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Nachhaltig auf dem Weg zur Strom-Apokalypse

| Autor: Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Die Stromversorgung in Deutschland wird Jahr für Jahr „grüner“. Doch was im ersten Moment so toll klingt, ist am Ende vielleicht nicht mehr als eine Seifenblase. Ein Kommentar.

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(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Laut Bundesministerium für Wirtschaft wächst der Anteil der Erneuerbaren Energien am Stromverbrauch beständig: von rund sechs Prozent im Jahr 2000 auf rund 38 Prozent im Jahr 2018. Bis zum Jahr 2025 sollen 40 bis 45 Prozent des in Deutschland verbrauchten Stroms aus Erneuerbaren Energien stammen. So sieht es das Erneuerbare-Energien-Gesetz – kurz EEG – vor.

Klingt doch gut – oder etwa nicht? Nein, das ist keineswegs gut! Denn wenn eines Tages der Strom nur noch nachhaltig erzeugt wird, ist der Blackout unvermeidlich.

Diese Meinung vertritt übrigens auch der Wissenschaftsjournalist Jean Pütz, dem in einem Video der Kragen platzt, wie er es selbst formuliert. Der Grund: Wenn alle Kernkraftwerke und alle Kohlekraftwerke abgeschaltet werden, kommt der Strom fast nur noch aus Solar- oder Windkraftanlagen.

Sonne und Wind sind allerdings nicht immer da, sodass der Strombedarf nachts und bei Flaute nicht mehr gedeckt werden kann und das Netz zusammenbricht. Ebenfalls problematisch ist es, wenn mehr Strom erzeugt wird, als gebraucht wird. Dieses Problem lässt sich auch mit den wenigen Pumpspeicherwerken und einigen Großspeichern nicht lösen. Selbst wenn alle Autos elektrisch fahren würden und im Smart Grid eingebunden als Zwischenspeicher zur Verfügung stünden, würde es nicht ausreichen, diese Versorgungslücke oder den Stromüberschuss zu kompensieren.

Thomas Kuther, Redakteur ELEKTRONIKPRAXIS: „Wenn der Strom eines Tages nur aus Solar- und Windkraftwerken kommt, ist ein totaler Blackout unvermeidlich!“
Thomas Kuther, Redakteur ELEKTRONIKPRAXIS: „Wenn der Strom eines Tages nur aus Solar- und Windkraftwerken kommt, ist ein totaler Blackout unvermeidlich!“
(Bild: ELEKTRONIKPRAXIS)

Pütz beruft sich dabei auf den emeritierten Physik-Professor Dr. Sigismund Kobe an der Technischen Universität Dresden, der die Situation in einer ausführlichen Abhandlung detailliert belegt und der Meinung ist, dass die „deutsche Energiewende wie eine Seifenblase platzen wird“. Da helfen auch zehnmal mehr Windräder nicht, denn wenn kein Wind weht, wird auch nicht mehr Strom erzeugt. Verstehen Sie mich nicht falsch: Die Energiewende ist nötig, aber bitte mit Verstand!

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Über den Autor

Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Redakteur, ELEKTRONIKPRAXIS - Wissen. Impulse. Kontakte.