Mikromobilität Nächster Spac-Börsengang: Gogoro hofft auf mehr als eine halbe Milliarde Dollar

Autor: Christoph Seyerlein

In Europa ist Gogoro noch relativ unbekannt. In Südostasien schwingt sich das Start-up dagegen zu immer neuen Höhen auf. Die Taiwanesen setzen auf elektrische Mikromobile und Wechselakkus – und kann prominente Partner vorweisen. Jetzt soll in New York der Schritt an die Börse folgen.

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Gogoro setzt auf kleine, elektrische Stadtfahrzeuge und Wechselbatterien.
Gogoro setzt auf kleine, elektrische Stadtfahrzeuge und Wechselbatterien.
(Bild: Gogoro)

Cazoo hat es getan, Lilium hat es getan, Gogoro will es tun: Per Spac an die New Yorker Tech-Börse Nasdaq zu gehen, liegt bei Mobilitäts-Start-ups aktuell hoch im Trend. Bei diesem Prinzip übernimmt eine Mantelfirma (Spac = Special Purpose Acquisition Company) das jeweilige Start-up und verschafft ihm den Zugang zur Börse. Im Fall von Gogoro ist das eine Holding namens Poema Global. Der Deal wird im ersten Quartal 2022 erwartet. Gogoro hofft auf eine Bewertung von mehr als 2,3 Milliarden US-Dollar und Erlöse in Höhe von etwa 550 Millionen US-Dollar.

Doch was ist überhaupt die Idee des taiwanesischen Unternehmens? Das Start-up setzt auf kleine elektrische Stadtfahrzeuge wie Mopeds. Doch nicht nur das: Gogoro hat sich daneben auch auf Wechselakkus spezialisiert. Eine Software des Anbieters überwacht zudem den Zustand und die Leistung der Fahrzeuge und Batterien. Die eigene Plattform stellt Gogoro auch anderen Unternehmen zur Verfügung, beispielsweise um die Wechselakkus in anderen Fahrzeugen nutzen zu können.

Einen ersten großen Schritt außerhalb des Heimatmarktes war die Firma im Frühjahr gegangen. Im April gab Gogoro eine Partnerschaft mit der Hero Motor-Group, dem weltgrößten Zweiradhersteller, bekannt und expandierte damit nach Indien.

Über 400.000 Kunden sollen Wechselakku-Infrastruktur bereits nutzen

Im Mai folgte der Marktstart in China. Wenig später konnten die Taiwanesen auch noch Fertigungs-Gigant Foxconn für eine Partnerschaft gewinnen. Jene Firma soll nun auch bei der Finanzierung des Börsengangs kräftig unterstützen. Mit dem erhofften Geld will Gogoro seine Expansion weiter vorantreiben, vorerst in China und Südostasien.

Gogoro wurde 2011 von zwei ehemaligen HTC-Managern gegründet. Seinen ersten großen Auftritt legte das Start-up 2015 bei der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas hin. In Taiwan sind Gogoros Batteriewechsel-Stationen bereits weit verbreitet. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen in weniger als fünf Jahren mehr als eine Milliarde Dollar Umsatz erwirtschaftet. Über 400.000 Kunden sollen die Batteriewechsel-Infrastruktur bereits nutzen.

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 Christoph Seyerlein

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Fachredakteur Next Mobility