Kreislaufwirtschaft Porsche gewinnt Aktivmaterial der Batteriekathode aus Recycling-Material

Von Stefanie Eckardt 2 min Lesedauer

Im Rahmen eines gemeinsamen Pilotprojekts haben Porsche und Partner cylib Aktivmaterial der Batteriekathode zu 100 Prozent aus recycelten Rohstoffen hergestellt. Dafür kamen ausschließlich Batterierohstoffe aus Hochvoltbatterien des Sportwagenherstellers zum Einsatz. Die im Pilotprojekt hergestellten Batteriezellen werden derzeit in der Praxis getestet.

Das in Batteriezellen verwendete Aktivmaterial konnte Porsche zusammen mit cylib das erste Mal vollständig aus recycelten Rohstoffen, die in den Hochvoltbatterien des Sportwagenherstellers zum Einsatz kamen, produzieren.(Bild:  Porsche)
Das in Batteriezellen verwendete Aktivmaterial konnte Porsche zusammen mit cylib das erste Mal vollständig aus recycelten Rohstoffen, die in den Hochvoltbatterien des Sportwagenherstellers zum Einsatz kamen, produzieren.
(Bild: Porsche)

„Mit Batteriezellen aus vollständig recycelten Rohstoffen wie Lithium oder Kobalt haben wir einen wichtigen technologischen Meilenstein erreicht. Diese Innovation ist ein zentraler Schritt, um Kreislaufwirtschaft und Rohstoffresilienz gemeinsam voranzubringen. […]“, erklärt Joachim Scharnagl, Vorstand für Beschaffung bei Porsche. Mit der Herstellung des Aktivmaterials aus recycelten Rohstoffen setzt der Autobauer das im vergangenen Jahr gestartete Pilotprojekt zum Recycling von Hochvoltbatterien fort. Im Rahmen des Projektes gewinnen die Partner wertvolle Rohstoffe aus ausgedienten Hochvoltbatterien zurück, bereiten sie zu Materialien auf und setzen sie anschließend in neuen Batteriezellen in Porsche-Testfahrzeugen ein.

Neue Ergebnisse Ende des Jahres erwartet

Nach Rückgewinnung und Aufbereitung der Rohstoffe ist nun die nächste Projektstufe erreicht: Erstmals ersetzen recycelte Aktivmaterialien vollständig das bisher genutzte Primärmaterial. Zu den recycelten Aktivmaterialien der Batteriekathode zählen: Lithium, Nickel, Kobalt und Mangan.

Neben der Rückgewinnung der Rohstoffe steht für Porsche vor allem die Qualität des recycelten Materials im Fokus. Im nächsten Schritt müssen die recycelten Rohstoffe in der Batterie den Anforderungen des Automobilherstellers an Wertigkeit und Leistungsfähigkeit erfüllen. Erste Tests zeigen bereits eine mögliche technische Eignung des Ansatzes. Weitere Ergebnisse werden in der zweiten Jahreshälfte 2026 erwartet. Die im Pilotprojekt gewonnenen Erkenntnisse sollen die Grundlage für einen möglichen Einsatz der Materialien in Serien-Batteriezellen bilden.

Vom Pilotprojekt in die Praxis

Die Erkenntnisse des Pilotprojekts fließen bereits in den regulären Batterieentsorgungsprozess der Stuttgarter ein. Die Partnerschaft von Porsche und cylib ermöglicht das Recycling ausgedienter Hochvoltbatterien aus den Zentren des Sportwagenherstellers in Deutschland. Seit Mai 2026 werden die Batterien mit einem wasserbasierenden Prozess recycelt. Die daraus gewonnenen Batterierohstoffe werden auf einem Materialkonto geführt und stehen ab 2028 Porsche und ausgewählten Partnerunternehmen für die Batteriezellproduktion zur Verfügung. Damit will man die Abhängigkeit von globalen Rohstoffquellen minimieren. (se)

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