Grenzüberschreitender Bahnverkehr Talgo entwickelt Hochgeschwindigkeitszug für mehrere europäische Netze

Von Dipl.-Ing. (FH) Michael Richter 2 min Lesedauer

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Mit dem Projekt BasqTrain 35 will Talgo den Einsatz von Hochgeschwindigkeitszügen über Landesgrenzen hinweg erleichtern. Vorgesehen sind 105 Millionen Euro für die Entwicklung – unter anderem für modulare Antriebe und effizientere Traktionssysteme.

Mit BasqTrain 35 will Talgo eine neue Generation von Hochgeschwindigkeitszügen entwickeln. Modulare Antriebstechnik soll den Einsatz in unterschiedlichen europäischen Bahnnetzen erleichtern.(Bild:  Talgo)
Mit BasqTrain 35 will Talgo eine neue Generation von Hochgeschwindigkeitszügen entwickeln. Modulare Antriebstechnik soll den Einsatz in unterschiedlichen europäischen Bahnnetzen erleichtern.
(Bild: Talgo)

Ein Hochgeschwindigkeitszug, der sich für unterschiedliche europäische Märkte einsetzen lässt, könnte den Entwicklungsaufwand für länderspezifische Varianten verringern. Dieses Ziel verfolgt das Projekt BasqTrain 35, das von Talgo geführt wird. Der spanische Schienenfahrzeughersteller mit Sitz in Las Rozas bei Madrid setzt dabei auf eine neue Zuggeneration mit modularer Antriebstechnik. Die Initiative soll die technische Fragmentierung des europäischen Bahnmarkts adressieren, die nach Darstellung der Projektpartner den grenzüberschreitenden Einsatz erschwert und die Herstellung verteuert.

Für das auf drei Jahre angelegte Vorhaben sind Investitionen von 105 Millionen Euro vorgesehen. Davon sollen 78 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung fließen. Talgo stellte das Projekt am 5. Oktober 2026 gemeinsam mit Vertretern der baskischen Politik und beteiligten Unternehmen vor.

Antriebstechnik soll Gewicht und Energiebedarf senken

Eine wesentliche technische Rolle übernimmt Ingeteam. Das Unternehmen bringt Leistungselektronik, Steuerungstechnik und Energiemanagement ein. Entwickelt werden sollen Lösungen für verteilte Traktionssysteme sowie neue Funktionen zur Steuerung und Überwachung. Die Partner wollen damit den Energiebedarf und das Gewicht reduzieren, den verfügbaren Bauraum besser nutzen und die Wartung vereinfachen.

Talgo plant darüber hinaus Arbeiten an Fertigungsverfahren, dem Einsatz künstlicher Intelligenz sowie Komfort und Barrierefreiheit. Eine digitale Zustandsüberwachung soll die Grundlage für vorausschauende Wartung schaffen. Messbare Verbesserungen oder konkrete technische Ausführungen nennt die Ankündigung bislang nicht.

Europäischer Einsatz bleibt ein Entwicklungsziel

Für Verkehrsunternehmen wäre eine Plattform interessant, die sich mit geringerem Anpassungsaufwand auf mehreren Netzen einsetzen lässt. Ob BasqTrain 35 diesen Vorteil erreicht, wird sich allerdings erst anhand der konkreten Fahrzeugauslegung und der späteren Einsatzmöglichkeiten beurteilen lassen.

Die Ankündigung lässt offen, welche Länder und Strecken zuerst vorgesehen sind. Auch Angaben zur Höchstgeschwindigkeit, zu unterstützten Strom- und Zugsicherungssystemen sowie zu einem Termin für die Betriebsaufnahme fehlen. Die dreijährige Projektlaufzeit ist deshalb nicht mit einer zugesagten Verfügbarkeit im Fahrgastbetrieb gleichzusetzen.

Das Vorhaben gehört zum baskischen Industrieplan Euskadi 2030. Nach Angaben der Initiatoren soll Talgo zwölf baskische Unternehmen einbinden, darunter zehn kleine und mittlere Betriebe. Hinzu kommen der Branchenverband MAFEX und Forschungseinrichtungen mit CEIT in führender Rolle. In der Region sollen durch das Projekt mehr als 140 hoch qualifizierte Arbeitsplätze entstehen. (mr)

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