Fahrzeuginterieur Displays: Lieber nachhaltig und effizient als einfach nur groß

Von Hendrik Härter

Dominieren bis auf Weiteres große und viele Displays im Auto-Cockpit? Nicht unbedingt, sagen Experten des Deutschen Flachdisplay-Forums. Was stattdessen für eine gute User Experience entscheidend ist.

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Cockpit der Zukunft: Wie groß sollte ein Display im Fahrzeug sein?
Cockpit der Zukunft: Wie groß sollte ein Display im Fahrzeug sein?
(Bild: Continental)

Wie sieht das Fahrzeug-Cockpit der Zukunft aus? Dieser Frage gingen die Experten des Deutschen Flachdisplay-Forums (DFF) und Tesa in Norderstedt bei Hamburg nach. Die hybride Veranstaltung versammelte mehr als 80 Experten aus dem Display-Netzwerk. Die Vorträge des dreieinhalbstündigen Treffens drehten sich um die Frage, wie Fahrzeuginnenräume in fünf bis zehn Jahren gestaltet werden können.

Dazu verglichen die Forscher die Interaktionsmodalitäten der Cockpits von Automodellen von Tesla, Lexus, Mercedes und BMW: Was passiert, wenn der Fahrer während der Fahrt mit einem großen Touchscreen interagiert und beispielsweise die Adresse zu seinem Zielort eingibt? Wo muss der Bedienbutton auf dem Screen idealerweise platziert sein?

Große Displays sind unübersichtlich

Das überraschende Ergebnis: In das besonders große Display eines der Automodelle konnten nur 19 Prozent der Testpersonen die Adresse während der Fahrt vollständig eingeben. Das zeigt: Nicht immer und nicht für alle Interaktionen ist ein großer Touchscreen im Cockpit die beste Lösung. Es kommt vor allem auch auf die Benutzerfreundlichkeit an – dass der Fahrer den Bedienbutton leicht erreicht und dass dieser ihn während der Fahrt nicht ablenkt. Nur so lässt sich die Fahrzeugsicherheit gewährleisten.

Auch Innenräume müssen nachhaltig werden

Wie lässt sich der Fahrzeuginnenraum nachhaltiger gestalten? Das war Thema des Vortrags Bond & Detach Solutions for Automotive des Gastgebers Tesa. Die Referenten stellten einen ablösbaren Klebestreifen vor, den bisher vor allem die Unterhaltungselektronik einsetzt, der sich aber auch im Auto-Cockpit anwenden lässt.

Der Streifen erlaubt es, einzelne Komponenten in großen, komplexen Systemen schnell und rückstandsfrei zu überarbeiten und Ausschusskosten so zu reduzieren. Aggressive Lösemittel, extrem hohe oder niedrige Temperaturen sowie Bestrahlung sind damit überflüssig. Klebstoffe im Auto-Cockpit müssen viel aushalten. Mithilfe eines Gewichtstests zeigten die beiden Referenten, dass der Tesa-Klebestreifen großen Belastungen gewachsen ist. Anschließend ließ er sich einfach und fast rückstandslos entfernen.

Im Studio disktuierten die Experten des DFF über das Cockpit der Zukunft.
Im Studio disktuierten die Experten des DFF über das Cockpit der Zukunft.
(Bild: DFF)

Eine Paneldiskussion, moderiert von Jonathan Martens (Tesa SE) rundete den Summit ab. Die Teilnehmer Steffen Hergert (xCave Technology), Jürgen Laur (Merck), Jan Ole Pöhls (Tesa), Mathias Stegemann (VIA Optronics) und Armin Wedel diskutierten zum Thema Reworkability, Sustainability, Ready for Future Challenges? Die Displayexperten waren sich einig: Das Display der Zukunft muss nachhaltig, effizient und dabei bezahlbar sein. Denn Anwender der Fahrzeuge seien nicht bereit, beliebig tief in die Taschen zu greifen, nur um ein nachhaltiges Produkt zu kaufen.

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