Elektro-SUV So sieht der Polestar 3 aus

Von Thomas Günnel

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Polestar hat sein Modell „Polestar 3“ vorgestellt. Das vollelektrische SUV soll mit ordentlicher Reichweite und Ausstattung vor allem in den USA Käufer finden – und auch dort entstehen.

Der Autohersteller Polestar hat sein Modell „Polestar 3“ enthüllt.
Der Autohersteller Polestar hat sein Modell „Polestar 3“ enthüllt.
(Bild: Polestar)

Polestar hat sein elektrisch angetriebenes Modell Polestar 3 enthüllt. Mit einem 400-Volt-Batteriepaket mit 111 kWh soll das SUV bis zu 610 Kilometer weit fahren können; laut vorläufiger WLTP-Tests. Verbaut sind 204 prismatische Lithium-Ionen-Zellen in 17 Modulen. Laden lässt sich der Polestar 3 mit bis zu 250 kW Gleichstrom oder 11 kW Wechselstrom.

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Die Autos für den Marktstart fertigt der Hersteller im chinesischen Volvo-Werk in Chengdu etwa ab Mitte 2023. Ab dem vierten Quartal 2023 will Polestar die ersten Modelle liefern: nach Nordamerika, Europa und China.

Ab Mitte 2024 soll das Modell zusätzlich am Volvo-Standort im amerikanischen Ridgeville, South Carolina, entstehen. Ab dann will Polestar „die Belieferung nordamerikanischer und anderer Märkte von China in die USA verlagern“, wie der Automobilhersteller verkündete. Einige Märkte werden aber weiter von China aus beliefert.

Allrad oder Fronttriebler nach Bedarf

Zum Start kommt der Polestar 3 mit einer Zweimotoren-Konfiguration; mit Leistungsausrichtung auf die Heckpartie. Das Serienfahrzeug leistet insgesamt 360 kW und verfügt über 840 Newtonmeter Drehmoment. In der höchsten Ausbaustufe sind 380 kW Gesamtleistung und 910 Newtonmeter möglich. Von 0 auf 100 km/h vergehen bei Bedarf 5 beziehungsweise 4,7 Sekunden. Schluss ist bei 210 km/h.

Die Hinterachse verfügt zudem über Torque-Vectoring; der hintere Elektromotor ist entkoppelbar. Das heißt: Je nach Lastanforderung wird das SUV zum Fronttriebler und spart die Energie für den hinteren Motor. Das Fahrwerk verfügt serienmäßig über eine einstellbare Zweikammer-Luftfederung. Für die Innenraum- und Akkukonditionierung ist eine Wärmepumpe an Bord. Außerdem ist das Modell ausgerüstet für bidirektionales Laden: Vehicle-to-Grid und Plug-and-Charge sind so künftig nutzbar.

Das Auto ist 4,90 Meter lang, in Europa 1,61 Meter hoch, inklusive Spiegel 2,12 Meter breit und wiegt leer zwischen 2.584 und 2.670 Kilogramm. In den Kofferraum passen 484 Liter, bei umgelegten Sitzen 1.411 Liter. Zusätzlich passen 90 Liter in einen Zwischenboden und 32 Liter in den Frunk.

Betriebssystem Android Automotive

Für die Vernetzung im Innenraum nutzt Polestar das Betriebssystem Android Automotive OS. Es entstand gemeinsam mit Google. Zum Bedienen setzt der Autohersteller ein 14,5-Zoll-Mitteldisplay ein. Over-the-Air-Updates sind ebenfalls möglich.

Das Modell ist das erste Fahrzeug von Polestar, das mit dem „Nvidia Drive“-Kerncomputer ausgestattet ist. Auf diesem läuft Software von Volvo Cars. Die Plattform von Nvidia verarbeitet die Daten der Sensoren und Kameras des Fahrzeugs; unter anderem für Sicherheitsfunktionen und Fahrerüberwachung. Das Infotainment-System wird von der Snapdragon Cockpit Plattform von Qualcomm Technologies betrieben.

Möglich sind damit unter anderem hochauflösende Displays, Surround-Sound in hoher Qualität und nahtlose Konnektivität im gesamten Fahrzeug. Die Plattform ist Bestandteil des Snapdragon Digital Chassis – einer Reihe offener und skalierbarer Cloud-vernetzter Automobilplattformen.

Vorbereitet für das autonome Fahren

Die aktiven und passiven Sicherheitssysteme stammen von Volvo Cars. Dazu gehören unter anderem Radarsensoren im Innenraum. Sie können Bewegungen im Submillimeterbereich erkennen – etwa um zu verhindern, dass Kinder oder Haustiere versehentlich im Fahrzeuginneren zurückgelassen werden. Das System kommuniziert zudem mit der Klimaanlage, um Hitzschlag oder Unterkühlung zu vermeiden.

Kooperationen etwa mit Zenseact, Luminar und Smart Eye sind die Basis für die Fahrerassistenzsysteme. Serienmäßig verfügt der Polestar 3 über fünf Radarmodule, fünf externe Kameras und zwölf externe Ultraschallsensoren. Im Innenraum bringen zwei Closed-Loop-Fahrerüberwachungskameras die Eye-Tracking-Technik von Smart Eye zum ersten Mal in einen Polestar. Die Kameras überwachen die Augen des Fahrers. Ist dieser abgelenkt, schläfrig oder abwesend, kann das System Warnmeldungen, Töne oder eine Notbremsfunktion auslösen.

Mehr Ausstattung im ersten Modelljahr

Die Serienausstattung des Polestar 3 umfasst zum Beispiel Luftfederung, ein durchgehendes Panoramaglasdach, Voll-LED-Beleuchtung innen und außen, versenkbare Türgriffe mit Näherungssensor und 21-Zoll-Leichtmetallfelgen. Im ersten Modelljahr stattet Polestar die Modelle zusätzlich umfangreicher aus: zum Beispiel mit einem Audiosystem von Bowers & Wilkins mit 25 Lautsprechern, 3D-Surround-Sound und Dolby Atmos-Funktion, sanft schließenden Türen, Head-up-Display und einem kombinierten Spurhalte- und Abstandsassistenten.

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Ab dem zweiten Quartal 2023 sind LiDAR, drei weitere Kameras, vier Ultraschallsensoren und eine Reinigungsfunktion für die Front- und Rückfahrkamera bestellbar. So soll das Fahrzeug seine Umgebung detaillierter dreidimensional scannen können – vorbereitend auf das autonome Fahren. Nachhaltige Materialien sind laut Hersteller ebenfalls an Bord, zum Beispiel tierschutzzertifiziertes Leder und vollständig rückverfolgbare Wollbezüge. Polestar will außerdem ab Produktionsbeginn eine vollständige Ökobilanz erstellen.

Erstes Auto auf neuer Plattform von Volvo Cars

Der Polestar 3 ist das erste Fahrzeug, das auf einer von Volvo Cars entwickelten und mit dem Unternehmen gemeinsam genutzten Technologiebasis für rein elektrische Fahrzeuge steht. Zur Markteinführung wird der Polestar 3 Long Range Dual Motor mit 360 kW und 840 Newtonmeter 89.900 Euro kosten. Bestellt werden kann das Auto ab sofort.

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