Schaeffler 4ePerformance – Renntechnik für die Straße im fahrenden Prüflabor

Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Der Schaeffler 4ePerformance zeigt, wie schnell sich moderne Motorsport-Technologie auf die Straße bringen lässt. Das elektrische Konzeptfahrzeug verfügt über vier Formel-E-Motoren mit einer Gesamtleistung von 880 kW (1.200 PS). Alle vier Antriebe bereits eine komplette Formel-E-Saison im Einsatz gewesen.

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Den Schaeffler 4ePerformance treiben vier Formel-E-Motoren an. Gesamtleistung: 1.200 PS. Dabei teilen sich je zwei Motoren ein Getriebegehäuse und bilden so eine elektrische "Twin-Achse".
Den Schaeffler 4ePerformance treiben vier Formel-E-Motoren an. Gesamtleistung: 1.200 PS. Dabei teilen sich je zwei Motoren ein Getriebegehäuse und bilden so eine elektrische "Twin-Achse".
(Bild: Schaeffler)

Der Schaeffler 4ePerformance liefert ein gutes Beispiel für den Technologietransfer vom Rennsport in ein seriennahes Antriebskonzept. Die vier verbauten Formel-E-Motoren mit einer Gesamtleistung von 1.200 PS stammen aus dem Formel-E-Rennboliden ABT Schaeffler FE01. Schaeffler ist seit der ersten Saison in der weltweit ersten elektrischen Rennserie Formel E aktiv. Die Elektro-Rennserie sieht Schaeffler als ideales Testlabor für die Entwicklung von Elektromobilitätstechnologien und soll auf die Unternehmensstrategie "Mobility for tomorrow" einzahlen.

Die seriennahe Entwicklungsrelevanz, bei der Wissen rund um ganzheitliches Systemverständnis, Antrieb, Software- und Batteriemanagement direkt in alle Entwicklungsbereiche der Schaeffler-Gruppe fließt, spiegelt sich ganz besonders bei diesem Konzeptfahrzeug Schaeffler 4ePerformance wider. Als Basis für das eindrucksvolle High-Performance-Fahrzeug dient die Stahlkarosserie eines Großserienfahrzeugs. Die Realisierung des Projektes geht auf eine gemeinsame Idee von Lucas di Grassi und Prof. Peter Gutzmer zurück mit dem Ziel, das Maximale aus der Formel E für die Serie zu lernen.

Insgesamt steht eine rein elektrische Antriebsleistung von bis zu 880 kW (ca. 1.200 PS) zur Verfügung, was den Konzeptboliden in unter 7 Sekunden von 0-200 km/h beschleunigt. Mittels eines Stirnradgetriebes ist jedes einzelne Triebwerk direkt an ein Rad angebunden. Dabei teilen sich je zwei Motoren ein Getriebegehäuse und bilden so eine elektrische "Twin-Achse". Mit dieser Architektur lässt sich eine radselektive Steuerung der Antriebsmomente (Torque Vectoring) realisieren. Die dafür notwendige Energie kommt aus zwei Batterien mit einer Gesamtkapazität von 64 kWh.

"Durch die freie Skalierung der Antriebsleistung stellt das Fahrzeug für Schaeffler ein fahrendes Prüflabor dar. Derzeit erproben und entwickeln wir auf Basis einer physikalischen Fahrzeug- und Reifenmodellierung unsere eigene Fahrdynamikregelung. Gerade im Bereich der softwarebasierten Fahrdynamikregelung lernen wir enorm", so Simon Opel, Leiter Sonderprojekte Motorsport bei Schaeffler.

Der Automobilzulieferer bietet eine Vielzahl von Produkten für die Elektromobilität und die Elektrifizierung des gesamten Antriebsstrangs an: von Technologien für eine 48-Volt-Hybridisierung und serienerprobten Hochvolt-Hybridmodulen bis hin zu modular aufgebauten E-Achsen, wie sie nach ersten Serienlösungen in China auch in Kürze in europäischen namhaften Oberklasse-E-Fahrzeugen zum Einsatz kommen werden.

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