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Icon Radar – Der Verkehr in vier Dimensionen

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Magna hat die Radartechnologie des US-Militärs weiterentwickelt und ein hochauflösendes System für den Verkehr entwickelt. Die Reichweite beträgt rund 300 Meter und scannt die Umgebung 50 Mal schneller als ein Augenzwinkern.

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Mit einer Reichweite von fast 300 Metern erfasst das ICON Radar die Umgebung kontinuierlich in vier Dimensionen (Höhe, Breite, Tiefe und Geschwindigkeit).
Mit einer Reichweite von fast 300 Metern erfasst das ICON Radar die Umgebung kontinuierlich in vier Dimensionen (Höhe, Breite, Tiefe und Geschwindigkeit).
(Bild: Magna)

Auf der diesjährigen North American International Auto Show (NAIAS) präsentiert Magna erstmals sein ICON Radar. Die Radartechnologie, deren Basis vom US-Militär stammt, soll eine hochpräzise Objekterkennung und eine hohe Reichweite ermöglichen. Das System wurde in Zusammenarbeit mit Uhnder entwickelt, einem Technologie-Start-Up, dessen Schwerpunkt im Engineering und der Produktentwicklung von Tarnkappentechnologien liegt. Es wird ab 2019 verfügbar sein und soll die Entwicklung beim autonomen Fahren von Level 3 zu Level 5 vorantreiben.

Mit einer Reichweite von fast 300 Metern erfasst das ICON Radar die Umgebung kontinuierlich in vier Dimensionen (Höhe, Breite, Tiefe und Geschwindigkeit). Dabei soll das Radarsystem nahezu 100 Mal mehr Objekte als vergleichbare Systeme verfolgen, erkennen und klassifizieren. Das Radar erfasst statischer Objekte wie zum Beispiel Leitplanken, Straßenschäden und Bremsschwellen und kommuniziert diese an das Fahrzeug. Darüber hinaus behält das Radar sich bewegender Objekte wie Fahrzeuge, Fahrradfahrer, Fußgänger und Tiere im Blick.

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Die Fähigkeit zur Unterscheidung kleinerer „Objekte“ wie Kinder und Fahrradfahrer von sich in unmittelbarer Nähe befindlichen größeren Objekten wie geparkten Autos und fahrenden LKWs ist für das reibungslose Funktionieren von Fahrerassistenzsystemen mit Funktionen wie automatischer Notbremsung von entscheidender Bedeutung. Nur so kann die Entwicklung zu vollständig autonomem Fahren vorangetrieben werden. Es sind diese kritischen Daten und Funktionsmerkmale, die die Softwaresysteme mit Informationen versorgen, um die Fahrzeugintelligenz und Sicherheitssysteme kontinuierlich zu verbessern.

„Unser ICON Radar nutzt die Vorteile der aus dem Militärbereich stammenden Technologie und optimiert diese für den Einsatz in Fahrzeugen – ein wichtiger Schritt in Richtung vollständiger Autonomie“, so Swamy Kotagiri, Chief Technology Officer von Magna. Das ICON Radar scannt fortwährend seine gesamte Umgebung – und das 50 Mal schneller, als ein Mensch mit der Wimper zucken kann. Auf diese Weise können Fahrzeuge auch in komplexen Verkehrssituationen blitzschnell Entscheidungen treffen.

Das Radar erkennt Fahrzeuge in Entfernungen, die jenseits aller aktuellen Anforderungen liegen. Die Bildverarbeitung speist sich aus 192 virtuellen Empfängern, die in ein zentrales System integriert sind. Diese virtuellen Sensoren liefern sowohl eine horizontale als auch eine vertikale Auflösung. Zudem weist die Technologie eine Toleranz gegenüber Störsignalen auf, was angesichts der zunehmenden Zahl an mit Radar ausgestatteten Fahrzeugen zukünftig besonders wichtig sein wird.

Mit der kompakten Größe ermöglicht das Radar außerdem eine größere Flexibilität beim Fahrzeugdesign. Es kann problemlos in autonome Systeme von Autoherstellern integriert werden oder als Teil der autonomen Fahrzeugplattform MAX4 von Magna zum Einsatz kommen.

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