Mobilitätsverhalten Umfrage: Alternativen zum Auto überzeugen noch nicht

Redakteur: Thomas Günnel

Weniger Emissionen durch Mobilität: Das will die Mehrheit der Deutschen. Vielen fehlen aber passende und günstige Alternativen.

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Vielen Deutschen fehlen gute Alternativen zum eigenen Auto.
Vielen Deutschen fehlen gute Alternativen zum eigenen Auto.
(Bild: Volkswagen)

Rund 70 Prozent der Deutschen sind bereit, ihr persönliches Mobilitätsverhalten zu verändern, um dadurch CO2-Emissionen einzusparen; in China sind es 97 Prozent, in den USA 52 Prozent. Knapp die Hälfte davon will künftig kürzere Distanzen vermehrt zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen, 26 Prozent nehmen sich einen Komplettverzicht auf Kurzstreckenflüge vor und 18 Prozent geben an, der Umwelt zuliebe vom Verbrenner auf ein E-Auto zu wechseln, in China 61 Prozent, in den USA 30 Prozent.

Das zeigt der erste Teil des „Digital Auto Report 2021“ von Strategy&, der Strategieberatung der Unternehmensberatung PwC. Die Anzahl der Deutschen, die in den kommenden zwei Jahren einen Neuwagen kaufen wollen, hat sich im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt auf jetzt 44 Prozent.

Alternativen sind zu teuer und zu selten

Obwohl integrierte, multimodale Verkehrskonzepte für das Senken der Emissionen relevant sind, wollen auch nach der Covid-19-Pandemie nur sieben Prozent verstärkt auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen. Die größten Hindernisse bei der Nutzung nachhaltiger Mobilitätskonzepte wie Bike-/ Carsharing oder ÖPNV sind für 55 Prozent zu hohe Preise, 23 Prozent wünschen sich eine bessere Verfügbarkeit beziehungsweise mehr Angebote.

Für integrierte Verkehrskonzepte müssten laut der Studienautoren große Datenmengen erhoben und miteinander vernetzt werden; Sicherheit und Privatsphäre seien dabei wichtige Kriterien. Die wachsende Bedeutung nachhaltiger Mobilität verschiebt die Priorisierung der „CASE“- Dimension (Connected-Car-Dienste, Automatisiertes Fahren, Smart Mobility und die Elektrifizierung) für Automobilhersteller – aktuell vor allem mit einem Fokus auf Elektrifizierung, aber mittel- und langfristig auch in den anderen Dimensionen.

Autonomes Fahren erst ab 2030 in der Breite

Beim autonomen Fahren ist der technologische Fortschritt ungebremst, das Zusammenspiel von Hardware, Software, Infrastruktur und regulatorischen Vorgaben bleibt jedoch komplex. Deutschland hat in den vergangenen Monaten durch die Verabschiedung eines Gesetzes zum autonomen Fahren eine wichtige Basisvoraussetzung geschaffen. Neufahrzeuge mit Level-3-/Level-4-Technik an Bord mit einem relevanten Marktanteil von mehr als 20 Prozent erwarten die Studienautoren für Europa dennoch erst ab 2030.

Das Vertrauen in autonomes Fahren sei auch mit Blick auf das subjektive Sicherheitsgefühl volatil: Im Vergleich zum Vorjahr würden sich nur noch 38 Prozent der Befragten selbst für ein vollautomatisch fahrendes Auto entscheiden, 2020 waren es 64 Prozent.

Von den Befürwortern des automatischen Fahrens sind 84 bereit, für autonome Modelle auch einen Aufpreis zu bezahlen. Bei den Connected-Car-Services halten 69 Prozent der interessierten Deutschen einen Aufpreis für gerechtfertigt. Größten Wert legen deutsche Verbraucher weiterhin auf ergänzende Sicherheitsanwendungen (69 Prozent) und Navigationsdienste (71 Prozent). Ihre Zahlungsbereitschaft für ein Komplettpaket vernetzter Dienste liegt durchschnittlich bei bis zu 150 Euro jährlich.

Für Functions-on-Demand wie das flexible Zuschalten zusätzlicher Batteriereichweite zeigen sich die deutschen Verbraucher noch spendabler: Hier sind 60 Prozent der Befragten bereit, im Schnitt bis zu 570 Euro mehr pro Jahr auszugeben.

Weitere Studienteile folgen

Die vollständigen Ergebnisse des ersten Teils des „Digital Auto Report 2021“ sind auf der Webseite von Strategy& veröffentlicht. Den zweiten und dritten Teils des Reports will die Unternehmensberatung in den kommenden Monaten veröffentlichen.

Sie enthalten Ergebnisse zu Markt- und Wachstumsprognosen und zu aktuellen Branchenbewegungen und Partnerschaften. Für die jetzt veröffentlichte Verbraucherperspektive befragte die Beratung Juli 2021 in Deutschland, den USA und China je 1.000 Konsumenten bevölkerungsrepräsentativ online.

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