Mikromobilität Kopenhagen hebt E-Scooter-Verbot auf – unter strengen Auflagen

Autor Christoph Seyerlein

Vor rund einem Jahr hatte Kopenhagen E-Scooter aufgrund verschiedener Probleme aus der Stadt verbannt. Jetzt dürfen die Roller in Dänemarks Hauptstadt zurückkehren. Allerdings haben sich die Behörden für strenge Regulierungen entschieden.

Vier Anbieter dürfen ihre E-Scooter wieder in Kopenhagen verleihen.
Vier Anbieter dürfen ihre E-Scooter wieder in Kopenhagen verleihen.
(Bild: Voi)

Im Herbst 2020 hatte Kopenhagen E-Scooter verbannt. Zu groß war zuvor der Ärger über falsch abgestellte Roller und hunderte Unfälle. Nun kehren die Mikromobile in die dänische Hauptstadt zurück. Voi, Bolt, Tier und Lime dürfen ab sofort jeweils 800 Roller zum Verleih anbieten. Die Gesamtzahl der Scooter in der Stadt ist also auf 3.200 Stück limitiert. Vor dem Bann hatte es insgesamt 13 verschiedene Anbieter gegeben.

Vorerst gilt die neue Regelung für die kommenden 12 Monate. Die Anbieter sind verpflichtet, dafür zu sorgen, dass die Nutzer einige Regeln einhalten. Beispielsweise dürfen die E-Scooter nicht mehr wahllos abgestellt werden, sondern lediglich in insgesamt 240 dafür vorgesehenen Zonen.

Ein Fakt, der Voi-Manager Eric André nicht gefällt. „Natürlich freuen wir uns, dass wir unsere Scooter wieder in Kopenhagen anbieten dürfen. Aber wir sind über manche Elemente der Regelung enttäuscht, beispielsweise das Verbot, in der Innenstadt zu parken. Wir wissen, dass dort die Mehrheit der Kopenhagener und der Touristen am liebsten nach E-Scootern sucht“, sagte er dem Portal „Zag Daily“. Die Restriktionen würden den Nutzen von Mikromobilität stark limitieren.

Anbieter wollen Sicherheit erhöhen

Außerdem müssen Nutzer bei jeder Fahrt künftig einen Helm tragen. Tier rüstet sich dafür und will jedem User einen Helm für die Fahrt anbieten. Auch Voi erhöht die Sicherheitsvorkehrungen: Wer freitags und samstags zwischen 22 und 24 Uhr einen Scooter der Marke nutzen will, muss einen Reaktionstest absolvieren. Dieser soll sicherstellen, dass Nutzer nicht alkoholisiert auf die Roller zugreifen. Fällt ein Kunde durch den Test, empfiehlt ihm Voi eine Fahrt mit dem Taxidienst Viggo. Die Nutzer erhalten für die Taxifahrt 20 Prozent Rabatt. Zwischen 0 und 5 Uhr versetzt Voi seine Scooter zudem in einen Schlafmodus.

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