Test Robuster E-Scooter: Der Niu KQi3 Sport

Quelle: sp-x

Elektrische Tretroller haben sich als praktische Fahrradalternativen für kurze Strecken etabliert. Technik und Bauweise sind mittlerweile sehr ausgereift, wie das Beispiel des Niu KQi3 Sport zeigt.

Elektrische Scooter sind gefragt: Der Niu KQi3 punktet mit guter Verarbeitung und robuster Machart.
Elektrische Scooter sind gefragt: Der Niu KQi3 punktet mit guter Verarbeitung und robuster Machart.
(Bild: Niu)

Elektrische Tretroller gehören mittlerweile in vielen Städten zum Straßenbild. Wer statt eines Miet-Geräts einen eigenen Scooter fahren möchte, kann aus einem nahezu unüberschaubaren Angebot wählen. Der chinesische Hersteller Niu will sich mit bekanntem Namen, robuster Qualität und cleverer Vernetzung von der Konkurrenz absetzen. Das gelingt größtenteils – ganz ohne Schwächen ist der KQi3 Sport aber nicht.

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Bekannt ist Niu hierzulande vor allem für seine großen E-Scooter im Vespa-Format. Mit den Tretrollern der KQi-Serie tritt das chinesische Unternehmen aber auch eine Nummer kleiner an. Das neueste Modell KQi3 gibt es als „Sport“-Modell zu Preisen ab 700 Euro, wer die 800 Euro teure „Pro“-Variante oder das „Max“-Modell für 1.000 Euro wählt, erhält mehr Motorleistung und einen größeren Akku. Für den Test muss aber der kleinste Bruder reichen. Sein Motor ist 300 Watt stark, die 365 Wh große Batterie soll für 40 Kilometer reichen.

Abgesehen von der Antriebstechnik fallen die Unterschiede zwischen den beiden Ausbaustufen des KQi3 gering aus. Auch das günstigere Modell erfreut mit wertigem Aussehen und sehr solider Machart. Zentrales Element ist das breite (17 Zentimeter) und bequeme Trittbrett, das dank des geschwungenen Designs auch optisch etwas her macht. Hinten findet sich unter einer soliden Abdeckung das Antriebsrad, vorne ist die leicht schräg stehende Lenkstange mit Gelenk zum Umklappen.

Die Kabel für Bremse und Gas verschwinden schon nach kurzer offen verlegter Strecke im Lenker und der – erfreulich helle - Frontscheinwerfer ist bündig in die Stange integriert, was den soliden Eindruck der kompletten Konstruktion noch verstärkt. Der KQi3 wirkt dadurch so robust wie eines der Sharing-Geräte, fällt aber deutlich schlanker und auch leichter aus.

Handgriffe sind nicht klappbar

Dauerhaft transportieren will man den Tretroller allerdings nicht. Der narrensichere und gut einhändig bedienbare Klappmechanismus an der Lenkstange hilft immerhin, den KQi auf kofferrraum- oder gepäcknetztaugliches Format zusammenzuklappen. Die Handgriffe sind jedoch nicht zusätzlich klappbar oder demontierbar, so dass das Gesamtpaket recht sperrig bleibt.

Auf eigener Achse ist der Niu-Roller ausgesprochen wendig und flott. Trotz der massiven Bauweise und des vergleichsweise schwachen Motors. Doch zumindest im eher ebenen Testumfeld reichen die 300 Watt Dauer- und die 600 Watt Spitzenleistung in der Regel aus. Wer in hügeliger Umgebung lebt, sollte aber lieber zum stärkeren „Pro“-Modell greifen. Die Beschleunigung ist aber auch bei der „Sport“-Variante souverän, wenn auch nicht so zackig wie bei manch anderem E-Scooter, die Höchstgeschwindigkeit ist exakt auf 20 km/h begrenzt.

Als Reichweite gibt der Hersteller 40 Kilometer an, rund 25 bis 30 scheinen unter nicht-idealen Bedingungen eher realistisch. Für die typischen Einsatz-Szenarien sind die 365 Wattstunden aber in jedem Fall genug. Geladen wird anschließend über einen gut erreichbaren, aber auch angemessen vor Dreck geschützten Anschluss am Trittbrett. Fünf Stunden reichen für einen vollen Akku.

Sicheres Fahrgefühl

Bei der Bedienung präsentiert sich der Niu demonstrativ einfach. Alle Funktionen werden über den einen zentralen Knopf gesteuert. Je nach Zahl der Betätigungen schaltet er sich an, aktiviert das Front- und Rücklicht oder schaltet in einen Schiebemodus. Alle wichtigen Infos wie Akkuladezustand oder Geschwindigkeit sind auf einem bei allen Lichtverhältnissen gut ablesbares Display zu erkennen. Gas gibt man über einen gut dosierbaren Daumenhebel, der sich wie die Bremse am rechten Lenkergriff befindet. Wer nur sanft verzögert, aktiviert lediglich die elektrische Motorbremse, bei beherzterem Griff gesellt sich eine Scheibenbremse hinzu.

Auf eine Federung verzichtet Niu, die Arbeit am Fahrkomfort bleibt so allein an den dicken Gummireifen haften, die ihre Aufgabe aber ordentlich erledigen. Insgesamt fühlt liegt der Roller satt und sicher auf der Straße, Lenkung und Gas sind immer gut kontrollierbar, kein Klappern oder Knirschen stört das Vertrauen in die Technik.

Wegfahrsperre per Handy

Wer will, kann den KQi über eine kostenlose App mit dem Smartphone vernetzen. Dann lassen sich unter anderem gefahrene Strecken speichern und diverse Statistiken aufrufen, die aber eher Spielerei als unverzichtbares Feature sind. Sehr praktisch hingegen ist die per Handy aktivierbare Wegfahrsperre. Auch, weil eine Metallöse oder ähnliches für das sichere Anschließen des Rollers fehlt. Leider lässt sich immer nur ein Account gleichzeitig mit dem Niu nutzen, was das Teilen des Fahrzeugs unnötig erschwert.

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Punkten kann der KQi vor allem mit seiner sehr robusten und wertigen Machart. Bei Bedienung, Fahrverhalten und – mit Vorbehalten bei der Motorleistung – leistet er sich keine Schwächen. Wünschenswert wären jedoch eine flexiblere Smartphone-Anbindung sowie eine bessere Diebstahl-Sicherung. Wer in eher hügeligem Gebiet wohnt, sollte zudem über den Kauf der stärkeren Ausführung nachdenken.

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