Volkswagen

Elektrisches Happy End für VW in den USA

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Wiederbelebung der Kultmarke Scout

Parallel dazu plant VW den nächsten großen Schritt und will die Amis bei ihrer Seele packen: mit einem elektrischen Pick-up im Stil der Ford F150 Lightning, des Rivian R1T und vor allem des Tesla Cybertruck. Dafür wollen sie die Kultmarke Scout wiederbeleben, die über viele Umwege in ihr Markenportfolio gespült wurde und die als Erfinder des rustikalen US-Trucks gilt.

Mit der Elektrifizierung werden die Karten neu gemischt, das ist die Chance unseres Lebens, sagt Scott Keogh und hat damit beim scheidenden VW-Chef Herbert Diess offenbar ein offenes Ohr gefunden. Der hat einen dreistelligen Millionenbetrag lockergemacht, Keogh vom Leiter der US-Dependance zum Scout-Chef befördert und kurz vor seinem Abgang noch einen Pick-up und einen Geländewagen für 2025/26 in Auftrag gegeben.

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„Da hat VW noch einen weiten Weg zu gehen“

„Mit den Elektroautos wie dem ID 4 und vermutlich noch wichtiger dem ID Buzz hat VW wichtige Autos, um endlich die US-Bilanz zu bessern“, ist auch Automobilwirtschaftler Ferdinand Dudenhöffer überzeugt. Und der Scout könnte einen weiteren Schritt nach vorne bringen, glaubt der Experte.

Doch bis der sich in den Zahlen zeige, werde es dauern: „Asien und China sind nach wie vor die Schwerpunkte für VW, über die Hälfte aller Autos finden dort ihren Kunden und gerade mal elf Prozent in den USA. „Da hat VW noch einen weiten Weg zu gehen“, so Dudenhöffer.

Damit der Scout dazu seinen Beitrag leisten kann, muss Keogh nicht nur eine eigene Plattform entwickeln oder einen passenden Kooperationspartner finden, weil der MEB derart rustikalen Anforderungen nicht gewachsen wäre. VW wird kaum umhinkommen, dafür auch ein neues Werk zu bauen. Denn es ist schwer vorstellbar, dass dieses ur-amerikanische Auto außerhalb des Nafta-Raumes produziert wird.

Begrenzte Produktionskapazitäten

Und immer, wenn es um Produktion geht, wird auch Werkleiter Chris Glover in Chattanooga hellhörig. Er weiß um die wichtige Rolle, die seine Fabrik im Plot für die Comeback-Story der Niedersachsen spielen könnte und bringt sich deshalb bereits in Stellung.

Denn wenn es der Konzern ernst meint mit dem neuerlichen Engagement in Amerika und mit der reduzierten Abhängigkeit von China, dann werden sie in den USA nicht nur mehr Autos verkaufen, sondern auch bauen müssen – egal ob das nun ID-Schwestermodelle wie der Audi Q4 sind oder potenzielle Bestseller wie den ID Buzz.

„Und es liegt schließlich im Wesen unserer Baukästen, dass diese Autos alle in der gleichen Fabrik gebaut werden könnten“, sagt Glover, der so zumindest den anderen MEB-Modellen im Handumdrehen einen US-Pass ausstellen könnte. Dass seine Kapazitäten auch nach dem Ausbau für den ID 4 schon fast wieder erschöpft sind, bremst seinen Optimismus nicht: „Wir hätten hier in Chattanooga genügend Platz, um die Fabrik auf der grünen Wiese komplett zu spiegeln.“

Alles was man für einen Home run braucht

Ja, der Weg war weit und geprägt von vielen Höhen und Tiefen, doch die lange Geschichte könnte so vielleicht doch noch zu einem Happy End kommen, glaubt deshalb Berylls-Analyst French: „Mit einem lokal produzierten und hoch gelobten ID 4 im Markt, einem ID Buzz kurz vor dem Start und einem All-American Truck in der Pipeline haben die Niedersachsen alles im Rennen, was es für den überfälligen Home run braucht."

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