System-ICs mit eingebauter „Intelligenz“ steuern wichtige Prozesse im Fahrzeug

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Bosch hat vier neue System-ICs vorgestellt: das Lambdasonden-Auswerte-IC CJ138, die Getriebebausteine CG270 und CG135 sowie den Schaltkreis CG912, der bei einem Unfall den Strom im Elektrofahrzeug abschaltet.

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Vier neue System-ICs von Bosch mit eingebauter Intelligenz steuern wichtige Prozesse im Fahrzeug.
Vier neue System-ICs von Bosch mit eingebauter Intelligenz steuern wichtige Prozesse im Fahrzeug.
(Bild: Bosch)

System-ICs sind applikationsspezifische, integrierte Schaltungen (ASICs), die auf die speziellen Anforderungen in Fahrzeugsystemen ausgelegt sind. Sie sind für spezifische Systemfunktionen entwickelt und enthalten auf einem, nur wenige Quadratmillimeter großen Siliziumchip komplexe Schaltungen mit bis zu mehreren Millionen elektronischen Einzelfunktionen.

Das Lambdasonden-Auswerte-IC CJ138 bietet gegenüber seinen Vorgängern erweiterte Möglichkeiten bei der Anpassung der Motorsteuerung an verschiedenste Lambdasonden sowie eine genaue Diagnose des Sondenkabels auf Kurzschluss oder Unterbrechung.

Der hochintegrierte Getriebebaustein CG270 übernimmt in Automatikgetrieben die präzise Regelung von bis zu zehn Hydraulikventilen und ermöglicht so, die Steuerungen für moderne, vielstufige Getriebe noch kompakter als bisher aufzubauen.

Der Getriebebaustein CG135 überwacht die Versorgungsspannungen in der Getriebesteuerung und schützt im Fehlerfall das Getriebe vor Beschädigung.

Der integrierte Schaltkreis CG912 schaltet bei einem Unfall den Strom im Elektrofahrzeug ab, damit Fahrzeuginsassen sicher sind und Rettungskräfte gefahrlos arbeiten können. Die Akkus von Elektro- und Hybridfahrzeugen liefern Hochspannung von 400 bis 800 V. Die Frage, wie sicher die Hochvolt-Batterie im Fall eines Unfalls ist, ist sowohl für Fahrzeuginsassen als auch Rettungskräfte überlebenswichtig. Damit Rettungskräfte oder Insassen nicht in Kontakt mit der Hochspannung kommen und die Gefahr von Fahrzeugbränden vermieden wird, muss bei einem Unfall die Batterie vollständig vom Fahrzeugnetz getrennt werden.

Sogenannte „Pyro-Fuses“ sprengen bei einem Unfall ganze Teile der Verbindungsleitung zur Hochvolt-Batterie mittels kleiner Treibsätze heraus, damit der Stromkreis schnell und wirkungsvoll unterbrochen wird. Der integrierte Schaltkreis CG912 kann als Bestandteil des Batteriemanagements bei einem Unfall bis zu vier dieser Pyro-Fuses in den Batteriezuleitungen auslösen. Somit besteht keine Gefahr, beim Berühren der Karosserie einen Stromschlag zu bekommen. Der Spezialbaustein sorgt zudem für die Stromversorgung des Batteriemanagements. Der CG912 von Bosch wurde ursprünglich für die Auslösung von Airbags entwickelt und ist in dieser Anwendung bereits millionenfach im Feld bewährt.

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