Infotainment Festplatten und SSDs als Speicher für vernetzte Autos

Autor / Redakteur: Boris Hafner * / Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Infotainment-Systeme liegen im Automobilbereich weiter im Trend. Ihr Funktionsumfang wächst permanent, und dementsprechend nehmen auch die Anforderungen an die Speicherlösungen hinsichtlich Kapazität kontinuierlich zu. Dabei zeichnet sich ab, dass künftig neben Automotive-HDDs auch verstärkt SSDs zum Einsatz kommen.

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Speichersysteme im Auto: Neben Automotive-HDDs werden verstärkt auch Solid State Disks eingesetzt.
Speichersysteme im Auto: Neben Automotive-HDDs werden verstärkt auch Solid State Disks eingesetzt.
(Bild: Toshiba)

Der Siegeszug von Speicherlösungen im Automobilbereich ist nicht mehr aufzuhalten. Waren sie vor einigen Jahren noch auf Premium-Modelle beschränkt, finden sie sich heute auch vermehrt in Fahrzeugen der Mittelklasse. Zum Einsatz kommen dabei vor allem spezielle Festplattenlaufwerke (Hard Disk Drives, HDDs). Dabei handelt es sich nicht um Standard-HDDs aus dem Desktop- oder Notebook-Bereich, denn herkömmliche Festplatten können im Automobilsegment nicht genutzt werden, da sie nicht die extreme Robustheit mitbringen, die dort nötig ist.

Gefragt sind HDD-Lösungen, die speziell für Fahrzeuge konzipiert sind. Sie müssen aufgrund der Einsatzbedingungen in erster Linie für ein großes Temperaturspektrum ausgelegt sein – in der Regel für einen Bereich von –30 bis 85 °C. Temperatur-Toleranzen von 5 bis 55 °C, wie sie von herkömmlichen Festplatten unterstützt werden, sind deshalb nicht ausreichend. Nicht zuletzt sind bei HDDs, die für den Einsatz im Automotive-Bereich entwickelt werden, auch höhere Anforderungen hinsichtlich Zuverlässigkeit, Lebensdauer und Produktverfügbarkeit zu beachten.

Das vernetzte Auto mit Internetzugang ist die Zukunft

Laut den Marktanalysten von iSuppli werden 2016 bereits mehr als 55 Mio. Fahrzeuge einen Internetzugang haben, das heißt, das Fahrzeug wird zu einem weiteren Mittelpunkt unseres zunehmend vernetzten Lebens. Für die Fahrzeughersteller bedeutet das, dass sie künftig nicht nur Infotainment-Systeme mit „Grundfunktionen“ wie Rear Seat Entertainment oder Download-Möglichkeit für Apps bereitstellen.

Diese Leistungsmerkmale wird der Kunde bereits bald als selbstverständlich voraussetzen. Die Lösungen werden vielmehr eine komplette Vernetzung von Fahrer, Fahrzeug und Außenwelt bieten müssen: mit einem breiten Spektrum an Features in Bereichen wie Navigation, Multimedia, Kommunikation und Fahrerassistenz. Und das wird zu einer weiteren dramatischen Erhöhung des Bedarfs an Speicherplatz beitragen.

Festplattenlaufwerk mit 320 GByte Speicherkapazität

Die derzeit größte Automotive-HDD: Mit 320 GByte bietet die MQ01AAD032C ausreichend Speicherkapazität für Navigationsdaten, Multimedia-Files und Automotive-Apps.
Die derzeit größte Automotive-HDD: Mit 320 GByte bietet die MQ01AAD032C ausreichend Speicherkapazität für Navigationsdaten, Multimedia-Files und Automotive-Apps.
(Bild: Toshiba)

Speziell im Hinblick darauf hat Toshiba die derzeit größte Automotive-HDD auf den Markt gebracht. Mit 320 GByte bietet die MQ01AAD032C ausreichend Speicherkapazität für Navigationsdaten, Multimedia-Files und die zunehmende Anzahl heute verfügbarer Automotive-Apps. Die Festplatte kann auch unter extremen Umgebungsbedingungen betrieben werden, zum Beispiel in Höhen bis 5650 m und bei den genannten Temperaturen von –30 bis 85 °C.

NAND-Flash-basierte Halb­leiterlaufwerke

Automobilhersteller werden künftig aber nicht nur auf HDD-Lösungen setzen, sondern verstärkt auch auf NAND-Flash-basierte Halbleiterlaufwerke (Solid State Drives, SSDs), deren Preis im Vergleich zu HDDs kontinuierlich sinkt. Gegenüber HDDs bieten sie zahlreiche Vorteile: Sie sind kleiner, leichter und haben einen geringeren Energieverbrauch, eine höhere Datendurchsatzrate sowie weniger Komponenten als eine HDD. Da keine beweglichen Teile vorhanden sind, ist auch die Schock- und Vibrationstoleranz wesentlich größer.

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