für den Umstieg auf klimafreundliche Mobilität“ 77,6 Millionen Euro an Autokäufer ausbezahlt, wie das Bafa berichtet. Nach der Verdopplung des Zuschusses waren es dann in der zweiten Jahreshälfte bereits 575 Millionen, eine Versiebenfachung.

Und in diesem Jahr waren es bis Ende Juni dann schon 1,33 Milliarden Euro. Gefördert werden Kauf und Leasing reiner Batterieautos und Plug-in-Hybride mit aufladbaren Akkus. Subventioniert werden auch Autos mit Brennstoffzellenmotor, die aber nur in minimalen Stückzahlen zugelassen werden.

Die höheren Zuschüsse sollen einerseits der deutschen Autoindustrie helfen und andererseits zur Verminderung der CO2-Emissionen beitragen. Manche Fachleute und Verbände lehnen die hohen Subventionen ab, darunter der Bund der Steuerzahler.

Deutsche Hersteller bei Zulassungen vorn

Ein Kritikpunkt hat sich nicht bewahrheitet: Dass die Zuschüsse hauptsächlich ausländischen Herstellern zugute kommen würden. Bei den Verkaufszahlen von Batterie- und Plugin-Hybrid-Autos liegen in diesem Jahr vier deutsche Hersteller auf den ersten vier Plätzen: VW lag mit gut 59.000 Autos in der ersten Jahreshälfte vorn, gefolgt von Mercedes, BMW und Audi. Als erster ausländischer Hersteller lag Renault auf Platz fünf. Auch bei den reinen Batterieautos lag Tesla auf Platz zwei hinter VW.

Laut Verivox-Umfrage bevorzugen Privatkunden reine Elektroautos, während Plugin-Hybride eher als Firmenfahrzeuge bevorzugt werden. „Der Marktanteil der reinen Elektrofahrzeuge dürfte wegen des Kundeninteresses in den kommenden Monaten weiter steigen“, sagte Wolfgang Schütz, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich.

Reichweitenangst ist noch da

Knapp ein Drittel der Befragten glaubt, dass reine Elektroautos in den kommenden 10 Jahren die meisten Marktanteile hinzugewinnen werden. Häufigstes Argument gegen ein Elektroauto ist nach wie vor die zu geringe Reichweite, die von 46,7 Prozent der Befragten genannt wurde.

Mittelfristig könnte allerdings der Elektroauto-Boom auch an Grenzen stoßen. Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer erwartet, dass in einigen Jahren die Nachfrage nach Batterien das Angebot übersteigen wird, was die Produktion bremsen könnte.

Hofreiter will Förderung für Batteriezellproduktion und Ladenetz

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter hatte zuletzt dafür plädiert, mehr in die Förderung von Batteriezellen zu investieren. „Ich bin dafür, dass wir die bestehenden Förderungen für die europäische Zellproduktion ausweiten und mit hohen Ökostandards in der Produktion einen Wettbewerbsvorteil schaffen“, sagte er dem „Business Insider“. Deutschland dürfe sich den Markt nicht von chinesischen Unternehmen mit Billigpreisen kaputtmachen lassen, wie es zuvor beim Thema Photovoltaik passiert sei.

Zudem forderte er eine „massive Beschleunigung“ beim Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektroautos gefordert. „Ich halte 10 Milliarden Euro für die adäquate Größenordnung an öffentlichen Investitionen, die wir zügig für den Ausbau der Ladesäulen tätigen müssen“, sagte Hofreiter. Die Klagen der Chefs von VW, BMW und Daimler wegen der „kümmerlichen Dichte“ an öffentlichen Ladestationen könne er nachvollziehen. Das Verkehrsministerium habe sich hier zu wenig gekümmert.

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