Elektro-Kleinsttransporter „Der Trend zur Elektrifizierung ist auch bei Kommunalfahrzeugen unumkehrbar“

Autor / Redakteur: Yvonne Simon / Christoph Seyerlein

Mehrere Unternehmen wie Tropos und Electric Brands entwickeln oder importieren kleine, leichte, elektrische Nutzfahrzeugkonzepte. Warum diese gerade in kommunalen Flotten den klassischen Transporter mehr und mehr verdrängen könnten.

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Neue Anbieter wie Tropos drängen mit kleinen E-Nutzfahrzeugen auf den Markt.
Neue Anbieter wie Tropos drängen mit kleinen E-Nutzfahrzeugen auf den Markt.
(Bild: Tropos Motors Europe GmbH)

Die Elektromobilität kommt nicht nur im Pkw-Bereich immer stärker an. Auch bei Nutzfahrzeugen wächst das Angebot. Gerade in den Markt mit kleinen E-Nutzfahrzeuge drängen zunehmend neue Anbieter wie etwa Tropos oder Electric Brands. Doch wie groß sind deren Chancen und wie stark wird sich der Markt entwickeln?

Peter Fintl ist Leiter Technology and Innovation bei der Beratung Altran.
Peter Fintl ist Leiter Technology and Innovation bei der Beratung Altran.
(Bild: Fischer/Altran)

Peter Fintl, Leiter Technology und Innovation bei der Unternehmensberatung Capgemini Engineering, schätzt in einem Interview mit unserem Schwestermagazin »kfz-betrieb«: „Der Trend zur Elektrifizierung ist auch bei Kommunalfahrzeugen unumkehrbar. Es gibt das EU-Programm „Fit for 55“, das eine deutliche Reduktion der Abgasemissionen bis 2030 vorsieht – spritschluckende Fahrzeuge mit schlechter CO2-Bilanz passen da in keiner Klasse mehr dazu.“

Das führe dazu, dass die Fahrzeuge in Flotten nach und nach ausgetauscht werden, prognostiziert Fintl. Der Markt sei deshalb auch für Neueinsteiger interessant. „Wir beobachten, dass kommunale Dienstleistungen zunehmen. Auch der Bereich der Letzte-Meile-Logistik wächst stark. Das bedeutet: Diese Fahrzeugkonzepte – klein, leicht, kompakt, wendig und umweltfreundlich – werden zunehmend gefragt sein“, sagt der Experte.

„Missionsplanung“ als beste Voraussetzung für die Elektrifizierung

In China fänden sich bereits „Hunderte Anbieter“, die solche Konzepte in verschiedenen Qualitätsniveaus anböten. Eignen würden sie sich beispielsweise für Dienstleistungen im öffentlichen Bereich wie der Reinigung, Instandhaltung und Überwachung. „Oft haben Kommunalfahrzeuge eine sehr gute Missionsplanung. Sie haben feste Touren und man kann genau abschätzen, wie viele Stunden sie unterwegs sind. Sobald man diese Planbarkeit hat, ist die Elektromobilität wunderbar einsetzbar“, erklärt Fintl.

Auch die Logistik sei ein interessantes Geschäftsumfeld für solche Fahrzeuge. „Es stellt sich die Frage: Wie viel Verkehr will und kann man zusätzlich in die Städte bringen? Man muss also nicht nur die Fahrzeuge lokal emissionsfrei machen, sondern auch das Distributionskonzept überdenken, zum Beispiel mit Microhubs in der Stadt“, sagt der Berater. Jene Hubs könnten sich Anbieter teilen, um die letzte Meile zu managen. Denn: „Nicht alles lässt sich mit dem Lastenrad lösen: Wo das nicht geht, eignen sich diese kleinen Lieferfahrzeuge wunderbar.“

Fintl hält es für möglich, dass kleine E-Fahrzeuge den klassischen Transporter in kommunalen Flotten perspektivisch ablösen. „Die Aufbauform als Kastenwagen erlaubt es, die Verkehrsfläche besser zu nutzen als etwa ein klassischer Kleintransporter auf Pkw-Basis.“ Allerdings gibt es auch noch Hürden. Beispielsweise müssten Hersteller konkurrenzfähige Betriebskosten anbieten.

Auch ansonsten erwartet Peter Fintl nicht, dass das Geschäft für Anbieter zum Selbstläufer wird. „Wir nehmen das Geschäft der Kommunalfahrzeuge als sehr traditionell und konservativ wahr. Es wird etwas dauern, die Kunden von neuen Systemen zu überzeugen. Hilfreich ist der Druck, zu elektrifizieren“, sagt der Berater.

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