Umweltbonus Habeck will massenhaften Exporten subventionierter E-Autos den Riegel vorschieben

Wer hierzulande ein neues Elektroauto kauft, kann bis zu 9.000 Euro Förderung dafür bekommen. Nach sechs Monaten steht es den Besitzern dann frei, den Stromer weiterzuverkaufen. Das macht Exporte in Länder lukrativ, wo es keine vergleichbaren Subventionen gibt. Die Bundeswirtschaftsministerium will das ändern.

Die hohen Subventionen für Elektroautos in Deutschland machen sie für Halter durchaus attraktiv für den Export.
Die hohen Subventionen für Elektroautos in Deutschland machen sie für Halter durchaus attraktiv für den Export.
(Bild: Tesla)

Wer ein bis zu 65.000 Euro teures Elektroauto in Deutschland kauft, kommt in den Genuss hoher staatlicher Förderprämien. Bis zu 9.000 Euro sind drin. Das macht die Autos nicht nur für den Erwerb attraktiv, sondern auch für den Export in andere Länder. Denn: Wer den Umweltbonus beansprucht, muss das entsprechende Fahrzeug nur sechs Monate behalten. Der Wertverlust ist in diesem Zeitraum nicht derart groß, dass man einen Stromer danach nicht noch mit Gewinn ins Ausland verkaufen könnte, wo es keine vergleichbaren Subventionen gibt.

Das ist offenbar gängige Praxis: Rund 30.000 junge E-Gebrauchtwagen seien allein zwischen Januar und September 2021 aus dem deutschen Markt verschwunden, heißt es in einer Berechnung des Centers of Automotive Management (CAM), über die die „Wirtschaftswoche“ berichtet. Hochgerechnet auf das Gesamtjahr, entspräche das rund jeder achten E-Auto-Neuzulassung hierzulande.

Legal, aber umstritten

Das Geschäft ist legal, aber umstritten. Schließlich machen E-Auto-Exporteure im Prinzip Geschäfte auf Kosten der Steuerzahler. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck ist das offenbar ein Dorn im Auge. Laut der Wirtschaftswoche plädiert er dafür, die Mindesthaltedauer geförderter E-Neuwagen auf 12 Monate zu verlängern. Danach sei der Wertverlust höher und ein Export weniger lukrativ, so die Annahme.

Zeitnah wird eine solche Änderung aber wohl nicht in Kraft treten. Habeck hat die Bestimmungen für den Umweltbonus erst kürzlich bis Ende 2022 verlängert. Im kommenden Jahr soll es dann eine neue Fassung geben.

Dem „Spiegel“ teilte das Bundeswirtschaftsministerium mit, dass eine Reform auch aus anderen Gründen wichtig sei: „Wir brauchen einen Gebrauchtmarkt auch für E-Autos, um der E-Mobilität weiter zum Durchbruch zu verhelfen. Gebrauchte E-Autos können insbesondere für Käuferinnen und Käufer mit geringerem Einkommen eine attraktive Einstiegsmöglichkeit in die Elektromobilität darstellen.“ Sollten weiter junge gebrauchte Stromer aufgrund des lukrativen Exports aus dem deutschen Markt verschwinden, könnte sich das schwierig gestalten.

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